Yanachaga

Das Projekt Peru-Aktion e.V.

Das Hermann-Vöchting-Gymnasium Blomberg engagiert sich bereits seit über 10 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Peru und Deutschland. So konnte bisher mehr als eine Schülergeneration für einen aktiven Beitrag zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder in Peru begeistert werden.

DSC_0473In diesem Jahr unterstützen wir das Projekt der Peru-Aktion e.V. in der Region Yanachaga. Den Auftakt bildete das Yanachaga-Fest am 21.11.2014. Hier informierte uns Krista Schlegel, deren Ehemann das Projekt vor 25 Jahren in Peru mitbegründete, aus erster Hand. Traditionsgemäß gestalten die sechsten Klassen für unsere ‚Neuen‘, die Fünftklässler, ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz- und einem Theaterstück, das Einblick in den Alltag vieler Kinder in Peru gibt.

Das Projekt ist in unserem Schulcurriculum verankert und findet vielfältigen Eingang in den Deutsch-, Politik-, Religions-, Kunst- und Sozialwissenschaftsunterricht. Die Einnahmen aus dem Verkauf der leckereren südamerikanischen Speisen auf dem Fest, die von den Eltern der Sechstklässler gespendet werden, der Reinerlös aus dem Verkauf der Transfair-Schokolade und insbesondere des Kalenderverkaufs spenden wir an die Peru-Aktion.

Warum unterstützen wir gerade ein Projekt in Peru?

Trotz sichtbarer Fortschritte gehört Peru in Südamerika immer noch zu den ärmsten Ländern mit den größten sozialen Unterschieden. Unvorstellbare Armut, Arbeitslosigkeit, Kinderreichtum, Mangelernährung, katastrophale Hygieneverhältnisse, hohe Kindersterblichkeit und unzureichende medizinische Versorgung sowie mangelhafte Schul- und Berufsausbildung sind für viele Peruaner immer noch bittere Realität. Aufgrund fehlender Perspektiven in ihren Heimatregionen suchen viele ihr Glück in der Großstadt Lima, wo sie aber ohne eine qualifizierte Ausbildung keine Chance haben.

Welche Zielsetzung verfolgt die Peru-Aktion?

Der Verein Peru-Aktion e.V. in Deutschland wurde mit der Absicht 1989 gegründet, die Not der Menschen gezielt zu lindern und besonders den chancenlosen jungen Menschen auf dem Lande Perspektiven zu geben. Ohne Ausbildung werden sie leicht Opfer von Ausbeutung. Als Tagelöhner können sie der Armut nicht entrinnen und in ihren Familien fehlt es an allem. Peru-Aktion e.V. ermöglicht sozial schwachen jungen Menschen den Erwerb ihres Sekundarabschlusses an einer staatlichen Schule am Ort. Für die Zeit ihrer Ausbildung finden sie im Projekt Unterkunft und Verpflegung sowie eine praktische, berufsorientierte Ausbildung. Pädagogische Betreuung und das Leben in einer werteorientierten Gemeinschaft formen ihre Persönlichkeit, lassen ihren Selbstwert erkennen und machen sie fähig, ihr zukünftiges Leben unter schwierigen Bedingungen erfolgreich zu gestalten.

Alltag der Jugendlichen

2012-07-20 12.14.00Die Jugendlichen werden nach Abschluss der Primaria, also mit ca. 11 Jahren, in das Projekt aufgenommen. Es hat sich herausgestellt, dass die Mädchen sich besser entwickeln können, wenn sie unter sich sind. Daher leben und lernen zurzeit in der ehemaligen Hazienda Yanachaga des Dorfes Huancabamba 40 Jungen. Diese werden am Nachmittag in den Bereichen: Land- und Viehwirtschaft, Imkerei, Bäckerei, Tischlerei und Metallverarbeitung ausgebildet. Seit 2008 werden im nahegelegenen Dorf Quillazú auch Mädchen gefördert. Inzwischen leben hier 16 Mädchen in zwei Häusern. Die berufsorientierten Ausbildungsbereiche für den Nachmittag sind: Handarbeit, Hauswirtschaft, Hühnerhaltung zum Verzehr und Verkauf von Eiern, Aufbau einer kleinen Imkerei, Regenwurmkompostanlage und Biogarten für die Versorgung der Küche.
Nach Abschluss der Sekundaria bleiben die Jugendlichen noch ein weiteres Jahr in einer dieser Werkstätten und erhalten praktischen Unterricht. Anschließend haben sie dann gute Voraussetzungen einen Lehrberuf zu erlernen oder sogar zu studieren. Auf jeden Fall haben sie sehr viele praktische Kenntnisse zur Bewältigung des Alltags erworben und manche Fähigkeit, mit der sich Geld verdienen lässt.
Peruanische Mitarbeiter tragen die Verantwortung für Leitung und Ausbildung. Beide Projekte sind Bildungs- und Erziehungsprojekte. Sie können sich nur zu einem geringen Teil selbst versorgen und werden durch Spenden aus Deutschland finanziert. Der Aufwand an Verwaltungskosten ist äußerst gering. Die Gelder werden direkt für die Arbeit in Yanachaga eingesetzt und ihre Verwendung wird regelmäßig durch Mitglieder des deutschen Vereins vor Ort kontrolliert. Alle Mitglieder der Peru-Aktion arbeiten ehrenamtlich. Für die Spender erscheinen dreimal im Jahr Informationshefte, die über das Geschehen in den Projekten sowie über die Verhältnisse in Peru berichten.

Förderung einer nachhaltigen Entwicklung

Die Peru-Aktion e.V. hat es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, das wertvollen Ökosystem auf den zur ehemaligen Hazienda gehörenden Ländereien unter anderem durch eine Baumschule und Wiederauf-forstungsprogramme zu bewahren. Dadurch wird das ökologische Bewusstsein der Jugendlichen entwickelt. Gleichzeitig haben diese Programme eine Vorbildfunktion, die auf die Bewirtschaftung der Ländereien durch die Andenbewohner ausstrahlen kann.
Im Mütterklub treffen sich Frauen aus dem Dorf. Sie stellen farbenfrohe Applikationen her, die sie zum Kauf anbieten, um so zum Beispiel den Schulbedarf ihrer Kinder zu finanzieren. Freiwillige Einsätze deutscher Ärzte und Zahnärzte kommen den Dorfbewohnern zugute.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Wir am HVG sind davon überzeugt: Kleine Schritte haben hier wirklich große Wirkung!

Ansprechpartner an der Schule (Yanachaga-AG)

Wenn Sie zu unserem Projekt Fragen haben, stehen Ihnen unsere Ansprechpartner Sandra Charter, Iris Ahring, Michael Hanke, Janina Heinze, Carmen Lente-Lorenzen, Sindy Glawe, Jasmin Naal-Glaßer, Petra Schröder, Nicole Thackery und Christian Vögeding gerne zur Verfügung.

Bitte unterstützen Sie unser Projekt! Mit 1 € pro Monat, also 12 € Jahresbeitrag, leisten Sie eine große Hilfe.

Das HVG Spendenkonto: Yanachaga Konto 18 06 769 BLZ: 476 512 25 (Sparkasse Blomberg)

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