Herzlich willkommen,

auf der Unterrichtsplattform (Wiki) unserer Schule. Hier bereiten wir Unterricht und Projekte vor. Dieses Wiki ist Teil unserer offiziellen Schulhomepage.

Schulentwicklung / Start Seite

Paedagogik eic

Ein Forum für Schülerinnen und Schüler der Pädagogikkurse, insbesondere der Jahrgangsstufe 13. Hier wird auf interessante Texte verwiesen, es können Fragen gestellt oder Diskussionen geführt werden.


#Die Oberstufe am HVG

#Begabungsförderung am HVG

#Neues Lernen

SPIEGEL-online berichtet über Schulen, in denen das Lernen stark auf die individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten ist. Es wird behauptet, "die pädagogische Revolution" habe begonnen.

#Ähnliches aus ZEIT-online

Utopia Schola

Ein anregender Text zur "Utopia Schola".


Informationstext "Sprachförderung in unseren Kindergärten"


Die Überlegungen zur Beurteilung des Projekts "Leben im Alter" findet ihr bekanntlich in der Projektauswahl im Bereich der abgeschlossenen Projekte auf der Unterrichtsplattform. Außerdem gibt es die Fotogalerie.


Der Einfachheit halber verlinke ich hier auf den Einführungstext zum Projekt "Erziehung in anderen Kulturen".


Der Vortrag von Carina Koch über das Modell moralischer Entwicklung von Lawrence Kohlberg

Modell moralischer Entwicklung


Hier ein durchaus interessanter Link zum Spracherwerb von Kindern: Online-Familienhandbuch


Eine der vielen Übersichten über Phasentheorien: Entwicklungsstrahl



Hier ein Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Brügelmann über die Hintergründe und Folgen gegenwärtiger Schulreformen.


Aufgaben für Mittwoch, 22.März 2006 und für die Unterrichtsstunden am 27. und 29. März

  1. Stellt die Hauptergebnisse der Vereinten Nationen zum deutschen Schulsystem zusammen und verfasst dazu eine eigene Stellungnahme!
  2. Die Jahrgangsstufe 12 muss sich mit dem symbolischen Interaktionismus auseinandersetzen. Erarbeitet eine informierende und problematisierende Darstellung dieses Theorieansatzes.

Die eigene Stellungnahme zur Aufgabe 1 sollte hier in diesen Bereich hineingeschrieben werden. Bitte Namensnennung nicht vergessen. Diskussionen untereinander sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Ihr wisst ja, über "Edit" und Passwort kommt ihr hier hinein.


Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen gibt Empfehlungen zur Schulreform

Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen hat das deutsche Bildungssystem analysiert und gibt Empfehlungen für notwendige Veränderungen.

Er kritisiert die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Schichtzugehörigkeit mit der frühen Trennung in die unterschiedlichen Schulformen. Deutschland verschenkt Bildungsreserven, das ist Fakt für ihn.

Mehr dazu, vor allem auch weitere Stellungnahmen finden sich hier.


Hier zwei wichtige Adressen mit Informationen zu den Schulen in NRW und ihren Reformen:

  1. NRW-Bildungssserver
  2. NRW-Bildungsportal

Empfehlung von Sebastian:

Interview mit Peer Steinbrück


Das Modul Interkulturelles Lernen der Datenbank für internationale Jugendarbeit (DIJA) möchte Anfängern und Fortgeschrittenen Anregungen und Hilfestellungen für die Durchführung internationaler Begegnungen geben.

http://www.dija.de/ikl/


Texte zur psychoanalytischen Theorie und zu anderen Entwicklungsmodellen (Piaget, Kohlberg) findet ihr auch auf der Schulhomepage.

Empfehlung: Suchfunktion oben rechts auf der Startseite nutzen.


UN-Empfehlungen zum deutschen Schulsystem

Die Hauptergebnisse zum deutschen Schulsystem der Vereinten Nationen sind folgende:

  • zu frühe Selektion
  • Dreigliedrigkeit negativ
  • zu wenig individuelle Förderung
  • Vernachlässigung der Früherziehung
  • unzureichende pädagogische Ausbildung der Lehrer
  • soziale Ungleichheit spiegelt sich in den Bildungschancen wieder

Als Lösung für die oben genannten Probleme wurden gleichzeitig Empfehlungen abgegeben.

Eine davon ist, eine kostenlose Vorschulbildung möglich zu machen. Diese Empfehlung halte ich für sehr sinnvoll, da allen Kindern das Recht auf gleiche „Startchancen“ zur Einschulung gegeben werden sollte. Darunter fällt vor allem die gezielte Förderung von Migrantenkindern, deren Sprachkompetenzen es zu verbessern gilt. So könnte in der Grundschule Zeit eingespart werden. Zudem sind Kinder im Vorschulalter bezüglich des Spracherwerbs sicherlich noch aufnahmefähiger als später.

Auch die Empfehlung für eine spätere Selektion halte ich für überaus vernünftig. So wird der Dreigliedrigkeit wenigstens etwas entgegengewirkt, ohne sie ganz abschaffen zu müssen. Es ist schließlich erwiesen, dass viele Kinder im Alter von 10 Jahren noch nicht weit genug entwickelt sind, um beurteilen zu können, welche Schulform für sie die richtige sein wird. Außerdem würde so der Klassenverband, der sich in der Grundschule entwickelt, noch länger erhalten bleiben. Ich denke, der Besuch der Grundschule sollte auf 6 Jahre verlängert werden. Entweder durch einen früheren Einstieg oder durch eine Erweiterung nach hinten. Die Selektion kann dann gezielter erfolgen, als nach 4 Jahren Beobachtung des Kindes.

Von der Empfehlung, dass Migranten erst ab 18 Jahren als volljährig gelten sollen, war ich sehr überrascht. Allerdings nicht, weil ich sie nicht für positiv halte, sondern weil ich bisher nicht darüber informiert war, dass Migranten schon ab 16 Jahren Volljährige sind. Für dieses Gesetz kann ich keinerlei Verständnis aufbringen. Ich halte es für ungerecht, dass Migranten bisher nicht die gleichen Rechte wie deutschen Kindern zugesprochen werden. Gerade ihnen sollte ein starker Rückhalt im Bezug auf Bildung verschafft werden.

Insgesamt bin ich mit den Empfehlungen einverstanden. Infrage gestellt bleibt für mich nur, wie schnell die Regierung Konsequenzen ziehen wird, um diese schon vor der Untersuchung offensichtlichen Ergebnisse umzusetzen.

Mona Halfpap


Die Auseinandersetzung der Vereinten Nationen mit dem deutschen Schulsystem

Der Uno-Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen Prof. Vernon Muñoz Villalobos besuchte zehn Tage lang Schulen in Deutschland mit dem Ziel, das deutsche Schulsystem zu untersuchen. Insgesamt muss er dabei feststellen, dass dieses Schulsystem keineswegs überzeugend ist. So bemerkt er relativ viele Kritikpunkte, über die es sich lohnt nachzudenken und sie gegebenenfalls aufzubessern oder zu beheben.

Eine der schwerpunktmäßigsten Kritiken umfasst die frühe Auslese nach der vierten Klasse. Bereits hier unterläuft eine Unterteilung der Schüler in verschiedene Schulformen. Laut Muñoz kommt es dadurch jedoch zu einer Ignoranz der tatsächlichen Leistungen eines Schülers. Dies wird auch durch die Iglu-Studie belegt, die erwiesen hat, dass 44% aller Viertklässler falsche Empfehlungen für die weiterführende Schulform erhalten. Somit ist es kein Wunder, wenn die deutschen Schüler vermehrt schlechte Lernresultate aufweisen.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Vielzahl der Schulformen da. In den unterschiedlichen Bundesländern tritt eine verschiedene Anzahl von Schulformen auf. Dieser Fakt wirkt sich negativ auf die Mobilität aus.

Hinzu kommt, dass ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg steht. Dies beginnt schon mit kostenpflichtigen Kindergärten. Kindern aus sozial schwächeren Familien ist auf diese Weise nicht die Chance gegeben, einen Kindergarten aufzusuchen. Meist betrifft dies auch die Migrantenkinder, denen so die nötige Integration und Förderung fehlt, wo gerade ihnen noch zusätzliche Probleme mit der Landessprache auferlegt sind.

Muñoz beanstandet somit also, dass das deutsche Schulsystem keine Orientierung am Potential der Kinder nimmt und eine verhärtete Position über Lernen und Schule vertritt.

Um die Situation zu verbessern, unterbreitet er zunächst folgende Empfehlungen (eine genaue Ausarbeitung wird erst im Laufe der nächsten Wochen erscheinen):

  • Schulen sollten eine offene und herzliche Stimmung verbreiten.
  • Sie sollten Migranten und Behinderte tolerieren, integrieren und Chancengleichheit für alle bieten.
  • Außerdem sollten die Kindergärten kostenlos sein, um allen den Besuch zu ermöglichen und
  • die Unterteilung in verschiedene Schulformen sollte entweder später oder überhaupt nicht stattfinden.

Ingesamt kann ich Muñoz mit seiner Kritik nur zustimmen. Den Ausländerkindern sollte jede mögliche Hilfe gegeben sein, sich möglichst schnell an die für sie fremden Lebensumstände anzupassen. Durch kostenpflichtige Kindergärten wird dies jedoch genau verhindert. Sie haben meist nicht die notwendigen sozialen Mittel um für diese Kosten aufzukommen, wodurch es für die Kinder immer schwieriger wird sich zu integrieren. Kommen sie anschließend in die Grundschule, so müssen sie hier zunächst mit Problemen bezüglich Muttersprache und Landessprache kämpfen, während sie unter anderen Gegebenheiten diese Problematik schon im Kindergarten hätten beheben können.

Dieser Kreislauf zieht sich weiter, denn sie schaffen es unter den Umständen vielleicht nicht unbedingt, sofort mit dem Lernstand der anderen Kinder mitzuziehen. Wenn so bereits nach der vierten Klasse eine Unterteilung für die weiterführenden Schulen erfolgt, so werden sie meist falsch eingeschätzt. Sind sie erst einmal auf der weiterführenden Schule, gelingt es nur selten, auf eine höhere Schule zu wechseln.

Wäre stattdessen eine Chancengleichheit für alle gegeben und eine sehr viel spätere Unterteilung in verschiedene Schularten, so denke ich, würden die Lernresultate sehr viel besser ausfallen als es aktuell der Fall ist.

Mareike Richts


Kritik am deutschen Schulsystem

Nach dem Besuch des UN-Beauftragten Prof. Dr. Vernor Muñoz Villalobos in Deutschland, sieht sich das Land nun mit wesentlichen Kritikpunkten konfrontiert.

So bemängelte Muñoz, der im Auftrag der Vereinten Nationen 10 Tage lang deutsche Kindergärten und Schulen besuchte, die frühe Aufteilung der Schüler auf verschiedene Schultypen. Diese Maßnahme ignoriere häufig die tatsächlichen Leistungen der Schüler, sodass für etwa 44% der Viertklässler Empfehlungen gegeben würden, die nicht ihrem Potenzial entsprächen (vgl. Iglu-Studie).

Den zu großen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Bildungserfolg eines Schülers kritisierte er ebenso, wie die damit einhergehende, unzureichende Integration von Ausländerkindern. So sind Kinder aus ärmeren oder Ausländerfamilien stark an Hauptschulen vertreten, während ihr Anteil an Gymnasien sehr gering ist.

Der Schwerpunkt, so Muñoz, müsse bereits im Vorschulalter auf die Sprachförderung eines jeden Kindes gelegt werden, nicht erst mit Beginn der Schulzeit. Im Zusammenhang damit riet er zu einem kostenlosen Besuch von Kindergärten, sodass die Chancengleichheit unter allen Schülern verbessert wird und Schüler aus Ausländerfamilien verstärkt integriert werden können.

Dieses gelte besonders im Bezug auf das sich vollziehende ‚Älterwerden’ der deutschen Bevölkerung. In Zukunft würden mehr Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland leben, daher sollte die Regierung es sich zur Aufgabe machen, diesen die Integration so gut es geht zu ermöglichen. Seiner Auffassung nach sollte Schule zudem die Vielfalt der Welt widerspiegeln und nicht Trennungen verstärken.

Als weiteren Punkt äußerte er sich kritisch zu dem in Deutschland existierenden Föderalismus. Die Unterschiede der einzelnen Bundesländer seien zu groß, sodass beispielsweise je nach Land, die Ausgaben pro Schüler und Jahr zwischen 3800 und 6300 Euro schwankten.

Außerdem erhielten die Schüler in manchen Teilen Deutschlands kostenlos ihre Schulbücher, in anderen wiederum müssten die Kosten von ihnen getragen werden. Bezüglich der Unterrichtsinhalte hat es ein Schüler zudem schwer, im Falle eines Umzugs in ein anderes Bundesland, auf eine fremde Schule zu wechseln, deren Lehrplan sich grundlegend von dem der vorherigen Schule unterscheidet.

Außerdem bemängelte er unter anderem, dass die deutschen Schüler zu wenig individuelle Förderung erhalten und die Ausbildung der Lehrer zu sehr auf Wissen und zu wenig auf ihre pädagogische Tätigkeit ausgerichtet ist.

Bezüglich der Empfehlungen, die gegeben werden, denke ich, dass es durchaus Sinn macht, die Grundschulzeit zu verlängern. Dabei würde ich Monas Vorschlag mit der Verlängerung um zwei Jahre vollkommen zustimmen, denn so werden falschen Schulempfehlungen durch die Lehrer vorgebeugt. Diese haben die Möglichkeit, die Schüler noch besser einschätzen zu lernen. Hinzu kommt die verfestigte Persönlichkeit eines jeden Schülers, der mit 12 oder 13 Jahren auch schon wesentlich reifer ist und verantwortungsbewusster handeln kann.

Auch den kostenlosen Besuch von Kindergärten halte ich für unbedingt notwendig, um besonders Migrantenkindern die Chance zu geben, vor Schuleintritt auf einem sprachlich ähnlichen Niveau wie die deutschen Kinder zu liegen. Aber nicht nur sprachlich erhalten sie die Möglichkeit sich anzupassen, auch kulturell werden ihnen die Unterschiede der aufeinander treffenden Kulturen deutlich, sodass sie von klein auf die Werte und Normen der deutschen Kultur verstehen lernen und auf dieser Grundlage ihre sozialen Kompetenzen ausbilden können. Somit würde es ihnen wesentlich leichter fallen, in der Schule mit ihren deutschen Mitschülern mitzuhalten, sodass auf Dauer sicherlich ihr Anteil an Gymnasien und Realschulen wächst. Die Frage ist nur, ob die deutsche Regierung die Mittel aufbringen kann und will, um den kostenlosen Kindergartenbesuch zu ermöglichen.

Marthe Korbach