Projektbeschreibung: Im Grundkurs Pädagogik der Jahrgangsstufe 13 (2006/2007) geht es um Organisationsprinzipien des Systems Schule, um Schulentwicklung sowie um Reform- bzw. Alternativschulen.
Paedagogik GkPaedagogik07 eic
Wichtige Bitte:
Die Zusammenfassungen der einzelnen Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Themengebieten sollten möglichst bald hier auf die Plattform gestellt werden - jedenfalls so rechtzeitig, dass es bei Bedarf die Möglichkeit gibt, in den Osterferien darauf zurückzugreifen.
Die Zusammenfassungen sollten auf die Seite "Fragen und Antworten für Abiturientinnen" gestellt werden.
1. Zum Erinnern und Wiederholen
Anlage-Umwelt-Problematik
- Aktuelle Bezüge zur Gentechnologie und pränatalen Diagnostik
- Zwillingsforschung
- Eziehungsexperimente, u.a. Schach-Familie Polgar
- Wissenschaftliche Grundpositionen: Biowissenschaftliche, behavioristische, philosophisch-pädagogische, pädagogisch-anthropologische Positionen
- Erkenntnisse der Neurowissenschaften und konstruktivistischer Ansatz
- Konsequenzen für schulische Methodik
Phasenmodelle kindlicher Entwicklung und Sozialisation(vgl. diverse Ausarbeitungen)
- Sprachentwicklungsphasen
- Sprachentwicklungsstörungen
- Spracherziehung in Familie und Kindergarten
- Entwicklungsstörungen: Der Fall Laura
- Das Modell der Psychoanalyse und therapeutische Konsequenzen
- Entwicklungsmodell von Erikson
- Probleme des Seniorenalters
- Phasentheorie der kognitiven Entwicklung nach Piaget
- Anwendungsmöglichkeiten der Entwicklungstheorien (Online-Familienhandbuch)
- Theorie der moralischen Entwicklung nach Kohlberg
- Kritik von Phasenmodellen der Entwicklung
Symbolischer Interaktionismus
- Sozialisationstheorie T.Parsons (=> Jennifer)
- Sozialisation und Rollenlernen nach Krappmann (=> Anna Lena)
- Daseinskompetenz als Bildungsziel (Krappmann)
- Rollenhandeln in der Schule (=> Jacqueline)
- Strukturfunktionalistische vs. interaktionistische Rollentheorie (=> Christian)
- Symbolischer Interaktionismus und Veränderung der Gesellschaft (=> Marina)
Schulreformen und Reformschulen
- "Treibhäuser der Zukunft" - Reformbeispiele
- Schulprogrammentwicklung: Ziele und Verfahren
- Schulprogrammarbeit am HVG
- Verfahren schulinterner und -externer Evaluation
- Montessori-Pädagogik
- Waldorfschulen
- Kritik an Waldorfschulen und -ausbildung
- Laborschule Bielefeld
- Jenaplan-Schulen
- Schulen in Finnland
Geschichte der Kindheit
- Aries: Mittelalter - Aufklärung
- De Mause vs. Ellen Key: 20. Jhdt.
- N. Postman: Leben in Medienwelten
Entwicklung und Sozialisation im Jugendalter
- Psychosoziale Probleme im Jugendalter: Erklärungsmodelle, Prävention und Therapiemöglichkeiten
Interessanter Beitrag zu Kindheit im Mittelalter und Aries:
http://www.uni-weimar.de/architektur/e+gel1/projekte/kosovo/Seminare/Greifzu/geschich.html Punkt 3
2. 5 Jahre PISA - Was hat sich getan?
Eine Zusammenstellung von Artikeln aus: DIE ZEIT
6. Schulreformen und Reformschulen
6.1 Inhalt
- Startseite
- Aufgabenstellungen und Organisation
- Linktipps
- Schulprogrammentwicklung
- HVG-Schulprogrammentwicklung
Linktipp
Interessante Hinweise zur Schulentwicklung und vor allem zur Selbstevaluation bietet das Projekt "Demokratie lehren und lernen"
Da in den Vorschlägen zur Weiterentwicklung des Schulprogramms immer wieder der Aufbau von Auslandskontakten genannt wurde, bitte ich euch, folgende Angebote einmal zu überprüfen. Vielleicht könnten wir die Hinweise für die Schulprogrammentwicklungsgruppe damit konkretisieren.
Dokumentarfilm "Treibhäuser der Zukunft" mit dem Untertitel
8. "Wie Schulen gelingen".
Es werden Schulen vorgestellt, die eigenständige reformpädagogische Konzepte in die Praxis umgesetzt haben.
Die Gemeinsamkeit dieser Schulen besteht darin, dass sie die Individualität der Schüler und Schülerinnen als Chance sehen, die Vielfalt in der täglichen gemeinsamen Arbeit nutzen und damit erstaunlich erfolgreich sind.
9. Aufgaben:
Einzelne reformpädagogische Schwerpunkte oder Gesamtkonzepte sollen genauer betrachtet werden, Reformpädagogen können vorgestellt und Reformschulen sollen kritisch hinterfragt werden. Die Erfahrungen in anderen Ländern sollten einbezogen werden.
Jessica Eickmann, Carolin Münnighoff
2004: Pädagogik-Kurs besucht die Laborschule
Pia Hartmann, Elena Reuschel
Jacqueline Becker
Lena I. Thielecke, Lena Dachrodt
Sabrina Beyer
Jennifer/Marina
Schulen in Finnland, Päd.-Kurs 2005
Christian/ Anna-Lena
16. Jenaplan-Schulen
18. Arbeitsschwerpunkte:
| Name | Thema |
| Christine, Sabrina, Julia | Montessori-Pädagogik |
| Lena, D., Lena Th. | Elsa-Brandström-Gymnasium |
| Tanja, Christine | Waldorfschule: Theorie u. Lehrererfahrung |
| Jacqueline | Waldorfschule: Unterricht u. Schüler |
| Elena, Pia | Max-Brauer-Schule |
| Jessica, Carolin | Laborschule |
| Anna-Lena, Christian | Jenaplan-Schulen |
| Marina, Jennifer | Schulsystem in Finnland |
Zeitplanung:
Präsentationen ab 15.09.2006
Kriterien zur Bewertung der Klausur Nr. 2
| Kriterien | Punkte |
| Zusammenfassend knappe Kernaussagen | je 2, nur Inhalte: je 1 Pkt. |
| Fachliche Erläuterung der Ursachen u. Hintergründe | je 1 Pkt. |
| Darstellung der Schulkonzepte | - |
| HVG | 5 |
| Montessorischule | 5 |
| Waldorfschule | 5 |
| Folgerichtige Beschlussempfehlung | 5 Pkte. |
| Darstellungsleistung | - |
| Sprachliche Richtigkeit | 3 |
| Ausdrucksstärke/Verständlichkeit des Vortrags | 3 |
| Fachsprache | 1 |
| Logik/Plausibilität der Argumentation | 3 |
19. Recherchemöglichkeiten:
Unbedingt zu empfehlen:
Sehr viel Material über Theorie und Praxis von Reformschulen.
Von den Regelschulen und ihren Zielsetzungen
Was ist eine „gute“ Schule?
Der Engländer Michael Rutter und seine Mitarbeiter beschäftigten sich 1970-1974 mit zwölf Sekundarschulen aus dem Großraum London. Das Team hat untersucht, wie die unterschiedlichen Erfolge der Absolvent/- innen dieser Schulen zu Stande gekommen sein könnten. Dabei bildete er Indikatoren für sein theoretisches Konstrukt „gute/ schlechte“ Schule. Er beschäftigte sich mit der Zufriedenheit der Lehrer/innen und der Schüler/innen, mit dem Lernerfolg, dem Sozialverhalten, mit dem Umfang der Disziplinstörungen und mit der Verbreitung des Schwänzens unter den Schüler/innen.
Rutter schaut sich den Betrieb der Schulen von innen an, fragt nach Daten zum Schulklima und nach Daten wie Störungshäufigkeit und Schwänzen. Zusätzlich vergleicht er die unterschiedlichen Lernerfolge der Schüler/ innen der zwölf Schulen.
Hauptergebnis
Obwohl es sich bei den zwölf Schulen um dieselbe Schulform mit identischem Bildungsauftrag, identischen Rechtsvorschriften und Richtlinien und vergleichbaren sozialen Einzugsbereichen handelte sind die Leistungsbilanzen der Schulen sehr unterschiedlich.
Ursachenanalyse
Eine große Rolle für die Erklärung des Erfolgs spielten der Umfang, in dem Schüler/innen Teilverantwortung im Schulbetrieb übertragen wurde. Die Lernerfolge an den Schulen, bei denen die Kommunikation im Lehrerzimmer klappte, war größer und die Zufriedenheit der Schüler/ -innen war höher. Der Umfang der Disziplinstörungen stieg deutlich bei den Schulen an, bei denen die Lehrer/- innen während des Unterrichts viel mit Organisationskram verbrachten.
Nur eine geringe Rolle spielten die Zahl der Schüler/- innen, die bauliche Qualität und räumliche Ausstattung der Schulen, der Anteil an lernschwachen und verhaltensauffälligen Schülerinnen und das soziale Umfeld der Schule.
Vernetzung der einzelnen Variabeln für „gute“ Schulen
In dem nächsten Schritt der Forschungen in den Jahren 1970-1974 haben sich Rutter und seine Mitarbeiter gefragt, ob es einzelne Variabeln gebe, die für „gute Schulen“ besonders aussagekräftig sind oder nicht. Dabei stellte das englische Forschungsteam überraschende Ergebnisse fest.
Der Kumulationseffekt (= Anhäufungseffekt) ist für eine gute Schule entscheidend. Schulen, in denen viele Variabeln im oberen Bereich lagen, schnitten bei den Untersuchungen gut ab. Ein weiteres Ergebnis der Studie besagt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen den Erfolgen einer Schule und ihrem Ethos ein kausaler Zusammenhang besteht.
Alles in allem kann man sagen, dass die Kommunikation in einer Schule sehr wichtig ist. Das Kollegium muss gemeinsam um einen hohen Standard bemüht sein und Interesse an der Weiterentwicklung der Schule haben. Wenn Lehrer und Lehrerinnen um ein gutes Schulklima bemüht sind, zahlt sich das auf jeden Fall aus. Viele Einzelvariabeln einer Schule müssen sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.
Elena Reuschel
Bearbeitung der Aufgaben:
23. 1) Ergebnisse der Rutter-Studie
Der Engländer Michael Rutter fühtre in 12 Londoner Schulen eine Evaluation durch. Seine Studie hat die Bezeichnung "15.000 Stunden. Schulen und ihre Wirkung auf die Kinder."
A) Der Maßstab der Indikatoren für gute bzw. schlechte Schulen muss präzise sein (um Aussagekraft zu besitzen), aber auch offen genug (um Bandbreite der Leistungsbilanzen erfassen zu können):
- Zufriedenheit der Schüler und Lehrer mit der Schule
- Lernerfolg der Schüler ("Effektvariable")
- Sozialverhalten der Schüler
- Disziplinstörungen im Unterricht
- Schwänzen der Schüler
Dass Rutter eine Schule genauer betrachtet und nach weichen, aber auch harten Daten fragt, nennt er "Prozessvariablen".
B) Hauptergebnisse:
Völlig unterschiedliche Leiszungsbilanzen der 12 Schulen, trotz identischer Vorschriften und Richtlinien, die außerdem für weitere 4 Jahre ungefähr gleich blieben.
C) Ursachenanalyse (für den unterschiedlichen Ausfall):
Rümliche Ausstattung, soziales Umfeld der Schule und die Anzahl der Lernschwachen waren nicht von Bedeutung. Wohl aber die Übergabe von Teilverantwortung an die Schüler/innen im Schulbetrieb.
D) Vernetzung einzelner Variablen für eine gute Schule:
- es kommt auf den Kumulationseffekt (=Anhäufungseffekt) bei Variablen an
- pädagogisches Ethos einer Schule (=Grundstruktur von Einstellungen und Verhaltensmustern)
- kausaler Zusammenhang zwischen Erfolg einer Schule und ihrem Ethos
2) Zielsetzungen der Schulprogrammarbeit
Ein Schulprogramm dient zur Schulentwicklung und damit zur Entwicklung und Sicherung qualitativer Arbeit der Schule
z.B.:
- zielorientiert arbeiten
- Gesamtentwicklung der Schule systematischer und effektiver gestalten
- Richtlinien und Lehrpläne konkretisieren
- Unterrichtsarbeit koordinieren
- Selbstbewusstsein und Engangement der Arbeiter in der Schule fördern
- Identifikation und Verbindlichkeit mit der Schule herstellen
- Kommunikation und gemeinsame Arbeitskultur entwickeln
- angemessene Außendarstellungen
- regelmäßig eigene Arbeit überprüfen
24. 3) Typische Elemente eines Schulprogramms
- Bericht über bisherige Entwicklungsarbeit
- Leitbild der Schule; pädagogische Grundorientierung
- Schulinterne Konzepte und Vereinbarungen für Lernfelder (z.B. Vergleichsarbeiten)
- Schulinterne Arbeitsstrukturen (z.B. Konferenzen)
- Mittelfristige Ziele für Entwicklungsarbeit
- Arbeitsplan für Schuljahr X
- Fortbildungsplanung
- Planungen oder Verbesserungen zur Evaluation
4) Definition "Evaluation":
Evaluation (Evaluierung) bedeutet allgemein die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Prozessen und Organisationseinheiten, insbesondere im Bildungsbereich, in den Bereichen Gesundheit und Entwicklungshilfe, der Verwaltung oder der Wirtschaft.
Evaluation kann sich sowohl auf den Kontext (Voraussetzungen, Rahmenbedingungen), die Struktur, den Prozess als auch das Ergebnis (Produkt) beziehen.
Anders als Grundlagenforschung orientiert sich Evaluation an den konkreten Fragen von Entscheidungsträgern, z. B. in der Bildungspolitik und -verwaltung, aber auch von Lehrerinnen, Schülerinnen und Eltern. Damit ist sie auf ein breiteres Spektrum an Methoden angewiesen, um zeitgerecht hilfreiche Information bereit zu stellen.
Das ursprünglich aus dem Französischen stammende Wort Evaluation (Wortstamm lat.: "valuere"= bewerten) wurde in den USA seit den 30er-Jahren gebräuchlich (in der Eight-Years-Study von R. W. Tyler u.a.). Tylers verhaltensorientiertes Konzept wurde nach dem Sputnikschock 1957 in der danach einsetzenden Bildungsreform kritisiert und verändert.
In Deutschland wurde das englische Wort Evaluation Ende der 60er-Jahre aus dieser amerikanischen Tradition übernommen (vgl. Wulf 1972). Die Wortbedeutung "Bewertung" wurde dabei zunächst verengt auf die Bewertung insbesondere der Arbeit von Bildungsinstitutionen (die Curriculum -Entwicklung seit den 30er-Jahren). Inzwischen wird auch in anderen sozialen Handlungsbereichen "evaluiert".
Marina Naase
25. Stichworte zur Schulprogrammentwicklung
- Ziele, Grundsätze, Verfahren
- Schulprofil
- Pädagogisches Ethos
- Einbeziehung aller Gruppen, insbes. auch der Schüler
- Verbindlichkeit durch Beschluss der Schulkonferenz
- Kontinuierlicher Prozess
- Bedeutung interner Evaluation
- Bedeutung von interner und externer Evaluation
- Methoden und Verfahren (Beispiel: Literaturkurse und Theateraufführungen)
- Verfahren externer Evaluation
- Zentrale Prüfungen
- Schulinspektion
In welcher Richtung, mit welchen Schwerpunkten und auf welche Weise müsste unser Schulprogramm weiterentwickelt werden?
Linktipp zur Notengebung: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/notengebung-hokey/