Grundkurs DEUTSCH, JgSt. 11, 2008
Thomas Ehlert
Ein Traum
Es war ein Tag wie immer nur das heute wegen einer Baustelle so gut wie kein Verkehr war. Es kamen auch keine Fußgänger über die Brücke, sie gingen alle über die Brücke ein paar hundert Meter weiter. Auch meine Geliebte kam heute nicht vorbei.
Doch durch dieses nichts tun muss ich wohl eingeschlafen sein.
Ich träumte von einem ähnlichen Tag als eine Baustelle auf der Brücke war. Doch meine Geliebte kam an diesem Tag vorbei, sie war spät dran und rannt über die Brücke und verlor dabei ihr Adressbuch. Es fiel aus ihrer Tasche als sie beim rennen ihr Handy wieder weg steckte wollte. Ich ging hin und nahm das Adressbuch an mich und überlegte ob ich es ihr bringen sollte.
Als ich dann in meiner Mittagspause mit den Typen, der die Autos zählt, redete und ihm die Geschichte erzählte, sachte er ich solle in die Eisdiele gehen und ihr das Adressbuch bringen. Er meinte das er die vier bis fünf Fußgänger aufschreiben würde.
Also ging ich nach der Pause los. Ich wusste das ich mich nicht beeilen braucht da sie noch Mittagspause haben müsst. Das wusste ich da sie an manchen Tagen zurückging und sich mal einen Döner holte oder mit einer Freunden dort lang ging.
Als ich dann an der Eisdiele ankam sah ich sie, wie sie grade die Bestellung eine Gastes entgegen nahm. Ich setzte mich hin und beobachtete sie noch ein wenig. Als ein Kellner auf mich zu kam und meine Bestellung entgegen nehmen wollte sagte ich das ich noch nicht wüsste was ich wollte. Also ging der Kellner wieder, ich wollte ja von meiner Geliebten bedient werden. Ein Minute später kam sie mit einen Teller Spagetti- Eis raus und brachte es dem Gast. Danach kam sie auf mich zu ich wusste erst nicht wie ich anfangen sollte und bestellte erst einmal einen Kaffee. Beim weggehen drehte sie sich noch einmal um und kam wieder auf mich zu und fragte mich ob wir uns schon mal gesehen hätte ihr würde meine Gesicht so bekannt vor kommen. Ich antwortete das ich an der Brücke arbeite und wir uns da vielleicht schon einmal gesehen haben. Nach eine kurzen Zeit kam sie wieder zu mir mit dem Kaffee und ich frage sie ob sie ihr Adressbuch vermisste. Sie war erstaunt woher ich das wusste, da sie es heute verloren hatte. Ich gab ihr das Buch und sie bedankte sich und fragt wie sie das wieder gut machen könne. Darauf fragte ich sie ob sie nicht einfach mal mit mir einen Kaffee trinken wolle oder Abends mal Essen gehen.
Doch bevor sie antworten konnte... wurde ich dem Traum gerissen, da das Telefon klingelte... es war mein Chef er hatte es schon dreimal probiert....
Anita Oster
Meine kleine Geliebte
4 Uhr - ab jetzt dürfen keine Pferdewagen mehr über die Brücke. 4 Stunden lang.
Das ist meine Chance. Ich werde in die Eisdiele zu meiner kleinen Geliebten gehen. Dann sehe ich sie von so nah wie noch nie.
Ich könnte mich zu ihr setzen, ein Eis mit ihr essen und mich mit ihr unterhalten.
Aber traue ich mich da auch? Würde ich mich einfach zu ihr setzen können und sie ansprechen können?
Was, wenn sie mich überhaupt nicht kennen lernen will. Oder wenn sie grade am Arbeiten ist und keine Zeit hat. Dann könnte ich mich gar nicht mit ihr unterhalten. Was mache ich dann?
Je näher ich der Eisdiele komme, umso mehr Fragen stelle ich mir, was sein könnte, wenn…
Es wäre schrecklich für mich, wenn sie sich nicht mit mir unterhalten will.
Jetzt bin ich vor der Eisdiele angekommen und stehe hier. Soll ich wirklich da reingehen?
Mein Herz fängt wie wild an zu rasen.
Da ist sie. Ich kann sie sogar sehen, wenn ich durch das Fenster in die Eisdiele gucke.
Sie sitzt alleine an einem Tisch und bestellt gerade ein Eis.
Wie bezaubernd sie aussieht. Ihr Lächeln und ihre Augen. Dieses Glänzen in ihren Augen. Einfach unbeschreiblich.
Ich mache die Tür auf und gehe hinein. Sie sieht, dass die Tür aufgeht und schaut neugierig zu mir rüber. Wieder fängt mein Herz an zu pochen. Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Schnell schaut sie wieder weg und isst ihr Eis weiter.
Nun stehe ich hier, schaue sie die ganze Zeit an, bis ich bemerke, dass neben ihrem Tisch noch ein Tisch frei ist.
Langsam gehe ich zu dem Tisch und setzte mich.
Ich nehme die Karte, die auf dem Tisch liegt und schlage sie auf, um mir einen Eisbecher auszusuchen.
Aber ich schaffe es einfach nicht, meinen Blick von ihr zu lenken. Sie ist einfach unbeschreiblich schön. Da kann ich nicht weggucken. So was Schönes habe ich noch nie zuvor gesehen.
„Guten Tag. Was darf es denn sein?“
Ich habe den Kellner gar nicht bemerkt. Ich war in meinen Gedanken nicht an meinem eigenen Tisch, sondern einen Tisch weiter. Ich habe es auch noch gar nicht geschafft, mir ein Eis auszusuchen.
Ich sage jetzt einfach das, was mir als erstes einfällt.
„Einen Erdbeerbecher bitte.“
Ich schaue wieder zu meiner kleinen Geliebten und bemerke, dass sie den gleichen Becher hat wie ich. Wir scheinen wohl den gleichen Geschmack zu haben.
Sie schaut mich an.
Schon wieder stelle ich mir die Frage, was ich jetzt tun soll. Ich lächle sie an, aber sie schaut einfach nur weg und isst weiter.
Ich mache mir da aber nichts draus. Wenn sie gleich nochmal zu mir rüber guckt, lächel ich sie wieder an.
Nichts.
Keine Reaktion. Kein Lächeln von ihr. Nicht mal Ansatzweise. Sie dreht sicvh weg und ruft den Kellner, als er mir mein Eis bringt.
"Ich würde gerne bezahlen"
Was für eine bezaubernde Stimme.
Oh nein...sie steht auf und begibt sich in Richtung Ausgang und geht.
Ich habe sie garnicht angesprochen. Aber sie hat mich auch nicht mehr beachtet. Nur ein mal, als ich die Eisdile betreten habe.
Was habe ich falsch gemacht? Hätte ich sie nicht so lange und oft anstarren sollen? Oder hätte ich mich von Anfang an zu ihr setzen sollen?
Ich hätte die fünf Minuten nicht draußen vor der Tür verbringen sollen. Ich hätte sofort hier rein gehen müssen. Dann hätte ich fünf Minuten länger Zeit gehabt.
Ich schaue aus dem Fenster. Ihr Haare bewegen sich mit dem Wind. Und da ist es wieder...dieses zauberhafte lächeln. Sie schaut so glücklich aus. Wen lächelt sie denn so an?
Warum hat sie mich nicht auch so angelächelt?
Hat sie etwa eine Verabredung?
Auf einmal geht ein hübscher junger Mann zu ihr und gibt ihr einen Kuss.
Das kann nicht sein. Meine kleine Geliebte hat einen Freundd und sie scheinen sehr glücklich zu sein.
Aber ich liebe sie doch so. Es macht mich traurig sie mit einem anderen zu sehen, aber gleichzeitig auch glücklich, da sie so fröhlich ist.
Anita, ein in Sprache und Inhalt gut zum Original passender Traum-Text. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.
RE
Lucia Krause
An der Brücke
Ich habe jetzt 4 Stunden Zeit. Kein einziger Pferdewagen überquert jetzt mehr die Brücke. Endlich genug Zeit für mein Vorhaben. Gehe ich jetzt in die Eisdiele? Ja, aber nicht wegen einem Eis… Umso näher ich der Eisdiele komme, desto schneller pocht mein Herz. Wenn sie da jetzt wirklich drin ist, was mache ich dann? Spreche ich sie an? Bis jetzt wäre ich, glaube ich, nicht in der Lage dazu.
Ich öffne die schwere Tür und löse damit das laute Klingeln aus, womit ich alle Blicke auf mich ziehe. Doch ein Blick sticht besonders. Ich schaue mich um und sehe sie, meine kleine Geliebte. Sie sitzt alleine an einem Vierertisch und hat einen großen Milchshake vor sich.
Warum, warum stehe ich jetzt hier wie ein kleiner Feigling in der Tür und weiß nicht, was ich machen soll…
Erst jetzt bemerke ich die Rufe vom Kellner, der mich nach meinen Wünschen fragt. Ich bestelle auch einen Milchshake, obwohl ich nicht weiß, warum. Vielleicht, um eine Gemeinsamkeit mit meiner kleinen Geliebten zu haben. Doch sie beachtet mich nicht, habe nicht einen einzigen Blick mehr von ihr gespürt.
Ich setze mich einen Tisch weiter weg von ihr, um sie genau im Blickfeld zu haben.
Nun bin ich schon eine halbe Stunde hier, mein Milchshake ist noch halb voll und ich bin verzweifelt…
Der Kellner kommt zum Tisch meiner kleinen Geliebten und legt ihr die Rechnung auf den Tisch.
Das ist meine Chance, sage ich mir, die Gelegenheit! Ich springe auf und gehe zügig zu ihrem Tisch rüber. „Nein, lassen Sie nur. Ich bezahle“, sage ich ein wenig hektisch. Meine Geliebte schaut mich an und sagt nur noch: „Nein danke, das bisschen Geld, was du an der Brücke verdienst, solltest du lieber sparen!“ Wow, so temperamentvoll hatte ich sie gar nicht eingeschätzt. Ich bin ein wenig überrascht, weiß allerdings auch nichts mit dieser Situation anzufangen.
Meine kleine Geliebte bezahlt und begibt sich Richtung Ausgang. Erst jetzt merke ich, dass ich alles falsch gemacht habe. Ich hätte sie nicht so überrumpeln dürfen. Wenn ich jetzt nichts tue, kann ich sie für immer vergessen…
Aber Moment, was hat sie zu mir gesagt? Genau. Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob ich das positiv oder negativ bewerten soll, immerhin hat sie mich an der Brücke ja wahrgenommen. All die andern Menschen kommen tagtäglich an mir vorbei und haben mich noch nicht einmal bemerkt.
Nun ja, ich habe jetzt noch mehr als drei Stunden, deshalb beschließe ich, ihr hinterher zu laufen. Ich drücke dem Kellner das Geld in die Hand und laufe zur Tür. Draußen auf der Straße sehe ich sie gerade um die nächste Hausecke verschwinden. Ich renne zur Hausecke… Da vorne geht sie… Ein Rosenverkäufer, der kommt jetzt wie gerufen. Schon habe ich eine rote Rose in der Hand und nähere mich meiner kleinen Geliebten immer schneller. Ich bin nicht nervös. Ich ziehe das jetzt durch. Und schon habe ich sie überholt, halte ihr die rote Rose hin und sage: „Entschuldigen Sie bitte, wegen vorhin. Aber hübschen Frauen wie Ihnen tue ich sehr gerne mal einen Gefallen.“ Sie nimmt mir die Rose aus der Hand und sagt: „Danke. Macht nichts, aber ich brauche keine Verehrer, ich bekomme von meinem Lebensgefährten Liebe genug.“
Oh nein, das war das, was ich niemals hören wollte… und dann wieder in einem zickigen Ton, der mir jetzt langsam überhaupt nicht mehr passt. Mein Herz schmerzt. MEINE kleine Geliebte…das hätte ich niemals für möglich gehalten, dass mir das passiert.
Ich merke, ich habe keine Chance… Ich wende mich von ihr ab und gehe wieder in Richtung Eisdiele. Mein Milchshake steht noch auf dem Tisch und ich setze mich mit Tränen in den Augen hin und schlürfe an dem Milchshake herum. Ich lasse alles Revue passieren, die schönen Gefühle, wenn sie mich angesehen hat, ihr fabelhaftes Gesicht, ihre Augen… Aber eines wird mir jetzt klar, man sollte nicht immer nur nach dem Aussehen gehen, der Charakter zählt auch eine Menge.
Ich werde wohl weiterhin Pferdewagen zählen müssen, aber halte ich das aus? Ohne täglichen Höhepunkt der mich bisher angetrieben hat.
Ich werde eingehen in dieser leblosen Zukunft, die mir bevorsteht...
Lucia, gerade am Ende mit dem Gedanken an den Zähljob hätte noch einmal das Nervtötende, Leblose dieses Jobs angesprochen werden müssen. Er kehrt ja schließlich zurück in diese tote Welt.
Ansonsten jedoch in Sprache und Stil dem Original gut angepasst.
RE
Jana Gerdt
Was für ein Chaos
Ich sitze und zähle Pferdewagen, mein neuer Arbeitsplatz. Nur alle fünf Stunden fährt hier mal ein Pferdewagen vorbei, was für ein Lenz.
Plötzlich fällt mir auf , dass ich von hier aus meine Geliebte gar nicht über die Brücke schweben sehen kann. Doch als ich den Kopf zur Seite drehe, sehe ich meine wunderschöne Geliebte aus einem der Pferdewagen aussteigen, sie klopft einem weißen Pferd zum Abschied auf den Hals und geht dann in Richtung Brücke, wo ich sonst saß und sie beobachten konnte.
Ich kann ihr noch einige Sekunden hinterher schauen, bis sie hinter ein paar Büschen verschwindet. Im selben Augenblick, als meine Geliebte hinter den Büschen verschwindet, fängt es lauthals an zu blitzen und gewittern, dann auch noch wie aus Strömen zu regnen. Mein Chef kommt vorbei um mir zu sagen, dass ich den Rest des Tages nach Hause gehen kann, da bei diesem Wetter keine Pferdewagen mehr vorbei fahren werden. Ich beschließe, mit dem Rad ins Café zu fahren, wo Sie arbeitet. Ich bestelle dort ein Stück Kuchen und halte Ausschau. Da steht sie unerwartet fast neben mir, am anderen Tisch.
Sie hat einen Babybauch! Warum ist mir das nicht schon früher an der Brücke heute Nachmittag aufgefallen?
Plötzlich stützt sie sich an meinem Tisch ab und schreit " mein Baby kommt, ich habe Wehen!" Eine andere Kellnerin kommt angerannt und hilft ihr auf einen Stuhl.
Im Café bricht Chaos aus. Ich lege ein paar Mark auf den Tisch und verlasse das Café,
... Ich schlage die Augen auf, es war alles nur ein Traum!
Jana, das Traumerlebnis wird deutlich herausgestellt. Natürlich kann ein Traum - so wie in diesem Fall - unerwartete, vielleicht unreale Erlebnisse wiedergeben. Allerdings fehlt das nachdenklich Grüblerische und Kritische des Originaltextes.
RE
Luise Thimme
An der Brücke
Ich schaue auf die Uhr. Es ist 12:53. Nun hab ich Zeit, öfter auf die Uhr zu schauen.
Darum mache ich es gleich noch einmal. 12:54. 12:55 und 18 Pferdekutschen. 12:56, 18 Pferdekutschen und sie war noch nicht da. 12:57 und ich höre das Ticken der Uhr. Es dröhnt in meinem Kopf. Mein Kopf will zerspringen. Mein Herz auch. Das tut noch mehr weh. Es pocht gegen die Rippen, als wolle es herausspringen.
Das Atmen fällt mir schwer. Ich zünde mir die dritte Zigarette innerhalb der letzten halben Stunde an. Der Qualm zieht mir in die Nase und in die Augen. Meine Augen tränen. Vom Qualm?
13:10. Wo ist sie? Wo bleibt sie?
Soll ich heute etwa vergeblich gewartet haben?
Menschen wie Ameisen laufen vor meinen Augen über die Brücke. Dort, eine Kutsche! Doch interessiert mich das? Ich mache einen weiteren Strich auf meiner Liste, er sieht aus wie ein Blitz, so wackelig ist er gezogen.
Ich verbiete mir, noch mal auf die Uhr zu schauen. Ich tu es trotzdem.
Ich verbiete mir, zu warten. Ich tu es trotzdem.
Ich verbiete mir zu hoffen. Ich tu es trotzdem.
Warum ist sie noch nicht gekommen?
Was wird sein, wenn sie nun nie wieder kommt?
Wie soll ich den Tag durchstehen, ohne sie?
Warum….
DA!
Eine Gestalt. Sie ist unauffällig, weder klein noch groß, weder dünn noch dick.
Trotzdem fällt sie mir sofort ins Auge. Alles verschwimmt vor meinen Augen, nur sie geht klar und deutlich über die Brücke. Sie hebt den Kopf, als wolle sie prüfen, ob es gleich anfängt zu regnen. Tut es das? Mir ist das egal. Für mich scheint die Sonne.
Sie senkt den Kopf wieder und… wie zufällig fällt ihr Blick auf mich. Bilde ich mir das ein?
Ich starre sie an. Ihr Blick haftet für eine kurze Ewigkeit an mir.
Mein Herz setzt aus. Ich muss mich losreißen.
Wie könnte ich sonst bei Verstand bleiben?
In diesem perfekten Augenblick fällt mein Blick wieder auf die Uhr. Warum eigentlich? Wahrscheinlich um mir diesen Zeitpunkt für immer einzuprägen-
Moment.
Es ist 7 Uhr. Wie das? Die Uhr fängt an zu klingeln.
Mühsam stehe ich auf.
Nur ein Traum. Leider. Zum Glück.
Luise, dein Text ist im Stil dem Original sehr gut angepasst. mit Metaphern, rhetorischen Wiederholungen und vielen Fragen im inneren Monolog.
Eugen Bergen
Das ist das Ende
Ich bin müde, aber ich kann nicht schlafen. Nur an sie kann ich denken und jetzt ihr Bild vor meinen Augen verschwinden zu lassen wäre Verschwendung. Dieses liebliche Bild kann ich nicht vergessen. Ich kann sie nicht vergessen.
. .
Pferdekutschen kommen nicht viele über die Brücke. Sie zu zählen ist ein Einfaches, maximal 25 pro Tag. Das ist nicht viel. Zwischen vier und acht kommen keine Pferdekutschen. Da kann ich sie beobachten, ohne zählen zu müssen.
Ich kann mich nur auf sie konzentrieren. Ein Glück für mich. Heute habe ich was geplant. Für sie. Ich habe eine Kutsche gemietet. Welch eine Ironie. Eine Überraschung wird es sein, für sie. Sie wird glücklich sein, wir werden einen wunderschönen Tag verbringen, zusammen. Ich und meine kleine Geliebte. Hufengeklapper.
Sie kommt. Die Kutsche. Mit Rosen geschmückt und einer warmen Decke im Innenraum, genau wie ich es mir immer vorgestellt habe. Wie ein Traum. Ich setzte mich in die Kutsche und warte auf sie. Aber nicht lange. Schon ist sie da.
Sie lächelt und bewundert meine Kutsche, sie weiß noch nicht, dass es auch ihre Kutsche ist, dass es meine Überraschung für sie ist. Ein Geschenk für meine Geliebte. Für meine kleine Geliebte.
Ich steige aus, begrüße sie. Sie ist irritiert, sie schaut unwissend um sich herum. Sie kennt mich nicht, aber ich kenne sie. Schon seit Wochen kenne ich sie. Sie ist meine große Liebe, darüber bin ich mir im Klaren.
Ich offenbare ihr meine Liebe zu ihr, ich beichte ihr all meine Gefühle und dass ich sie schön seit langem anhimmle und es liebe sie anzusehen.
Sie bekommt Angst. Ich versteh sie nicht. Ich liebe sie doch. Ihr Gesichtsausdruck wird immer entsetzter. Mit jedem Wort, was ich spreche, entfernt sie sich. Sie dreht sich um. Ich verliere sie.
Das ist das Ende.
Ich muss sie zurückholen. Ich rufe ihren Namen und berühre sie. Und plötzlich dreht sie sich um und verpasst mir eine so gewaltige Ohrfeige, dass ich zu Boden falle. Ich halte die Augen geschlossen. Wie konnte sie. Ich liebe sie doch. Ich spüre, wie mein Herz zerbricht. Ich öffne meine Augen und suche ihr Gesicht. Nur um es ein letztes Mal zu sehen. Aber sie ist nicht da. Erst jetzt fällt mir auf, dass die Geräusche der Straße verschwunden sind.
Ich liege in meinem Bett.
Allein.
Es war nur ein Traum. Es ist alles nie passiert. Sie kennt mich immer noch nicht, aber sie hasst mich auch nicht.
Eugen, gute Traumidee und -schilderung. Allerdings gibt es keinen direkte Verbindung zu der nervtötenden Zählerei.
Rebecca Donaldson
Sie sind entlassen
116, 117... 118. Elf Uhr schon.. Der Tag ist noch lang.. Sie ist da! Wie sie geht, so elegant, ihre braunen langen Haare, die in dem Licht der Sonne so herrlich kastanienbraun leuchten. Ihre scharlachroten Lippen und ihr bezauberndes Lächeln. Ihre Augen, die so rein sind und unschuldig. Sie ist unberührt. Sie ist wunderschön. Sie ist vollkommen rein. Wäre das schön mit ihr zu reden.
"Stefan!"
Wer war das?
Der Oberstatistiker.
"Stefan, ich habe beantragt, Sie zu den Pferdewagen versetzen zu lassen und nun bin ich gekommen, um Ihnen zu sagen, dass Sie jetzt damit anfangen können."
"Das ist ja wunderbar."
"Nun, Sie haben jetzt noch drei Stunden Mittagspause."
Drei Stunden? Unmöglich, so lange? Es ist mein Glückstag. Diese Gelegenheit werde ich nutzen.
Da ist sie, die Eisdiele. Eis wäre jetzt großartig. Dort drüben ist ein Tisch frei. Es ist schön, meine kleine Geliebte zu beobachten. Sie kommt auf mich zu.
"Darf ich Ihre Bestellung aufnehmen?"
Ich bin nervös. Was bestelle ich jetzt? Um Himmels Willen, ich bringe kein Wort heraus.
"Bitte beeilen Sie sich, hier sind noch andere Gäste und ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, wenn Sie nichts bestellen wollen, dann gehen Sie wieder."
Ich glaube, mir wird übel, sie ist eine Hexe, wie kann sie nur so unfreundlich sein, hinter diesem Engelsgesicht verbirgt sich eine Hexe. Ich muss hier raus. Nein! Nein! Ihretwegen und nur ihretwegen habe ich die Statistiken gefälscht? Sie war ungezählt, sie war nicht das zweite Futur. Sie, die es nicht verdient hat. Sie hat es nicht verdient. Und ich bin ein Betrüger. Ein Betrüger! Raus hier, nur raus hier, meine Tränen überfluten sonst noch die ganze Stadt. Weg von hier. Was hat mich dazu veranlasst sie zu lieben? Ich kann es nicht verstehen. Sie ist so anders als ich dachte, sie kam mir bekannt vor , doch ist sie mir so fremd. Sie könnte mein Todfeind sein, aber nicht doch meine Geliebte. Es tut mir weh, so über sie zu denken, aber es ist die Wahrheit. Ich habe meine Zeit verschwendet. Einfach verschwendet.
"Stefan."
Schon wieder der Oberstatistiker, aber, was tut er hier?
"Sie sind fristlos entlassen, ich weiß alles. Ihr Kumpel hier, der die Autos zählt, hat mir alles erzählt. Sie sind ein Treuloser, wir brauchen jemand Zuverlässigen, mit Ihnen können wir hier nichts anfangen."
"Aber, Herr Oberstatistiker, Sie müssen verstehen, es ist alles vorbei, ich versichere Ihnen, es wird nie wieder vorkommen."
"Ja, es wird nie wieder vorkommen, denn ab heute sind Sie arbeitslos."
Nein, nein, auch das noch. Mein Schicksal ist besiegelt... Nein!
Ist das warm, ich schwitze.. Oh! Wo.., wo.. bin ich? In meinem Bett. Es war nur ein Traum, nur ein Traum,
Rebecca, gute Traumidee, guter Bezug zum Originaltext.