Der Zusatzkurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 13 beschäftigt sich 2007 mit Problemen des Gender Mainstreaming
SoWi
Gender Mainstreaming
bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
- Welche Konsequenzen hat der Gender-Mainstreaming-Ansatz für die Politik? Verdeutlicht das für ausgewählte Politikfelder!
- Welche Konsequenzen hat der Gender-Mainstreaming-Ansatz für Bildung und Erziehung? Verdeutlicht das mit Hinweisen institutionelle Reformen und mit Hinweisen auf Erziehungskonzepte.
Interessierte Lehrkräfte, Schülerinnen und Schülern, alle in Bildungsinstitutionen tätige Personen und am Thema 'Gender+Bildung' Interessierte finden hier gebündelte Informationen zum Thema geschlechtssensible Bildung, einschlägige Projekte u.v.m
Materialien zum Thema Gleichberechtigung von Frau und Mann
Linktipp von Fabi: Aktueller SpOnline-Artikel
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,470461,00.html
Ach und noch was - passt hier zwar nur bedingt rein - aber ein bisschen ja schon:
http://www.emma.de/stoppt_das_homo_mahnmal.html
http://www.emma.de/homo_mahnmal_ohne_frauen.html
Gesche Austermann überlegt, was der Gender-Mainstreaming-Ansatz in Kinderttagesstätten bedeutet und welche Konsequenzen daraus bei der Betreuung von Kindergruppen im Sport gezogen werden müssten.
Gender Mainstreaming und Kindertagesstätte
Stellungnahmen zum Thema "Frauen an die Macht?"
Der Aufstieg der Frau im Verlauf der Geschichte
Ich denke die politische und auch allgemeine Emanzipation der Frau war ein wichtiger Schritt in die heutige Gesellschaft. Denn über die Zeit hat die Frau gewisse Aufgaben übernommen die im Altertum den Männern vorbehalten waren.
Im alten Rom war es noch so, dass die Frau ein Besitzgut des Mannes war. Sie durfte nicht erben, geschweige denn in die Politik gehen. Nur im Haushalt durfte die Frau etwas tun. Und wo hat diese Entwicklung hingeführt? Es war eine Zeit voll Gewalt und Krieg. Frauen wurden als Druckmittel missbraucht. Als Beispiel dient der Krieg Caesars, als Vercingetorix die Frauen und Kinder aus dem Fort schickte, um seine Soldaten länger versorgen zu können.
Und dieses Phänomen änderte sich erst viel später. Noch im industrialisierten England hatte die Frau kein politisches Recht. Nur Männer mit Besitz und ab gewissem Alter durften wählen. Die Änderung erfolgte erst nach dem ersten Weltkrieg als Frauen das Wahlrecht erhielten. Dies war der erste Schritt hin zur Emanzipation.
Aber Frauen haben ihre neuen Rechte absolut gerechtfertigt. In der Nachkriegszeit war die Frau das bestimmende Element der Gesellschaft. Denn Männer waren nicht aus dem Krieg zurückgekehrt oder waren verkrüppelt und konnten nicht mehr arbeiten, hinzu kommt das durch Vertreibung und Zerstörung der Städte viele ohne Arbeit waren. Also waren die Frauen auf sich allein gestellt. Sie mussten die Familie versorgen, die Kinder großziehen und den kompletten Haushalt alleine führen und das alles gleichzeitig. Eine bewundernswerte Leistung die damals vollbracht wurde. Als dann die alte Rollenverteilung in den 50ern wieder zurückkehrte zur Männer Dominanz waren doch einige Frauen erleichtert über die Entlastung.
In der Moderne ist es so, dass durch die Gleichstellung der Frau die Männer keine Dominanz besitzen, was auch gut für unsere Gesellschaft ist. Frauen haben heute die Gleichen Fähigkeiten wie Männer und so ist es auch nicht verwunderlich, dass einige Frauen Staatsoberhäupter sind. Denn auch sie können einen Staat gut regieren. Und genau dieses muss den Frauen heute unterstellt werden. Der Schritt der Gleichberechtigung war eine hervorragende Entwicklung.
Man kann nur hoffen das einige Kulturen, die heute noch die Frauen unterdrücken irgendwann zu der Überzeugung kommen, dass ihre Ansichten veraltet sind und das Frauen ihre Entwicklung auch voran treiben können.
Hendrik Gerdt
Frauen und Macht - Anspruch oder Widerspruch?
Schon die Überschrift ist diskriminierend – wie meiner Meinung nach die gesamte Diskussion. Zumindest für westliche Länder halte ich die ewige Emanzipationsdebatte für leicht überholt, wenn nicht gar unnötig. Deutschland hat eine Kanzlerin, Länder wie Irland, NZ, Finnland und sogar asiatische (nicht-christliche) Staaten wie Indien, Sri Lanka und die Philippinen haben weibliche Staatsoberhäupter.
Das fragt man sich doch: Wo, meine Damen (und Herren natürlich) liegt das Problem? Und was sind eigentlich die genauen Forderungen zum griffigen Slogan „Frauen an die Macht!“ Eine „Frauenquote“ für führende Regierungsämter? Sollte nicht Qualität vor Geschlecht gehen? Alle Frauen in führenden Regierungsämtern (eventuell haben demnächst sogar die konservativen USA eine weibliche Präsidentin) sind doch wohl der lebende Beweis dafür, dass man es auch ohne offizielle Frauenpolitik nach ganz oben schafft, einfach durch Qualifikation und persönliche Eignung. Warum sollte man diese Entwicklung durch das immerwährende Gejammer nach mehr Frauen in der Politik unnötig beeinflussen? Qualität statt Quantität, starke Persönlichkeiten statt staatlich festgelegtem Geschlechterverhältnis.
Gleiches gilt auch für Frauen in der Wirtschaft. Auch hier beklagt die Gesellschaft den Mangel an Frauen in den Führungsetagen deutscher Unternehmen und Spiegel und Stern fragen auf ihren Titelseiten „Sind Frauen die besseren Chefs?“ Wen interessiert das? Eine Frau, die ein guter Chef ist (sorry, eine gute ChefIN natürlich), wird sich vermutlich durchsetzen, so funktioniert Kapitalismus. Sie wird dafür sorgen, dass man(n) ihre Qualifikation anerkennt und ihre Kompetenz zu schätzen weiß.
Natürlich kann der Staat der Chancengleichheit nachhelfen, durch Ganztagsbetreuung, Vätermonat etc. pp. Ihre Chancen NUTZEN müssen die Frauen aber schon selbst. Und es wäre schön, wenn dieser Prozess die heutige Frauenbewegung von der der 70er unterscheiden würde. Weniger reden, mehr tun. Alles andere nervt – besonders wenn man sich als Frau selber auf diese „Sonderstellung“ beruft.
Ich will nicht von irgendwem bevorteilt werden, meine Karriere soll kein Produkt irgendeiner staatlichen oder wirtschaftlichen Quotenpolitik sein.
„Frauen an die Macht“ – gerne, aber nur aus eigener Kraft. Das sollte ja wohl zu schaffen sein.
Katharina K.
oder in
Ich kann Katharinas Meinung in großen Teilen beipflichten und finde diese Debatte genauso eher nervig als produktiv.
Aus meiner Arbeit bei den Grünen und der Grünen Jugend kenne ich diese Thematik schon besonders gut, weil es dort eine durch das "Fauenstatut" geregelte Quotierung der Posten gibt, die besonders bei kleinen Gruppen oft zu Schwierigkeiten führt.
Genauso geht mir das häufig verwendete Binnen-I, das man dort so oft zu lesen bekommt, auf die Nerven und wirkt eher affektiert als sinnvoll.
Auch wenn ich insgesamt die Frauenpolitik dieser Partei noch eher gutheißen kann als die anderer, halte ich derartige Konventionen für überzogen und genauso überholt wie diese ganze Fragestellung.
http://www.gruene.de/cms/themen_frauenpolitik/dok/15/15336.das_frauenstatut_von_buendnis_90die_grue.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Binnen-i
http://www.welt.de/data/2005/11/23/807614.html
Frauen an die Macht- ein politisches Ziel in modernen Gesellschaften?
Meiner Meinung nach wird das Ziel, Frauen an die Spitze der Politik zu bringen, in der heutigen Zeit viel zu sehr ausgeweitet.
Bereits zu Kaiserzeiten galten Frauen eher als ein schmückendes Beiwerk, denen nur in Dingen wie Aussehen, Pflege und Etikette Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ihre politische Meinung war dagegen von geringer Bedeutung. Es war damals nicht angebracht, den Mann mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, zumal die Frauen auch kaum Gedanken an die zeitgenössische Politik verschwendeten. Vielmehr nutzten sie ihre Position als Königin oder Kaiserin, um Kontakt zu Frauen in anderen Königshäusern zu pflegen oder sich über die neuen Kunst- und Modegeschichten auszutauschen. Ersteres war jedoch von wichtiger Bedeutung, da aus einem guten familiären Kontakt auch eine gute Staatsbeziehung resultieren konnte.
Lediglich die großen Königinnen wie Katharina die Große oder Luise von Preußen hatten politischen Einfluss, letztere sogar mit Erfolg auf ihren Mann.
In der heutigen Zeit spielt die repräsentative Aufgabe der Frau in der Politik eine große Rolle. Auch die Kontaktpflege zu anderen Staatsoberhäuptern gehört zum Terrain von Frauen. Die politische Meinung ist jedoch von höherer Bedeutung.
Ich finde dennoch, dass das Thema sehr überspitzt wird und die Aufgaben von Frauen und Männern gleichermaßen bewältigt werden können. Es kommt dabei jedoch nicht darauf an, welches Geschlecht an der Macht ist, sondern welche Persönlichkeit den Staat würdig und in vollem Maße repräsentiert.
Ann-Christin Broschinski
Die Rolle der Frau in der Politik
Durch die erste Welle der modernen Frauenbewegung und die dadurch ausgelöste Emanzipation der Frauen wurden in der westlichen Welt die traditionellen patriarchal strukturierten Geschlechtsrollen in Frage gestellt. Somit wurde Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die grundsätzlichen politischen und bürgerlichen Rechte der Frauen (z. B. das Frauenwahlrecht), für das Recht auf eine Erwerbstätigkeit und für das Recht auf Bildung gekämpft.
Heute steht der Frau jede Berufsbildung offen und sie ist in den meisten Ländern juristisch den Männern gleichgestellt. Aber auch der aktuelle Arbeitsmarkt in Westeuropa weist eine geschlechtsspezifische Trennung auf, bei der vor allem Frauen in Erziehungs-, Ausbildungs- und Pflegeberufen, im Verkauf und in kaufmännische Berufen tätig sind. Auffällig ist dabei, dass nur sehr wenige Frauen in Führungspositionen vertreten sind.
Mit den Führungspositionen in der Politik ist es ähnlich. Benutzt man die Wörter „Frauen“ und „Politik“ zusammen in einem Satz, so wird man von manchen Männern nur belächelt, denn schockierenderweise ist es in der heutigen Zeit immer noch nicht üblich bzw. normal, dass Frauen die Rolle des Staatsoberhaupts übernehmen.
Ich persönlich kann diese ganze Debatte überhaupt nicht nachvollziehen, denn warum sollte eine Frau nicht auch mal an der Spitze eines Staates stehen? Die Männer, die die Frauen noch gerne zu Hause hinter dem Herd sehen wollen, sollten sich einmal fragen, ob sie mit ihrer Denkweise nicht ein wenig dem heutigen Denken hinterherhinken, denn diese Zeit ist bereits seit Jahrzehnten vorbei.
In Ländern wie Sri Lanka, Irland, Lettland, Finnland, Indonesien und Chile besetzten bzw. besetzen Frauen bereits das Amt des Staatsoberhaupts. Nicht zu vergessen sind natürlich die asiatischen Politikerinnen, die ebenfalls dieses hohe politische Amt innehalten. Durch die Wahl von Angela Merkel zur ersten Bundeskanzlerin trägt sich eine weitere Frau in die Liste weiblicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs ein.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass trotz der Stärkung der Position der Frau in der Politik nach wie vor ein Nachholbedarf besteht, denn Amerika und Frankreich gehören u. a. zu den Ländern, in denen es noch nie eine Frau an die „Spitze“ des Landes schaffte.
Nadine Fasse
Frauen in Führungsrollen
Die weit reichende und immer wieder aufkeimende Diskussion um Frauen in der Politik und die Einführung einer Frauenquote ist meiner Meinung nach überholt und überflüssig.
Es ist Fakt, dass Frauen und Männern in den meisten Ländern heutzutage die gleichen Möglichkeiten eingeräumt werden. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich – niemandem wird die Chance genommen, sich für eine erfolgreiche Karriere zu entscheiden. Damit ist der Grundstein gelegt, den es nun zu Nutzen gilt und der in der Gesellschaft völlige Akzeptanz finden muss.
Und die Entwicklung geht definitiv in die richtige Richtung. Nicht ohne Grund steht an der Spitze der deutschen Regierung seit den letzten Bundestagswahlen zum ersten Mal eine Frau, Angela Merkel, um die Geschicke des Staates zu leiten.
Doch offenbar wird diese Tendenz nicht von allen realisiert und respektiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass Frauen in vergleichbaren Ämtern meist weniger verdienen als Männer und häufig nur schwer eine Anstellung finden. Noch immer sind die Rollenvorurteile sehr stark ausgeprägt. Ein großes Problem stellt dabei die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf dar. Problematisch wird es häufig, wenn eine Frau mit Familie Karriere machen will, da sie ihr Leben dann voll und ganz nach dem Beruf ausrichten muss.
So schaffen es nur wenige Frauen bis ganz nach oben. Der Anteil der weiblichen Professoren liegt beispielsweise bei unter 10 Prozent, und während bei Männern Führungsqualitäten zur Normalität gehören, werden Frauen diese häufig abgesprochen.
Auch der Staat ist bereits aktiv, um Frauen den Weg zu einem viel versprechenden Beruf zu erleichtern und auch einen erfolgreichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit zu ermöglich. Beispielsweise bietet das Bundesfamilienministerium unter der Leitung Ursula von der Leyens unter www.frauenmachenkarriere.de ein Internetportal an, wo sich Frauen über alle wichtigen Themen bezüglich Karriere und Familie informieren können.
Henning Falke
„Frauen an die Macht“ - ein politisches Ziel in modernen Gesellschaften?
Haben Frauen keine Chance auf das höchste politische Amt?
„Iron Lady“, Margarete Thatcher, hält „als Premierministerin die Zügel Großbritanniens in der Hand“, auch in den Ländern Irland und Finnland steht die Frau an der Spitze. Sieht man sich Deutschland an, ist auch hier seit 2005 Angela Merkel Bundeskanzlerin.
Ich frage mich nur, warum überhaupt über das Thema diskutiert wird. Meiner Meinung nach ist die Diskussion überflüssig. Die oben genannten weiblichen Staatsoberhäupter sind doch ein Beispiel für Frauenpolitik.
Vor 30 Jahren sah das alles noch anders aus. Die Frauen waren für den Haushalt zuständig und der Mann brachte das Geld ins Haus. Die Zeiten ändern sich. Wir leben nicht mehr in den 70er Jahren, sondern im Jahr 2007.
Laut Grundgesetz sind Frauen und Männer gleichgestellt. Frauen können heutzutage jeden Berufsweg einschlagen; dennoch sind weniger Frauen in der Führungsposition vertreten. Meiner Meinung nach wird es in der Gesellschaft nicht als normal angesehen, Frauen als Staatsoberhaupt zu wählen. Heutzutage sind immer noch viele Menschen (Männer) der Meinung, Frauen gehören hinter dem Herd und haben in der Politik nichts zu suchen. Diese Menschen sollen sich jedoch im Klaren darüber sein, in welchem Jahrhundert wir leben.
Meiner Meinung wird das Thema viel zu sehr ausgeweitet. Frauen gehören wie Männer an die Macht und haben genau soviel zu sagen. Nach wie vor sind weniger Frauen als Männer in der Politik vertreten. Doch wer weiß, wie die Politik in 30 Jahren aussieht?
Natürlich soll man sich Gedanken darüber machen, wer als Staatsoberhaupt oder Staatsoberhäuptin regieren soll, jedoch ist es doch wichtiger, wie die Person das Land vertritt und nicht, ob sie ein Mann oder eine Frau ist.
Gesche Austermann
Benachteiligung von Jungen
Vor 30 Jahren wusste jeder genau, wie ein „richtiger“ Junge zu sein hat.
Mutig, durchsetzungsfähig, aufmüpfig sind einige Eigenschaften, die ein Junge vertreten sollte.
Heutzutage sprechen jedoch einige Eigenschaften auch für Mädchen. Mädchen sind nicht mehr schüchtern. Sprachbegabt, lesefreudig und teamfähig gelten als Stärken, die sehr wichtig für die Qualifikation für eine erfolgreiche Bildungskarriere sind - und es sind die Mädchen, die dieses Talent zeigen. Die Anforderungen haben sich verändert. Die Jungen profitieren, meiner Meinung nach, immer noch in den technisch, handwerklichen Berufen. Jedoch sind dort nicht nur Jungen tätig, auch Mädchen vertreten heutzutage solche Berufe.
Die Zahlen und Fakten belegen, dass Mädchen heute häufiger Abitur machen als Junge. Auch unsere Schule ist dafür ein Beispiel. Meiner Meinung nach sind die Mädchen einfach ehrgeiziger und fleißiger als die Jungen. Sie vertreten ihre Meinung und zeigen, was sie drauf haben.
Man kann also sagen, dass Mädchen von den veränderten Bedürfnissen profitieren. Sie besitzen heutzutage bessere Eigenschaften und haben bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz.
Ich denke jedoch, dass man auch mal überlegen sollte, warum Jungen die „Schlüsselqualifikationen“ nicht vertreten und warum sie in dem Schulsystem benachteiligt werden.
Gesche Austermann
Emanzipation der Frau oder Emanzipation des Mannes?
Sollte man davon ausgehen das Frauen in die männliche Gesellschaft emanzipiert werden müssen, wäre es meiner Meinung nach auf jeden Fall wichtig, diese dabei auch zu unterstützen. Allerdings ist dies gar nicht mehr nötig, denn die Emanzipation der Frau ist bereits abgeschlossen.
Zur Zeit des Nationalsozialismus ist es noch so gewesen, dass die Frau nur als „Weib“ dargestellt wurde. Sie musste putzen, waschen, kochen und sich um die Kinder kümmern, damit der Mann Geld verdienen gehen konnte. Sie hatte überhaupt keine Möglichkeit sich anderweitig in der Gesellschaft zurecht zu finden. Doch wir leben nicht mehr in diesem Zeitalter der Unterdrückung. Die Welt hat sich geändert und die Frau ist jetzt fester Bestandteil in jedem Bereich der Gesellschaft.
Aufgrund verschiedenster Statistiken kann man heutzutage sogar einen verstärkten Überfluss an Frauen in Berufen erkennen, welche noch vor zehn Jahren nur von Männern besetzt waren. Beispiele wären Bauarbeiterinnen und Handwerkerinnen aber auch vor allem Berufe wie Hotelleiterinnen usw.
Schon diese Endsilbe –innen macht meiner Meinung nach deutlich das die Emanzipation der Frau bereits abgeschlossen ist. Vielmehr sollten sich die Männer jetzt Gedanken darüber machen, nicht ihre Stellung in der Gesellschaft zu verlieren und letztendlich da zu Enden, wo die Frauen angefangen haben, ansonsten müsste man („frau“) sich bald Gedanken über die Emanzipation des Mannes machen.
Jan-Hendrik Flaake
What? Gleichberechtigung?
In Zeitungsartikeln, Radiobeiträgen, im Internet, im Fernsehen – immer wieder stolpert ein aufmerksamer Beobachter auf das Thema der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Es dürfte jedem klar sein, dass es zu diesem Thema keine abschließend gültige Betrachtung geben kann. Ich versuche es dennoch. :-)
Thema Gleichberechtigung, Beispiel Politik: Wir haben seit November 2005 eine Frau an der Spitze des Staates.
Noch Fragen?
Ja, reicht dieser Fakt denn aus, von gelungener Emanzipation zu sprechen?
Frau Merkel hat ein Kabinett mit 5 Frauen und 10 Ministern unter sich stehen. Eigentlich sieht das nicht schlecht aus. Bei der CDU kommen drei Männer auf ebenso viele Frauen (mit der Regierungschefin gerechnet), bei der SPD sind es fünf männliche und drei weibliche Minister, und einzig die CSU stellt nur Männer (2). Merkel hat also in ihrer eigenen Partei für Quotengleichheit gesorgt! Auf den ersten Blick können wir also von Chancengleichheit sprechen.
Betrachten wir in unserem Beispiel Politik nun aber die Staatsekretäre bzw. Staatsminister der Ministerien, dann sehen wir ein Verhältnis von 23 Männern zu 8 Frauen. In den unteren Politikebenen werden sich die Quoten wohl noch mehr in Richtung Männer verschieben. Volle Gleichberechtigung sieht dann aber doch anders aus.
Woran liegt das? Gibt es also tatsächlich eine Männerherrschaft, die den Frauen die Wege in die oberen Machtbereiche verhindert?
Ich glaube nicht.
1. haben wir ja nun mehrere Beispiele für hohe Politikerinnen. Von Männerherrschaft konnte man vor 40 Jahren sprechen, als Frauen in der Politik tatsächlich mit der Lupe zu suchen waren.
2. liegt der Grund für ein Übergewicht des männlichen Geschlechts in der hohen Politik eher an einem Übergewicht in der Politik allgemein. Es sind einfach mehr Männer da – also sind auch mehr Männer im Bundestag vertreten.
Meiner Meinung lässt sich fehlende Gleichberechtigung nicht im Mengenverhältnis von Mann und Frau – hier beispielhaft an der Politik gezeigt – messen. Es gibt auch Statistiken über Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und in der Kultur. Meistens sind in den hohen Karrierepositionen mehr männliche als weibliche homo sapiens zu finden, aber von totaler Männerdominanz zu sprechen fällt mir schwer: Wenn man kurz sucht, findet man genügend Beispiele, die beweisen, dass Frau es bis nach ganz oben bringen kann. Ich behaupte: Wenn eine Frau heutzutage etwas draufhat, dann kommt sie auch weit!
Allerdings gibt es mehrere Haken.
Bei gleichen Voraussetzungen verdient der Mann mehr als sein weibliches Gegenstück und bekommt eher eine neue Stelle. „Schwangerschaftsgefahr“ und der damit verbundene Verlust von Arbeits- und Fortbildungszeit mag ein Grund sein, aber auch Männer können durch Krankheiten, Unfälle oder andere „höhere Gewalt“ für einen Zeitraum oder für immer ausfallen.
Ich glaube das Problem liegt eher in der persönlichen Vorstellung von der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung. Das Streben nach Macht, Karriere und Ansehen wird einfach mit dem männlichen Geschlecht verbunden. Frauen stellen sich öfters die Frage „Warum überhaupt nach Macht streben?“
Geht es zum Beispiel darum, sich auch mal unbeliebt zu machen, um seine eigenen Ziele in der heutigen Ellenbogengesellschaft durchzuboxen, dann traue ich das eher einem Mann zu. Gespräche mit Freundinnen haben mir bewiesen, dass dies nicht nur bloßes Klischeedenken ist. So sind Männer anscheinend eher bereit, das Privatleben (siehe auch Schwangerschaft) zu Gunsten einer Karriere zu opfern. Auch mit ihren Forderungen an das Gehalt sind sie durchsetzungsfreudiger – weil es einfach ihrem anerzogenen Verhalten entspricht!
Das mag nicht für alle Männer und Frauen gelten. Es gibt wahrscheinlich unzählige Fälle von beruflich benachteiligten Frauen, die eben nicht die Karriere dem Privatleben untergeordnet haben. Hier liegt dann das Problem nicht im eigenen Rollenverständnis, sondern in den Köpfen der Abteilungsleiter und Personalchefs. Es ist ein gesellschaftliches Problem. Das finde ich besonders schade, denn gerade hier ist wohl nur auf eine mittel- bis langfristige Veränderung hoffen. Denn staatliche Eingriffe, wie zum Beispiel eine Quotenregelung, können die Gedanken der Gesellschaft nicht verändern. Eltern sollten also bei der Erziehung ihrer Töchter und Söhne aufkommende geschlechtsspezifische Denkweisen entgegentreten und dafür sorgen, dass sie Menschen nicht nach ihrem Geschlecht, sondern nach ihrer Individualität und ihrem Charakter beurteilen. :-)
Trotzdem denke ich, dass in Deutschland die Gleichberechtigung schon im Großen und Ganzen vorhanden ist – es kommt bei uns mehr auf die Qualität des Einzelnen an, als auf das Geschlecht. Die geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Personen ist zwar noch vorhanden und zeigt immer wieder Auswirkungen zum Nachteil der Frauen, doch des Öfteren liegt die Ursache auch an den Personen selbst. So wünsche ich mir, dass die Männer sich die Frauen öfter mal zum Vorbild nehmen würden. Also nicht für die Karriere gesundheitliche Risiken oder privates Glück links liegen lassen und vor lauter Überarbeitung vergessen, das Leben zu genießen. Mir scheint, Frauen sind darin den meisten Männern überlegen.
Chris
„Frauen an die Macht“
Die allgemeine rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau ist im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland seit 1949 fest verankert.
Trotzdem besteht immer noch die Gefahr in der Auffassung, die Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung als geschlechtsneutral zu definieren. Mit Gleichberechtigung ist gemeint, dass Frauen und Männer gleiche rechte auf Arbeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit haben sollten, alle Möglichkeiten zur Vereinbarung von arbeit und Familie, das Recht, einen Teil der politischen Macht abzubekommen. Das ist unantastbar. Dennoch sollte man das tatsächliche Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern, in dem „Männer Norm und Frauen Ausnahme“ sind, beachten.
Wenn Männer an Macht denken, dann haben sie weder Sympathien und Harmonie noch demokratisches Miteinander im Sinn. Vielmehr geht es um zielorientierten Wettkampf und um Hierarchien. Da kommt man doch zu der Überzeugung, dass, wenn Frauen diese männlichen Denkweisen erkennen und übertragen, auch sie gute Chancen auf Führungspositionen haben. „Mit Intelligenz alleine – immerhin studieren mehr Frauen als Männer – werden sie den Machtpoker immer wieder verlieren“, wenn man den Experten glauben darf.
„Geben Sie der Macht eine Chance“, dies kann auf alle Tätigkeiten übertragen werden, „Und machen Sie es wie die Männer: Hierarchische Strukturen akzeptieren, den Vorgesetzten respektieren und den Rangniederen klare Grenzen stecken.“
Als gutes Beispiel dient unsere Bundeskanzlerin, von der man gut lernen kann. Angelika Merkel hatte Helmut Kohl akzeptiert und sich dabei viel abgeschaut und das Resultat sieht man heute. Damit ist die immer wieder aufkeimende Diskussion um Frauen in der Politik und die Einführung der Frauenquote eigentlich überflüssig.
Und nun noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Frauen sollten dann noch ihr Trumpf-Ass aus dem Ärmel ziehen: weibliches Einfühlungsvermögen. Das hat kein Mann! ;-)
Christian Dobrott
Kategorisierung
Irgendwie sind sich eure Texte alle ganzschön ähnlich - wieso gibt es hier nicht mal so einen Ansatz der Diskussion, in der man auf einander Bezug nimmt und ein wenig kontroverser wird - fänd ich irgendwie reizvoller... aber vielleicht gibt es ja auch die Aufgabenstellung nicht anders her.
Um hier nicht auch wieder aufs Neue die "Rolle der Frau in der Geschichte" durchzukauen, möchte ich noch ein bisschen auf das Gender-Mainstreaming gucken und stelle mir bei der Auseinandersetzung mit den Grundlagen dieser vielleicht nur scheinbar so begrüßenswerten Gleichstellungsperspektive die Frage nach Schwächen im System - denn schon alleine der Name weckt in meinen Ohren leichte Zweifel.
Mainstreaming - also "dem Hauptstrom angleichen" klingt für mich nach einem unweigerlichen Identitätsverlust, der das Ergebnis einer solchen... "Gleichschaltung" werden kann. Natürlich ist es ein guter Ansatz, wie beim Gender-Mainstreaming davon auszugehen, dass es keine Geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt und in Folge dessen das Geschlecht in immer mehr Kontexten zu berücksichtigen. Aber ist das Gender-Mainstreaming nicht trotzdem eine riesengroße Pauschalisierung? Ein "binäres" schwarz-weiß-Denken?
Ich war noch nie Freund von Aussagen, die sich ausschließlich am Geschlecht orientieren und kann mich noch genau daran erinnern, wie unsinnig mir 2005 die zwei erfolgreichen Ausstrahlungen der "Typisch-Frau-; Typisch-Mann-Show" einer privaten Fernsehanstalt erschienen, da für mich derartige Aussagen immer damit zusammenhängen, dass Minderheiten auf der Strecke bleiben, oder man sich auf den Eigenschaften der Gemeinheit ausruhen kann - Männer sind eben so.
Ich zumindest möchte nicht bloß auf mein Geschlecht reduziert "irgend ein Mann", sondern ich selbst - ein Individuum sein. Schließlich werden doch solche Verallgemeinerungen in anderen Kategorien (z.B. ethnische Abstammung) auch kritisch gesehen.
Hier habe ich noch eine Auflistung von Problemen in Bezug auf das G-M gefunden:
http://www.manndat.de/index.php?id=75
Fabian
Kommentar zu Fabian von Ann-Christin Broschinski
Ich stimme Fabian zu, dass das Thema „Die Rolle der Frau in der Politik“ schon ziemlich durchgekaut und in hinreichender Breite diskutiert wurde.
Ich habe mir Fabians Link angeschaut und bin dabei auf einige interessante Punkte gestoßen, die gegen das Prinzip von Gender-Mainstreaming verstoßen. Denn bei vielen Punkten, insbesondere im Bildungs- und Gesundheitswesen, gibt es keine „Angleichung an den Hauptstrom“ bzw. in diesem Falle eine Angleichung der Männer an die Frauen.
Fabian stellt richtig heraus, dass er nicht in eine Kategorie gesteckt werden möchte, sondern als Individuum respektiert werden will. In diesem Punkt stimme ich ihm voll und ganz zu.
Beim Durchstöbern der Probleme von G-M ist mir dann aufgefallen, dass jedoch auch „Angleichbedarf“ herrscht. Nimmt man z.B. die Punkte 3., 21. und 22. Hier sieht man ganz klar die Schwächen, die G-M aufweist. Es ist vollkommen unzureichend, dass man im medizinischen Bereich die Notwendigkeiten von Untersuchungen zurückstellt, obwohl sie bei Frauen, sowie bei Männern, vollkommen identisch sind. Ich frage mich, ob die Diskussion und die Unterscheidung von „Frau oder Mann?“ in bestimmten Bereichen wirklich von Nöten ist, oder ob die Statistiken nicht ausschlaggebend genug dafür sind, dass gleiche Bestimmungen wie z.B. im Gesundheitswesen eingeführt werden. Ich bin auf jeden Fall dafür, denn wenn es um das menschliche Leben und die Gesundheit jedes Einzelnen geht, darf man auf keinen Fall zwischen Geschlecht, aber auch Herkunft, Religion oder Kapital unterscheiden.
3. Im gleichen Referat „Gleichstellung“ gibt es ein Unterreferat „Gewalt gegen Frauen“. Obwohl Männer zwei Drittel aller Gewaltopfer stellen, gibt es ein komplementäres Unterreferat „Gewalt gegen Männer“ nicht. Ein klarer Verstoß gegen Gender- Mainstreaming.
21.Männer haben ein Recht auf eine kostenlose Hautkrebsvorsorge ab dem 45., Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr, obwohl Männer in dieser Altersspanne um 50% häufiger an Hautkrebs erkranken als Frauen. Alle Parteien dulden diese Ungleichbehandlung seit ca. 25 Jahren.
22.Im Jahr 2005 wurde eine AIDS-Kampagne ausschließlich für Mädchen und Frauen finanziert, obwohl über 80% der von AIDS Betroffenen Jungen oder Männer sind. Eine männer- und jungenspezifische AIDS-Kampagne gab es nicht.
Gender Mainstreaming kritisch hinterfragt
Ich habe vorhin Fabians und Ann-Christins Stellungnahmen zu dem Thema „Gender Mainstreaming“ gelesen und finde, dass die beiden interessante Punkte angesprochen haben, zu denen ich auch gerne Stellung nehmen würde.
Mit dem Namen „Gender Mainstreaming“ sollte man eigentlich positive Dinge verbinden, denn wie die Übersetzung schon sagt, bezeichnet dieser Begriff die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Doch nach genauerem Hinsehen wirft diese Definition einige kritische Fragen auf:
- Bringt Gender Mainstreaming ausschließlich Vorteile für Frauen und Mädchen?
- Führt Gender Mainstreaming zum „Kampf zwischen Geschlechtern“?
- Schwächt Gender Mainstreaming das so genannte „starke Geschlecht“?
- Führt Gender Mainstreaming zu einem Verlust der eigenen Identität?
Meiner Meinung nach lassen sich diese vier Fragen mit einem deutlichem „JA“ beantworten.
Ann- Christins Verweise auf die Punkte 3, 21 und 22 sprechen deutlich dafür.
Nehmen wir als Beispiel den Punkt 21, denn dort heißt es:
„Männer haben ein Recht auf eine kostenlose Hautkrebsvorsorge ab dem 45., Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr, obwohl Männer in dieser Altersspanne um 50% häufiger an Hautkrebs erkranken als Frauen“.
Diese Aussage bestätigt meine oben genannte Meinung.
Wenn Gender Mainstreaming eine Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen erreichen will, dann sollten doch einige Politiker mal über die Möglichkeiten der Realisierung nachdenken. Verweisen möchte ich an dieser Stelle auf den kritischen Bericht „Der neue Mensch“ von René Pfister, der in „Spiegel online“ veröffentlicht wurde und deutlich Kritik an Gender Mainstreaming übt http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,457053,00.html.
Mit der Gleichstellung der Geschlechter ist es nicht so einfach, denn selbst das deutsche Grundgesetz stellt Mann und Frau nicht völlig gleich: Artikel 6 Absatz 4 besagt "Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft", jedoch nicht jeder Vater. Ebenso der Artikel 12a: "Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden", jedoch nicht Frauen - diese "dürfen".
Wie soll Gender Mainstreaming denn die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen erreichen, wenn selbst unser deutsches Grundgesetz die Gleichstellung verweigert??
Nadine Fasse
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