Theorie Piagets und pädagogische Konsequenzen
Das Modell besteht aus drei Grundfaktoren, der Erfahrung mit der Umwelt, der Adaptation (Anpassung) und der kognitiven Struktur. Durch den kognitiven Konflikt kommt es bei den Erfahrungen mit der Umwelt zu einer Äquilibration. Das bedeutet die Erfahrungen werden zunehmend komplexer.
Die kognitiven Struktur wird aus drei verschiedenen Schemata gebildet. Das Erste ist das sensorische Schema, das z.B. aus Greifen und Sehen besteht. Das zweite ist das begriffliche Schema, z.B. der Begriff "Blumen", und das Dritte ist das operatorische Schema, wo der Begriff einer Ordnung zugeordnet wird.
Ein Beispiel, ein Kind sieht eine Blume, es greift danach, erkennt es als Blume und ordnet es dem Oberbegriff Pflanzen zu. Es verknüpft die Blume mit seinen Erinnerungen und Erfahrungen.
Die kognitiven Struktur ist die Voraussetzung für die Adaptation.
Diese setzt sich aus zwei verschiedenen Funktionen zusammen, welche komplementär aufeinander wirken. Zum einen die Akkomodation, welche die Veränderung der individuellen Strukturen beschreibt, und die Assimilation, bei der es darum geht, sich die Umwelt vollständig anzueignen.
Die Adaptation führt wiederum zur kognitiven Struktur, wodurch der Kreislauf immer weiter vonstatten geht.
Jean Piaget, Entwicklungspsychologe, erforschte Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung und der Anpassung bei der Entwicklung eines Kindes.
Als Wahrnehmung wird die Assimilation bezeichnet. Das bedeutet, dass ein kleines Kind zum Beispiel ein Tier sieht, zu welchem die Mutter „Wauwau“ sagt. Wenn dieses Kind nun das nächste Mal wieder dieses Tier sieht, erkennt es dieses dann als Hund. Es hat sich ein Schema gebildet, das alle typischen Merkmale eines Hundes einschließt.
Als Anpassung wird die Akkomodation bezeichnet. Das bedeutet, dass ein Kind neue Wahrnehmungsschemata entwickelt. Dies geschieht, wenn ein Individuum von einem Kind zum Beispiel ebenfalls als „Wauwau“ bezeichnet wird, obwohl es sich um eine Kuh handelt. Die Mutter berichtigt das Kind und nennt das Tier „Muhmuh“. Das Kind hat nun ein neues Schema entwickelt und kann das nächste Mal zwischen Hund und Kuh differenzieren.
Das Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkomodation wird dann als Äquilibration bezeichnet. Für die Entwicklung eines Menschen sind beide Prozesse wichtig, denn würde ein Mensch ausschließlich assimilieren, würde er über sehr wenige, dafür aber sehr große Schemata verfügen und hätte erhebliche Schwierigkeiten, zwischen ähnlichen Objekten Unterscheidungen zu treffen. Würde der Mensch nur akkommodieren, wäre er nicht in der Lage, auf Gemeinsamkeiten von Objekten zu reagieren.
Abdu, Patrik, Pauline, Michelle, Lareen
Jean Piaget
Jean Piaget (1896-1980) war ein Schweizer Entwicklungspsychologe. Er entwickelte die genetische Epistemologie(Wissenschaftstheorie bzw. Erkenntnistheorie).
Er ging an die Universität von Neuchâtel in Zoologie und studierte später Kinderpsychologie und Pädagogik an der Universität Zürich. Ein Jahr während seiner Zürcher Studienzeit befasste er sich an der Sorbonne im Labor Alfred Binets mit Fragen zur Entwicklung der Intelligenz.
Jean Piagets Épistémologie setzt sich von dem zu Anfang des 20. Jahrhunderts dominierenden klassischen Behaviorismus ab. Piaget kritisiert in seinen Büchern oft das im Zentrum des klassischen Behaviorismus stehende einfache Reiz-Reaktionsschema und die Konzeption des Lernens als Konditionierung und des Verhaltens. Beide Konzepte gehören noch heute zu dem Grundvokabular von Lern- und Kognitionspsychologen.
Eine umfassende Theorie der Entwicklung des Denkens und der Intelligenz wurde von Jean Piaget (1937) entworfen und später aufgrund zahlreicher Forschungen von ihm selber und seinen Mitarbeitern weiterentwickelt. Nach Piaget löst sich das Denken von Geburt an zunehmend von der sinnlichen Wahrnehmung und schreitet zu immer differenzierteren Lösungsformen auf begrifflicher Grundlage fort. Er kommt zu dem allgemeinen Ergebnis, dass die von ihm bei den Kindern analysierten logischen Strukturen konstruiert, d.h., vom Kind selber entwickelt werden und zu ihrer Ausformung einige Jahre brauchen.
Unter kognitiver Entwicklung versteht man die Entwicklung all jener Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen der Gegenstände und Personen der Umgebung und der eigenen Person gelten. Zu diesen Funktionen gehören Intelligenz bzw. Denken, Wahrnehmung, Problemlösen, Gedächtnis, Sprache etc.
Linda,Daria,Katrin,Johanna