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Schule2008 / Heterogenität

Clara Wallbaum wertet verschiedene Stellungnahmen zum Thema "Heterogenität im deutschen Schulsystem aus


Heterogenität

Generelle Definition: Heterogenität (auch: Inhomogenität) als Gegenteil zu Homogenität bezeichnet die Uneinheitlichkeit der Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale

  • In der Pädagogik wird dieser Begriff im Hinblick auf die Schüler einer Lerngruppe verwendet

 beschreibt ihre Unterschiedlichkeit hinsichtlich verschiedener lernrelevanter Merkmale

  • Diskutiert wird vor allem die Heterogenität hinsichtlich der schulischen Leistungen oder der Begabungen, hinsichtlich des Alters, des Geschlechts sowie die kulturelle Heterogenität in einer Lerngruppe

Vier Merkmale in denen sich Heterogenität manifestieren kann:

  1. Wissensbasis: Schüler verfügen in verschiedenen Wissensbereichen über unterschiedliche Kenntnisse, so dass für den Einzelnen die jeweils zu lernende Informationsmenge unterschiedlich ist
  2. Intelligenz: Schüler unterscheiden sich darin, wie schnell sie Informationen aufnehmen, wie viele Informationen sie speichern und wie effizient sie Informationen in ihr Langzeitgedächtnis integrieren können
  3. Motivation: Schüler unterscheiden sich in ihrer Lernlust, ihren Ängsten und in ihren Motivationen

 Auswirkungen auf den Umfang der Lerntätigkeiten und auf die Fähigkeit, effektiv Informationen zu verarbeiten

  1. Meta-Kognition: Für das Lernen sind Unterschiede in den Strategien und Verfahrensweisen der Problembearbeitung, der Problemlösung sowie der Fähigkeit, die eigene Problemlösung kritisch zu beurteilen, bedeutsam

Das deutsche Schulsystem:

 vermeidet heterogene Lerngruppen

Vorbeugung von Über- und Unterforderung

Maßnahmen:

  • Das dreigliedrige Schulsystem (nach der Grundschule)
  • Alterstrennung
  • Das Wiederholen und Überspringen von Klassen
  • Durchlässigkeit nach oben und unten innerhalb des Schulsystems

Kritik:

  • Erreichbarkeit von Homogenität ist zu bezweifeln
  • Schulempfehlungen nach der Grundschule sind unzuverlässig
  • Frühe Aufgliederung führt zu ungleichen Bildungschancen

Vorteile von heterogenen Lerngruppen:

  • sie bieten besondere Gelegenheiten zum sozialen Lernen
  • Schüler können einander helfen und unterstützen
  • Schüler können voneinander lernen (Stärken und Schwächen gleichen sich aus)

Kommentare und Meinungen zur Heterogenität (Film: Treibhäuser der Zukunft)

Umgang der Montessori-Gesamtschule Potsdam mit der Heterogenität (Interview Ulrike Kegler):

  • Heterogenität ist ein Fakt
  • Schülergruppen können nicht homogen sein  auch Gruppe mit einem gleichen Leistungsniveau besteht aus unglaublich vielen Persönlichkeiten
  • Heterogenität ist nichts besonderes

 das Gegebene in jeder Gruppe

  • Gehandicapte Kinder und Jugendlichen innerhalb von Lerngruppen bringen die natürliche Notwendigkeit zu sehen, dass jeder Mensch anders ist und unterschiedlicher Bedürfnisse hat

 das verändert die Persönlichkeit

  • Durch Heterogenität sieht man größere Spannweiten  man ist dem Leben näher

Alfred Hinz: Umgang mit Heterogenität

Jedes Kind ist einmalig

  • Die Einmaligkeit jedes Kindes macht es unmöglich, sie in der Schule mit einem Einheitsbrei zu übergießen
  • Kinder wollen lernen
  • Kinder sollten so genommen werden wie sie sind (mit Stärken und Schwächen)
  • Kinder sollen in ihrer Würde ernst genommen werden
  • Focus wird auf die Stärken gelegt

Einheit und Heterogenität:

  • Lösung für den Umgang mit Heterogenität im Unterricht  Einheitsschule
  • Individualisierung findet statt
  • Unterschiedliche Intelligenzen und Anlagen sind ein Reichtum
  • Umgang mit Heterogenität ist das Problem von deutschen Schulen

 alle müssten im Interesse der Würde des Kindes einheitlich behandelt werden

Dann wären sie gleich wertvoll (die schwach Begabten und die stark Begabten)



Clara Wallbaum