Und wer bitte kümmert sich um die MÄNNERUNTERDRÜCKUNG?
Muss man sich in der heutigen Welt diese Frage tatsächlich stellen?
Im Zuge von Gleichberechtigungsdiskussion und Statistiken zur Belegung von wesentlich schlechterer Bezahlung von Frauen und ähnlichem muss man wohl immer auch die andere Seite der Medaille betrachten. So ist es auffällig, dass trotz Diskussion um eine uneingeschränkte Gleichberechtigung die Frauen noch immer gewisse Schonrechte innehaben. Sie müssen keinen Wehrdienst leisten, denn sie gelten als zu schwach dazu. Die, die dann doch zum Bund gehen, müssen sich ihre Haare nicht scheren lassen. Das mag ein recht mageres Argument für Männerunterdrückung sein, doch ist es nicht ein generelles Grundrecht auf absolute Unversehrtheit – nicht bloß eines der Frauen?
Wenn es um Sorgerechtsfragen geht, so enden diese in den meisten Fällen mit einem eindeutigen Urteil: Besuchen darf der Vater. Aber das Sorgerecht bleibt bei der Mutter – verdient sie auch schlechter, hat sie auch ein viel kleineres Haus oder gar nur eine Einzimmer-Wohnung und lebt sie wohlmöglich mit einem prügelnden Lover zusammen. Solche Punkte werden nicht selten völlig unzureichend geprüft und die Entscheidung zu Gunsten der Mutter ist nicht selten wenig objektiv.
Das sind nur wenige Punkte, in denen deutlich gesagt werden kann: Männer haben es schwer. Sie werden auch heute noch als das „starke“ Geschlecht angesehen und werden zu möglichst wenigen Emotionen hin erzogen. Das wiederum gewährt ihnen nur wenig Ausbruchmöglichkeit und verbietet Gefühlsausbrüche und Beschwerden über Ungerechtigkeiten quasi schon aus sich selbst.
Auch Vorurteile gibt es über Männer weit mehr, als über Frauen. Sämtlich sind sie verletzend und fördern das Männerbild als Bild vom Macho und gefühllosen Arschloch – des harten Kerls.
Die Erziehung ist vielleicht das größte Problem. Sie ist abhängig von kulturellen Normen und Werten und daher leider immer auch von der Vergangenheit, was die Zukunft wiederum ebenfalls von der Vergangenheit abhängig macht. - Und somit auch die zukünftige Männergeneration.
Besonders auffällig ist dies, betrachtet man die Unterschiede der weiblichen Emanzipation und der männlichen. In westlichen Ländern hat sich die Frau mittlerweile weitestgehend zum stärkeren Geschlecht entwickelt, dadurch, dass sie sich selbst ihren Weg aus Vorurteilen von Schwäche und Unfähigkeit gebahnt hat. Die Männerwelt hängt noch immer im Wust ihrer alten Rollen fest. In östlicheren Kulturen ist oftmals ein Blick in unsere eigene Vergangenheit zu erkennen. Das Bild des Mannes nicht dort nicht besonders anders, als hier. Das der Frau jedoch sehr. Ihre Emanzipation steckt dort noch in den Kinderschuhen. Doch sie wird kommen. Der Mann wird nachziehen müssen, will er nicht von der Zeit und somit auch den Frauen überrollt werden.
Und wer kümmert sich darum? –Nun, das werden die Männer schon selbst schaffen müssen, ihre Umwelt vor den Kopf stoßen und auf genau die Gleichberechtigung pochen, die sich die westliche Frau schon vor vielen Jahren zu eigen gemacht hat. Zukunftsfähig ist die westliche Gesellschaft nur mit einer tatsächlichen Gleichberechtigung, die die Frau nicht mehr schlechter bezahlt, dem Mann aber auch endlich das Sorgerecht zuspricht.
Valerie Obermeier