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Rezensionen der Jahrgangsstufe 12 zu einer Aufführung von Iphigenie auf Tauris im Landestheater Detmold


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1.  Rezension der Nachbesprechung

Am Dienstag, den 18. Oktober 2011, besuchte die 11. und 12. Stufe des HVGs die Theateraufführung „Iphigenie auf Tauris“ im Landestheater Detmold. Nach dem ungefähr 2 Stunden langen Drama blieb ein Teil der Stufen, um mit den Schauspieler (+ Regisseurin, Bühnenbildnerin und Dramaturg) eine Nachbesprechung durchzuführen. Während dieser wurden viele offene Fragen der Schülerinnen und Schüler geklärt.

So wurde für die zunächst willkürlich erscheinende Vergewaltigung Iphigenies durch ihren Bruder Orest ein triftiger Grund genannt: Beide Figuren haben sich mehr als 10 Jahre nicht gesehen, waren traumatisiert und somit wurden sie beim Wiedersehen von ihren Emotionen überrannt, was Orest schließlich in seiner Tat ausdrückte.

Des Weiteren wurden die Kostüme und das Bühnenbild erklärt. Die Leitung wollte das Stück in eine moderne Zeit versetzen und deshalb bekamen die Charaktere statt griechischen Gewändern moderne Anzüge. Auch wurden bestimmte Passagen des Stücks der Moderne angepasst. Bei der Ankunft auf Tauris landen Orest und sein Freund Pylades mit Fallschirmen anstatt eines Bootes. In Kampfszenen wurden die Schwerter und Schilder durch Pistolen ersetzt.

Eine weitere Frage war, warum bei dem Bühnenbild eine Metallplatte mit aufgestapelten Ölfässern als Hintergrund verwendet wurde statt einer Tempellandschaft. Dies hat den Grund, dass man mit dem Metall die Härte des trojanischen Krieges ausdrücken wollte.

Insgesamt wurden durch die Nachbesprechung viele Fragen und Unklarheiten beantwortet, was zu einem besserem Verständnis und einer besseren Interpretation des Dramas beiträgt.

Alexander Kombeiz Stefan Dörries


2.  Die tragische Kollision zwischen der Antike und dem 21. Jahrhundert

3.  - Iphigenie auf Tauris hautnah erlebt

Iphigenie auf Tauris ist ein Bühnenstück von Johann Wolfgang von Goethe nach der Vorlage von Euripides ‚Iphigenie bei den Taurern’ , welches im Jahre 1779 erstmals als Prosafassung erschien und im Jahre 1786 als umgeformtes Versdrama erschien

Iphigenie ist Priesterin auf der Insel Tauris, auf der die gesamte Handlung spielt. Sie dient als Priesterin der Göttin Diana mit stillem Widerwillen und wird von dem Taurerkönig Thoas umworben, welches Iphigenie jedoch mehrfach ablehnt. Sie stammt nämlich von dem Geschlecht der fluchbeladenen Tantalus ab und will diesen Fluch nicht fortfahren. Außerdem möchte sie nicht für immer auf Tauris gebunden sein, da sie ihre Heimat Griechenland vermisst. Jedoch droht Thoas Iphigenie damit, die Menschennopfer wieder einzuführen, wenn sie ihn nicht heirate. Somit steht Iphigenie in einem Zwiespalt mit sich selbst. Aus Trotz und Wut hält Thoas auf Tauris zwei Menschen, namens Orest und Pylades zur Opferung fest, welche sich im Verlauf des Stückes als Iphigenies Bruder Orest und dessen hinterlistigen Freund Pylades rausstellen. Gemeinsam versuchen Iphigenie u, Pylades und Orest von der Insel zu fliehen, jedoch bricht Ipghigenie die Flucht aus schlechtem Gewissen ab. Am Ende jedoch lässt Thoas sie durch erneute Bitte Iphigenies nach Griechenland abreisen.

Um das Theaterstück ‚Iphigenie auf Tauris’ nun hautnah mitzuerleben, besuchten wir, der 11. und 12. Jahrgang des Hermann-Vöchting-Gymnasiums in Blomberg, am 18.10.11 das Landestheater Detmold. Als erstes möchten wir auf allgemeine Elemente des Stückes und anschließend auf die Kritik und offene Fragen eingehen.

Was schon zu Beginn des Stücks auffiel, war das Bühnenbild. Es ist sehr schlicht und beinhaltet nur wenige Requisiten, wie z.B. ein Wellblech, Tonnen, eine Decke, eine tote Ziege oder das Bildnis von Diana. Zudem trugen die Schauspieler sehr moderne Kleidung. Die Hauptfigur Iphigenie trug ein schlichtes, schwarzes Kleid mit schwarzen Stiefeln. Thoas hingegen trug zu Beginn einen schwarzen Anzug mit einem beigen Mantel und einer Sonnenbrille. Anschließend wechselte er sein Kostüm und trug eine Bundeswehruniform.

Arkas hingegen trug während des gesamten Stücks einen beigen Anzug und eine Sonnenbrille. Eine weitere, wichtige Figur war Pylades. Dieser trägt am Anfang einen Bundeswehranzug und anschließend einen karrierten Anzug. Auch Orest trägt zu Beginn, genauso wie Pylades, eine Bundeswehruniform und anschließend einen lilanen Anzug .

Doch nicht nur die Kleidung war modern. Auch die Sprache war eine Mischung aus moderner Umganssprache und antiker Sprache aus der Weimarer Klassik. Zusammengefasst war das Stück „Iphigenie auf Tauris“ im Landestheater Detmold ein interessantes und gut gespieltes Stück. Allerdings gab es bei uns einige Kritiken bezüglich der Umsetzung.

Das Erste was uns auffiel waren die ungewöhnlichen Kostüme. Das Stück spielte in der Antike und wurde in der Sprache zur zeit der Weimarer Klassik geschrieben. Trotz diesen Aspekten trug der Bote des Königs, Arkas, einen alten vergilbten bzw. beigen Anzug, samt Hut und Sonnenbrille. Auch Orests und Pylades’ Kleidung warf einige Fragen auf. Am Anfang ihrer Szene saßen die beiden Männer Rücken an Rücken auf dem Boden und trugen Uniformen der deutschen Bundeswehr. Da sie gerade aus dem trojanischen Krieg kamen, war diese Kleidung nachzuvollziehen, im Gegensatz zu den offenen Fallschirmen, die um sie geschnallt waren. Auch die Anzüge unter ihren Uniformen erregten Aufmerksamkeit. Wieso trug ein Sohn des großen Königs Agamemnon unter seiner Kriegsuniform einen lilanen Anzug? Und wo gab es in der Antike den karierten Anzug, den Pylades trug? Lediglich Iphigenie war den Umständen der Antike entsprechend angezogen, indem sie ein schlichtes schwarzes Kleid trug. Am meisten Verwunderung warf das Kostüm des Königs Thoas auf. So wurde er in dem Buch als Barbar beschrieben und trug in anderen Aufführungen Fellmäntel und keine Schuhe! Mit seinem schwarzen Anzug und edeln beigen Mantel und der goldenen Sonnenbrille war er zwar aus heutiger Sicht seinem Stand gut angepasst, jedoch stimmte es nicht mit den Vorstellungen Goethes überein. Darum fanden wir besonders diesen Charakter durch das Kostüm falsch interpretiert.

Auch der Sinn der gewählten Kulisse wurde uns im Laufe des Stückes nicht klar. In der Anfangsszene, bei der Iphigenie eigentlich vor dem prunkvollen Tempel der Göttin Diana befand, wurde sie hier vor ein Wellblech mit Tür gestellt, welches den Eindruck einer kleinen Hütte machte. Nach einiger Zeit kippte das Wellblech, und galt nun als Schauplatz des restlichen Stückes. Eine gute und schnelle Umstellung des Bühnenbildes mit dem Effet, als wäre der gesamte Hintergrund geändert worden. Nur die riesigen Türme von alten verrosteten Tonnen dahinter, löste Verwirrung gegenüber ihrer Funktion aus.

Es wurden auch einige Requisiten verwendet, was im Anbetracht des doch etwas schlichten und trockenen Stückes zur Veranschaulichung und dem besseren Verständnis der Handlung beitrug. So wurde mit einfachen Hilfsmitteln, wie einer Ziege oder einem länglich eingepacktem Paket, welches die riesige Statue der Göttin darstellen sollte, das Stück verbessert. Immer wieder tauchte allerdings eine graue decke auf, die Iphigenie stets mit sich trug. Sie hatte keine Funktion während der Szenen und es stellte sich auch im Laufe des Stücks nicht heraus welchen Nutzen sie hatte.

Insgesamt war es eine sehr modernisierte Form der alten Fassung. So sind auch die ungewöhnlichen Kostüme der Darsteller zu erklären. Sie sollten wohl die Attraktivität für die Jugend, also uns, gesteigert werden. Dies war wohl auch der Grund für die teilweise veränderten texte. Die klassische Sprache Goethes blieb zwar erhalten, wurde jedoch an einigen Stillen durch Ausrufe, wie „Scheiße!“ und „Spinnst du?!“ unterbrochen. Eigentlich eine gute Idee, allerdings waren diese nur so selten, dass sie auch von anderen Schülern als unpassend empfunden wurden.

Die Charaktere des Theaterstückes wurden im Vergleich zur Lektüre sehr gut umgesetzt und wirkten sehr glaubwürdig. Lediglich bei Iphigenie gab es Unstimmigkeiten. Sie ist zwar eine sehr ehrliche Person und sagte bisher immer ihre Meinung frei heraus, aber wir haben es teilweise so empfunden, dass sie zuviel Respekt und Treue gegenüber Thoas empfinden würde, als dass sie ihn so anschreien würde, wie sie es in diesem Stück mehrmals tat.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Stück gut gespielt, jedoch nicht passend umgesetzt wurde. Das Mittelmaß aus Klassik in der Sprache und der Moderne, vor allem bezüglich der Kostüme wurde leider nicht gefunden. Man hätte entweder Goethes Fassung mit all seinen Aspekten so bei belassen sollen oder nicht nur durch die Kostüme den Bezug zur heutigen Zeit herstellen, sondern auch durch komplett veränderte Texte.

Madeleine Wrenger & Melina Führer


4.  Kriegskostüme statt wallender Gewänder

4.1  Eine Rezension der Nachbesprechung

Nach der Aufführung von "Iphigenie auf Tauris" am 18.10.2011, im Landestheater Detmold, gab es viele Fragen zur Inszenierung des Stücks.Um diese zu klären, hatten wir die Möglichkeit an einer Nachbesprechung teilzunehmen. Die Schauspieler sowie die Regisseurin, die Bühnenbildnerin und die Theaterleitung beantworteten unsere Fragen.

Besonders unklar schien die Inzestszene zwischen Orest und Iphigenie, da diese auch in Goethes Werk nicht vorkommt. Diese Szene wurde jedoch von der Regisseurin bewusst gewählt, um noch mal ganz deutlich zu machen, in was für einer verzweifelten Lage die beiden sich befinden und passt zu dem Fluch der auf ihrer Familie liegt.

Außerdem kam Verwunderung über die Kleidung der Charaktere auf, da diese sehr modern gewählt war, man sie sich aber eher altmodisch vorgestellt hat. Der Grund dafür war, dass sie das Stück modernisieren wollten. Durch die Modernisierung der Kleidung und teilweise der Sprache, wirkte das Motiv Iphigenies unglaubwürdig und die Illusion der griechischen Mythologie wurde genommen.

Auf Grund der Modernisierung wurden auch Ölfässer für den Hintergrund gewählt, denn das Stück spielt zur Zeit eines Krieges und die Bühnenbildnerin verband Metall mit Härte und als Zeichen des Kriegs.

Thoas, den man sich eher alt vorgestellt hat, da er bereits einen Sohn im Krieg verloren hat und Iphigenie ihn als zweiten Vater ansieht, wurde sehr jung verkörpert. Die Regisseurin wollte damit zeigen, dass Thoas gerade erst zum König wurde. Für Verwirrung sorgte auch die Darstellung des Orest und der Iphigenie, da diese im Buch eigentlich die ältere Schwester ist, im Stück jedoch wesentlich jünger als Orest dargestellt wurde.

Durch die vielen Veränderungen am Stück, die den meisten Schülern nicht gefielen, half die Nachbesprechung zwar um die durchaus eigenwillige Interpretation des Landestheaters zu verstehen, doch war sie keine große Hilfe um Goethes Werk an sich zu verstehen. Die Kritikunfähigkeit der Regisseurin fiel zudem einigen auf.

Bei Nachfragen zur Entstehung von manchen Szenen, wurde oft geantwortet, dass diese spontan entstanden sind, was den Eindruck erweckt, dass manches gar nicht durchdacht wurde. Manche Antworten wirkten zudem auf einige Schüler unzufriedenstellend.

Abschließend kann man feststellen, dass die Idee einer Nachbesprechung durchaus sinnvoll ist, jedoch nur hilft, die gezeigte Version zu verstehen.

Jennifer Hahn & Lia Meiseberg


5.  Warum das kleine Schwarze?

Am 18.10.11 besuchten die Jahrgangsstufen 11 und 12 das Theaterstück “Iphigenie auf Tauris” von Goethe im Landestheater Detmold. Nach dieser absichtlich modernen Vorstellung des Stücks blieben bei den Schülerinnen und Schülern einige Fragen offen, die in der Nachbesprechung mit den Schauspielern, der Regisseurin, der Bühnenbildnerin und dem Dramaturg aufgeklärt wurden.

Unter anderem kam die Frage auf, warum Thoas Iphigenie eine tote Ziege brachte. Dies begründete die Regisseurin damit, Thoas Iphigenie die Ziege als Kriegsbeute (quasi Blumenstrauß) zum Geschenk machte, welches sie wiederum der Göttin Diane, der Beschützerin der Frauen, opfern sollte.

Weiterhin wurde gefragt, was die rote Farbe/Öl/Blut aus den Fässern die von Arkas umgestoßen wurden im Hinblick auf das Ende bedeuten sollte. Dieses sollte bedeuten, dass in vielen Ländern der Welt heutzutage Krieg wegen Öl geführt wird. So stellt diese Farbe sowohl das begehrte Öl, als auch das Blut derer, die in Kämpfen und Kriegen starben dar. Außerdem zerstörten die Fässer beim Fallen das Bildnis der heiligen Diane, der Göttin der Iphigenie diente und die sie an die Insel „band“.

Eine andere Frage bezog sich auf die moderne Kleidung, die die Schauspieler in dem Stück trugen und die so gar nicht zu der eigentlichen Geschichte der Iphigenie passte. So trug Thoas am Anfang des Stückes einen Anzug, welcher er später gegen eine Kriegsuniform austauschte.

Auch die jungfräuliche Iphigenie trug ein „kleines Schwarzes“, welches nicht zum Bild einer Priesterin passte. Sie stellte somit eher eine moderne starke Frau aus einer reichen Familie dar. Deswegen wurde zu diesem Kleid eine Perlenkette gewählt, welche den Reichtum der Familie darstellen sollte. Damit wollte die Bühnenbildnerin das Stück etwas moderner machen. Daher wählte sie auch das Bühnenbild mit Metallfässern und in modernem Look.

Von Isabel Vibora Münch & Laura Greff


6.  Iphigenie auf Tauris: Rezension der Nachbesprechung

7.  Zwischen klassischen Dialogen und moderner Umsetzung

Der 11. und 12. Jahrgang des Hermann–Vöchting Gymnasiums besuchten am 18.10.2011 das Theaterstück „Iphigenie auf Tauris“ im Landestheater Detmold.

Nach dem ca. 2 Stunden langen Stück, hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an einer Nachbesprechung mit den Schauspielern und Leitern des Stückes teilzunehmen.

Nach Verstellung der beteiligten Verantwortlichen und Präsentation ihrer Gedanke und Geefühle über das Stück und ihre Inszenierung hatten die Schülerinnen und Schüler Fragen zum Stück und Bühnenbild stellen. Dies trug zum besseren Verständnis bei und regte zum Nachdenken an. Zum Beispiel wurde der Spruch auf dem „Vorhang“ ‚Ohne Hoffnung und Verzweiflung' erklärt, der die Situation Iphigenies auf Tauris darstellen und aber auch Platz für eigene Interpretationen lassen sollte.

Für ebenfalls viel Aufruhr hat die inzestuöse Vergewaltigungsszene zwischen Orest und seiner Schwester Iphigenie gesorgt. Die Regisseurin erklärte diese damit, dass Orest mit dem Wiedersehen emotional nicht umgehen konnte und darauf eine Übermachtsreaktion folgte. Zudem erschafft solch eine Szene in einem Theaterstück starke Reaktionen und Aufmerksamkeit des Publikums, auf die die Regisseurin nicht verzichten wollte. Auch etwas verstörend nahm das nur aus Schülerinnen und Schülern bestehende Publikum die als etwas „gezwungen modern“ empfundene Inszenierung auf. In dieser wurden Elemente aktueller politischer Konflikte und Kriege verarbeitet, wie zum Beispiel der „eiserne Vorhang“ und die Ölfasser im Hintergrund des Bühnenbildes, die auf ein großes Motiv heutiger Kriege hinweist: den Kampf um Rohstoffe.

Am Ende löst sich Iphigenie von Goethes Text und ändert somit das "Happy End" mit einem von Volker Braun geschriebenen Monolog in ein offes, von Iphigenies Zweifel Goethes unrealistischem Humanitätsprinzip betreffend geprägtes Ende. Dies wurde vom Publikum begrüßt, da vorher das "zu perfekte" Ende als realitätsfern beschrieben wurde.

Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass die Verantwortlichen nicht immer genau begründen konnten oder wollten, warum sie verschiedene dramatische Mittel verwendeten. Nachdem wir uns etwas von der vorher eingehend besprochenen ursprünglichen Version von „Iphigenie auf Tauris“ von Goethe gelöst hatten, waren wir jedoch offener für die neuen, moderneren Interpretationsansätze für die die Schauspieler Raum gelassen hatten, wie zum Beispiel die moderne Kriegsthematik.

Viviane und Lukas


8.  Iphigenie auf Tauris mal anders!

„Ohne Hoffnung und Verzweiflung“? Ein Schriftzug zieht sich quer über die Bühne des Landestheaters in Detmold. Was dies bedeutet muss sich der Zuschauer von „Iphigenie auf Tauris“ selber denken. Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick frei auf ein modernes, aus Wellblechhütten und Ölfässern bestehendes Bühnenbild. Die fünf Schauspieler sind dementsprechend in Militäruniformen und elegante Anzüge gehüllt. Ebenso wie das Bühnenbild wurde versucht, den Text durch „moderne“ Sprüche und Phrasen für Schüler interessant zu gestalten. Da aber zum größten Teil die antike Sprache Goethes beibehalten wurde, wirkt das Stück durch diese „Einwürfe“ unglaubwürdig und lächerlich. Auch scheinen die Regisseure mehr aus dem Buch hinaus gelesen zu haben, als für den „Normalen“ erkenntlich. Bei manchen Szenen weiß der Zuschauer nicht, ob er belustigt oder empört sein soll. Die eigentlich dramatische Form wird übertrieben oder verzerrt dargestellt.

Dadurch entstehen beim Publikum Fragen zum Verständnis, die sich das ganze Stück über halten und nicht geklärt werden. So beispielsweise der oben genannte Satz „Ohne Hoffnung und Verzweiflung“ und warum aus den im Bühnenbild vorhandenen Ölfässern, die am Ende des Schauspiels umgestoßen werden, Blut fließt.

Auch das eben beschriebene Ende, sowie weitere Szenen wurden gekürzt oder komplett weggelassen. Für Zuschauer, die sich sehr nah am Buch orientieren, ist diese Vorführung lediglich durch die gute, überzeugende schauspielerische Leistung, zu empfehlen.

Von Robert M., Daniel D.


9.  Rezension der Nachbesprechung

Nach dem Theaterstück „Iphigenie auf Tauris“ konnten wir an der Nachbesprechung mit den Schauspielern und der Regisseurin sowie der Kostümdesignerin und dem Chef Dramaturg teilnehmen.

Darin wurden unter anderem die Vorbereitung des Stückes aus Sicht der Beteiligten und unsere Fragen dazu thematisiert. Außerdem erklärte man uns die Gründe für das Veränderte bzw. modernisierte Bühnenbild, welches lediglich aus einer schrägen Metallplatte und diversen verdreckten Ölfässern bestand. Dies sollte die Härte in dem Trojanischen Krieg und die Brutalität des mythologischen Hintergrundes darstellen, weil die Produzenten der Meinung waren, dass „Metall“ gut als Assoziation zum Krieg gebraucht werden kann. Darüber hinaus wurde die sehr eigenwillige Interpretation der Schauspieler an einige Stellen deutlich, wie zum Beispiel im 3. Aufzug die Vergewaltigung Iphigenies durch ihren Bruder Orest. Diese Tat wurde von ihnen als sogenannte „Übersprungshandlung“ verstanden, welche durch das langersehnte Wiedersehen der Geschwister ausgelöst worden wäre.

Zu den Fragen der Schüler lässt sich sagen, dass sie zum Beispiel die Gründe für die spezielle Herangehensweise an das Stück erfahren wollten und die Ursache für die Wahl der extrem modernen und deswegen fragwürdigen Kostüme.

Im Folgenden wollen wir nun aber einmal unsere persönliche Meinung zu dieser Nachbesprechung und den daraus resultierenden Ergebnissen darlegen. Zunächst missfiel uns besonders das bereits erwähnte Bühnenbild, weil es in diesem Stück eher um Iphigenies Humanitätsgefühl und ihre persönliche Situation auf Tauris geht als um den Trojanischen Krieg der für diese Handlung vollkommen nebensächlich ist. Außerdem sind wir der Auffassung,dass die Wahl der Kostüme sehr fragwürdig und unangemessen ist.

Insgesamt können wir festhalten, dass die Nachbesprechung selber recht interessant war, da man dort etwas von den Gedanken der Schauspielern und der Produzenten mitbekommen hat mit denen wir uns aber nicht anfreunden konnten und welche wir alles in allem nicht logisch oder nachvollziehbar fanden.

Lena & Andreas


10.  Misslungene Mischung zwischen Antike und Neuzeit

Am 18.10.2011 besuchten die Deutschkurse unserer Jahrgangsstufe das Landestheater Detmold, mit der Möglichkeit einer Teilnahme an der Nachbesprechung des Stücke

Das Stück: Iphigenie auf Tauris

Das Stück Iphigenie auf Tauris von Johan Wolfgang von Goethe handelt von dem Tantalidenfluch, der auf der Hauptperson Iphigenie und ihrer Familie lastet.

Iphigenie muss auf der Insel Tauris der Göttin Diane als Priesterin dienen und kann somit nicht in ihre Heimat Griechenland zurückkehren.

Durch Zufall begegnet Iphigenie ihrem Bruder Orest und dessen Freund Pylades. Zusammen versuchen sie das Götterbild der Diane zu klauen, somit den Fluch zu lösen und im Anschluss von der Insel zu fliehen.

Die Auffassung des Landestheaters Detmold zeigt positive sowie negative Aspekte.

Positiv auffallend ist die Übernahme der Sprache aus dem Buch.

Doch das die Schauspieler es nicht konstant durchgezogen haben, wirkte es auf den Zuschauer unstimmig.

Positiver Weise wurde das Bühnenbild schlicht gestaltet und somit konnte die Aufmerksamkeit auf die Schauspieler gelenkt werden.

Jedoch passte das Bühnenbild zum Einen nicht zu der gewählten Sprache und zum Anderen nicht zu der Antike.

Zudem war die Wahl der Kostüme großteils unpassend gestaltet.

Negativ aufgefallen ist auch das Einbringen eigener Idee der Schauspieler, wie z. B. die Vergewaltigung Orests an seiner Schwester Iphigenie bei deren Wiedersehen.

Außerdem stellen wir uns im Anschluss an das Stück mehrere Fragen:

  • Welche Bedeutung hatte die graue Fließdecke in dem Stück?
  • Warum ist die Blechwand umgekippt?
  • Warum sind Orest und Pylades mit Fallschirmen aufgetreten?
  • Wieso wurde Iphigenie bei dem Wiedersehen mit Orest von ihm vergewaltigt?
  • Was sollte der Inhalt der Fässer darstellen?

Als Fazit denken wir, dass das Stück unvorteilhaft gestaltet wurde, da Schüler, die nicht an der Nachbesprechung teilgenommen haben, Verständnislücken aufweisen. Zudem hat das Stück uns wider erwartend nicht in unserer Auffassung bestätigt sondern teilweise Unklarheiten hervorgehoben.

Hellena, Jana-Kristin und Marwa


11.  Lauter fragende Gesichter

11./12. Stufe des HVGs besuchte das Drama „ Iphigenie auf Tauris “ im Landestheater in Detmold.

,,Ohne Hoffnung und Verzweiflung“, lautete das Motto der Aufführung. Die Schüler waren gespannt, wie das Drama auf der Bühne dargestellt werden sollte. Werden sie  eine Landschaft im antiken Stil vorfinden mit Schauspieler, die griechische Gewänder tragen? Wird das Schauspiel von der Fassung von Johann Wolfgang von Goethe abweichen? Schon schnell wurde dem Zuschauer klar, dass das Theaterstück anders war: Die Schauspieler tauchten in modernen Kostümen auf, die nicht in das Zeitalter der Iphigenie passten. So trug die Hauptfigur Iphigenie ein kurzes Schwarzes mit groben Stiefeln und die männlichen Darsteller zusammengewürfelte Anzüge. Umrahmt wurde die Aufführung von dreckigen Tonnen, einer Wellblechfassade und einer düsteren Stimmung. Unterstützt wurde diese durch unpassende Rockmusik.

Die Zuschauer waren verwirrt. Was sollten all diese Änderungen bedeuten? Vor allem,warum gab es kein Happy End, wie es in Goethes Fassung vorkommt? Weshalb waren die Darsteller zum Schluss mit roter Farbe beschmiert? Fragen über Fragen…

Unserer Meinung nach war das Stück sehr schwierig zu verstehen. Ohne Hintergrundinformationen sollte man das Theaterstück nicht besuchen, da es nicht leicht zu verfolgen ist. Besonders die Aufführung einer anderen Interpretation des Stückes wäre zum Einstieg in das Drama keine Empfehlung. Wer dennoch das Schauspiel aus einer anderen Sichtweise sehen möchte und ausreichend Hintergrundwissen besitzt, sollte sich das Stück im Detmolder Landestheater anschauen.

Trotz der Kritik möchten wir noch ein Lob an die Schauspieler aussprechen. Es ist eine beachtliche Leistung diesen Text, der von Goethe in Versen verfasst wurde und beim Lesen oft sehr trocken wirkt, so lebendig und ausdrucksstark ans Publikum zu bringen. Unterstrichen wurde dies mit sehr guten schauspielerischen Leistungen.

L.B/X.Sch.


Goethe schrieb sein Werk Anfang 2004. Entgegen landläufiger Meinung ist er nicht tot sondern erfreut sich bester Gesundheit. Die Storys findet auf Tauris, einer Enklave in Hessen statt.

Iphigenie ist über Umwege nach Tauris gekommen. Iphigenie ist Tocher des Argramemnon und der Klytammnrrmmmm. Also der Agrarmensch, ihr Daddy also, tauschte sie bei der Göttin Diane gegen ein bisschen Wind und Fortuna ein, um schneller nach Troja zu kommen. Die Göttin hatte aber null Bock, Iphigenie ihres Kopfes zu entledigen und schickte sie daher nach Tauris, damit sie da vom barbarischen Herrscher Thaos geschächtet wird. Stattdessen wurde sie aber auf mysteriöse und konspirative Weise Priesterin der Diane.

Nunja, und Thaos hat das alles auch ziemlich okay gefunden, dass die geile Schnalle net umgebracht wurde. Die kluge Iphigenie hat ihm dann auch noch den Quatsch, wie Opfer bringen und so Zeug, ausgeredet. Thoas hatte mittlerweile ziemlich dicke Eier und ließ sogar über seinen Lustknaben Arkansas anfragen, ob Iphigenie ihn nicht sogar heiraten wollte. So mit Sex und allem drum und dran, nur keine Liebe, versteht sich.

So, jetzt hat die Iphigenie aber auch noch einen Bruder, den Morast. Dieser hat von einem Oberspanferakel den Auftrag erhalten, auch nach Hessen zu fahren, um dort das Bild der Diane vom Roten Platz inmitten Tauris' Herz zu klauen. Also machte er sich mit seinem Kumpel Pythagoras auf den Weg, um das Bild zu holen. Allerdings schnallen die beiden erst ganz am Ende, dass ihr Auftrag codiert war und dass sie eigentlich Iphigenie abholen sollten und nicht das blöde Bild.

Hans Sarpei

Hallo Hans Sarpei,

keine schlechte Idee, eine Satire in Jugendsprache zu dem klassischen Drama zu verfassen. Das kann sehr amüsant sein, beinhaltet sicher immer auch ein wenig Kritik und regt damit vielleicht zum Nachdenken an.

Es gibt allerdings keinen Grund, dies hinter einem Pseudonym zu verstecken. Deshalb bitte in Zukunft zu den eigenen Ideen - auch wenn sie Kritik enthalten - mit dem eigenen (Vor-)Namen stehen.

Rolf Eickmeier


12.  Iphigenie in der Neuzeit:

- Eine gute Idee?

Das Drama „Iphigenie auf Tauris“ im Landestheater Detmold war eine moderne Inszenierung des klassischen Stücks. Dabei wurde der Text meistens wortgetreu übernommen. Allerdings trugen die Schauspieler moderne Kleidung und auch das Bühnenbild war mit einer Wellblechwand und Ölfässern im Hintergrund modern gestaltet.

Bei diesen Stück haben die fünf Schauspieler zwar gut und überzeugend gespielt, unserer Meinung nach ist die Modernisierung aber nicht besonders zutreffen. Zum einen, weil die Handlung, mit der Lebenssituation und den Personen, insgesamt schwierig ins Moderne zu übertragen ist. Zum anderen wechselte die Originalsprache an einigen Stellen mit vulgären Begriffen, was das Stück lächerlich wirken ließ.

Auch war die Bedeutung einzelner Requisiten und Szenen nicht klar, was bei den Zuschauern verstörend wirkte und für Irritation sorgte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Inzestszene zwischen Iphigenie und Orest, die in der Originalfassung von J. W. Goethe nicht vorkam und schwer zu interpretieren ist.

Marvin S., Akin C., Daniel K., Daniel H., Malik Z., Lucas J.


Rezension: Iphigenie auf Tauris - Eine Kombination von griechischer Mythologie; Klassik und der Moderne

Landestheater Detmold sorgt mit seiner Aufführung für Kritik und viele Fragen

Das Stück Iphigenie auf Tauris, verfasst von Johann Wolfgang von Goethe, aufgeführt im Landestheater Detmold, sorgte am 18.10.2011 bei vielen der Besucher, der Stufen 11 und 12, des Hermann-Vöchting-Gymnasiums, für aufruhr: "Was haben die vom Theater sich nur dabei gedacht?- Sowas ist doch nicht normal!, hieß es mehrmals. Das klassische Drama entsprach in vielen Dingen nicht den Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler.

Zum Auftakt des Schauspiels befand sich Iphigenie (Ewa Rataj) in einem engen, schwarzen Kleid auf der Bühne, wobei sich im Hintergrund Arkas (Jürgen Roth) im Anzug befand. Diese Kostümierung sorgte für erste Überlegungen:" Warum haben die denn keine Toga oder ähnliches an?", war eine zentrale Frage.

 Während des Nachgespräches, mit allen Schauspielern,der Regisseurin ( Tatjana Rese), der Bühnenbildnerin (Petra Mollérus) 

und dem Dramaturgen (Dr. Christian Katzschmann), stellte sich heraus, dass es geplant war, dass Stück zu modernisieren. In dem Zusammenhang wurde auch das metallerne Bühnenbild mit Fässern, aus denen Blut oder Öl fließt, begründet. Diese sollen für heutige Kriege und Rohstoffstreitigkeiten stehen.

Eine herrausragende schauspielerische Leistung wirft jedoch auch ihre Fragen auf. Auf die Frage warum Orest seine Schwester beim Wiedertreffen vergewaltigt, begründet Dramaturg Katzschmann, dass es am besten die Sehnsucht des Geschwisterpaares ausdrücken soll.

 Die Gefühle bei diesem Treffen seien so stark, dass man sie kaum schauspielerisch ausdrücken könne,

"Vieles ist auch einfach aus den Proben heraus entstanden", verriet Robert Augustin (Thoas). Die Vergewaltigungsszene sollte ebenfalls eine Anspielung auf den Tantalidenflich sein, der sich dort wiederspiegelt.

Eine weitere Unklarheit ergab sich durch die Kostümierung der Schauspieler, denn durch die modernere Kleidung erschien das Stück nicht wirklich glaubwürdig, da die Illusion des Mythos zerstört wurde.

Auch die Wahl der Schauspieler war den Zuschauern nicht ganz klar. Auf Nachfrage, warum Thoas, der Taurenkönig, so jung sei, denn einen König stellt man sich normalerweise immer in höherem Alter vor, wurde geantwortet, dass es einfach die freie Interpretation des Stückes sei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Drama "Iphigenie auf Tauris", schauspielerisch sehr gut präsentiert wurde. Die Inszenierung und Interpretation des Stückes war jedoch in den meisten Fällen nicht zufriedenstellend. Die Nachbesprechung mit den Verantwortlichen war einerseits hilfreich, andererseits waren viele Antworten jedoch nicht zufriedenstellend.

 Sie erweckten den Anschein, als wären viele Handlungen eher unüberlegt dem Stück eingefügt wurden.

Dirk Trompeter


13.  Fragliche Inszenierung von Iphigenie auf Tauris

Rezension

Am 18.10.2011 besuchten die Deutschkurse des Jahrgang 12 des HVG's das Drama "Iphigenie auf Tauris" von Goethe im Landestheater Detmold.

Das Theaterstück spielt in der antike auf der Insel Tauris und handelt von Iphigenie und ihrem Schicksal. Ihr Vater opferte sie den Göttern um einen Krieg zu gewinnen. Daraufhin rächt sich ihre Mutter indem sie ihn ermordet. Dies missfällt jedoch ihrem Bruder Orest und ihrer Schwester, sodass sie wiederum die Mutter töten. Orest fühlt sich vom Familienfluch , welcher Inzest und Mord mit sich bringt, verfolgt und beschließt daraufhin mit seinem Freund Pylades zu verschwinden. Sie stranden auf der Insel Tauris, wo Iphigenie, nach dem sie von einer Göttin gerettet wurde, als Priesterin verweilt. Iphigenie soll den dortigen König Thoas heiraten, verweigert dies jedoch, woraufhin die Opfergaben wieder entflammt werden sollen und zwar mit Orest und Pylades. Orest und Iphigenie erkennen sich als Geschwister und da Iphigenie schon lange von Heimweh geplagt wird, beschließen sie zusammen mit Pylades zu fliehen. Um dies zu tun, muss Iphigenie jedoch den König belügen, welches ihr schwer fällt und letztendlich offenbart sie doch ihren Fluchtplan. Es findet ein Kampf zwischen den Flüchtenden und Thoas statt, wonach sie Thoas allerdings gehen lässt.

Schon aus dem Inhalt lässt sich schließen, dass das Stück schwierig sein wird umzusetzen da es vieles umfasst. Anstatt in traditionellen Gewändern gekleidet, treten die Charaktere in moderner Kleidung auf. Iphigenie trug ein schlichtes, schwarzes Kleid mit schwarzen Stiefeln und einer Perlenkette. Arkas, Thoas Bote, verweilt durchgehend in einem beigen Anzug mit einer Sonnenbrille, während Orest, Pylades und Thoas zwischen Anzügen und Bundeswehruniformen wechseln. Die Bundeswehruniform passt gut zu Thoas, den Goethe als Barbar schildert, der Anzug hingegen widerspricht voll und ganz Goethes Vorstellung. Thoas wäre besser barfüßig und in Tierfellen umhüllt dargestellt, anstatt in einem noblen Anzug. Schon durch die Kostüme lässt sich also vermuten, dass die Zuschauer mit einer modernen Fassung des Stücks bekannt gemacht werden.

In der Originalverfassung spielt das Stück vor einem Tempel. Man erwartet also einen großen beeindruckenden Tempel, wird jedoch mit einem schlichten Bühnenbild bestehend aus einem Wellblech, etlichen Tonnen sowie Tisch und Stühlen konfrontiert. Dies sorgte unter den Zuschauern eindeutig für Verwirrung. Warum ein Wellblech, warum die Tonnen? Jenes wurde im Verlauf des Stücks nicht deutlich. Es ist schön, dass nicht übermäßige Requisiten verwendet wurden, doch schien das Bühnenbild unpassend und falsch interpretiert. Die Schauspieler versetzten sich überzeugend in ihre Rollen, allerdings wurde Iphigenies Heimweh und Sehnsucht nach Griechenland nicht deutlich. Außerdem verhielt sie sich Thoas gegenüber oft grob anstatt respektvoll, so wie man es erwartet hätte. Die Sprache bestand aus einer ungleichen Mischung aus antik und modern. Der Text wurde größtenteils dem Original belassen, doch ab und zu hörte man Äußerungen wie beispielsweise "Scheiße!" oder "Spinnst du?!" heraus. Da die Mischung nicht gleichmäßig ausfiel, dass heißt eine 1 zu 1 Mischung von antiker und moderner Sprache, schienen die wenigen modernen Äußerungen eher lächerlich und wahllos hineingeworfen. Entweder man belässt es bei der Originalversion oder man schreibt es ganz um aber eine schlechte Mischung aus beiden ist nicht überzeugend.

Außerdem wurden auch einige neue Elemente miteingebracht. So wurde zum Beispiel Iphigenie eine Ziege überreicht. Als Zuschauer fragte man sich warum, bekam darauf jedoch leider keine Antwort. Im späteren Verlauf wird Iphigenie von Orest vergewaltigt. Wieder kommt die Frage warum auf. Diese neueingebrachten Elemente sind also äußerst fraglich.

Alles in allem kann man sagen, dass die Inszenierung nur wenig gelang. Sie wirkte gezwungen modern anstatt gelungen neu gestaltet. Dazu kann man noch sagen, dass sie für einen Laien keineswegs verständlich wäre. Schon als Kenner des Originals wurde nicht zugleich deutlich, wer wen darstellte und auch im Laufe des Stücks verlor man häufiger den Überblick welchen Akt sie spielten. Deswegen würde ich die Inszenierung des Landestheaters Detmold nicht empfehlen, da sie mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.

Louise Brenner


14.  Iphigenie auf Tauris - Fragwürdig oder doch ganz logisch?

Am Dienstag besuchten die 11. und 12. Jahrgangsstufe das Landestheater in Detmold, wo sie sich einer mal ganz anderen Aufführung von "Iphigenie auf Tauris" ansehen durften. Die Vorfreude der beteidigten Schülerinnen und Schülern war unterschiedlich. So konnten es einige kaum erwarten und waren neugierig darauf, wie das Drama von Johann Wolfgang von Goethe umgesetzt werden würde. Natürlich waren einige aber auch nicht gerade begeistert von diesem Ausflug nach Detmold. Auch unter uns gab es verschiedene Ansichten. Zu Anfang waren wir unsicher, wie die Schauspieler wohl aussehen würden, wie das Bühnenbild dargestellt wird und wie die Schauspieler an sich die Figuren darstellen würden.

Schon im ersten Akt, konnten wir einige Unterschiede, zu dem wie wir uns das Drama vorgestellt haben, feststellen. So kam uns gleich in den Sinn, dass Iphigenie früher unmöglich ein schwarzen Mini getragen haben konnte, welches für einige verwirrung unserer seits sorgte. Auch die Ziege, die Thoas am Anfang seines Auftrittes mit auf die Bühne gebracht hat hinterließ Fragezeichen bei uns. Weitergehend dachten wir uns nicht weiter etwas dabei und konzentrierten uns weiter auf die Aufführung. Doch auch beim Auftritt von Arkas und Thoas, im Zweiten und Dritten Aufzug, bemerkten wir wieder einmal die vornehmende/ moderne Kleidung der Schauspieler. Das Ende war ebenfalls eine Sache für sich. Denn wir hatten das Buch zuvor gelesen und haben deshalb ein ganz anderes Ende erwartet. Das Bühnenbild war auch nicht sehr passend zu dem antiken Drama. Denn mehr oder weniger war die Bühne immer leer. Außer dass da mal ein Stuhl oder drei Stühle und ein Tisch auf einer Wellblechwand standen, gab es nicht viele Requisiten.

Doch nicht nur die Kleidung oder das Bühnenbild war fraglich, sondern auch manche Handlungen warfen einige Fragen in vielen Köpfen auf. So machte es für uns Zuschauer zum Beispiel keinen Sinn, dass Orest und Pylades mit Fallschirmen auf Tauris gelandet sind und sie vorhaben hinterher wieder mit einem Schiff zu verschwinden. Aber auch die Bewaffnung von Thoas und Arkas mit Pistolen am Ende des Dramas hinterlies einen bleibenen Eindruck bei uns.

Wir haben hier nur einige der unlogischen Handlungsteile aufgelistet. Denn bei der möglichen Nachbesprechung, mit den Schauspielern und dem Regisseur, wurden Fragen wie die oben genannten beantwortet.

Nach dem Drama sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass eine Aufführung mit einem Text, verfasst in alter Sprache, und einem modernen Auftreten und Aussehen heute so nicht mehr möglich ist. Bei weiterem beurteilen in der Gruppe sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass das Buch schlecht umgesetzt wurde und die Modernisierung fanden wir ebenfalls schlecht, oder besser gesagt undurchdacht.

Alles im allen lässt sich sagen, dass diese Art von "Iphigenie auf Tauris" nicht sehr gelungen war. Dieses kommt zum einen durch viele fragwürdige Handlungen, aber auch durch die etwas andere Interprätation von dem klassischen Drama.

Onur Y., Daniel S., Leon K., Martin S. und Franziska S.


15.  Rezension zu Iphigenie auf Tauris

Das Stück ,,Iphigenie auf Tauris“ (von Johann Wolfgang Goethe) handelt von dem Tantalidenfluch, das auf der Hauptperson Iphigenie und der ganzen Familie lastet. Sie muss auf der Insel Tauris der Göttin Diana als Priesterin dienen und kann somit nicht nach Griechenland, zu ihrer Heimat zurückkehren.

Aus Zufall begegnet Iphigenie ihrem Bruder Orest und dem Freund Pylades, die versuchen das Götterbild zu klauen und damit zu fliehen.

Nach der Aufführung in Detmold am 18.Oktober wurde eine Nachbesprechung mit Regisseurin und den Schauspielern geführt. Dabei wurde die Interpretation der Regisseurin und der Schauspieler deutlich: Sie wollten das jahrhundertealte Stück modernisieren und es auf heute beziehen.

Dies entsprach jedoch nicht den Vorstellungen bzw. Erwartungen der Zuschauer des Hermann Vöchting Gymnasiums. Die ausgewählten Kostüme waren nicht zeitgerecht, zudem waren sie zu schlicht gehalten. Auch die Bühnenbilder(2) waren unpassend ausgewählt. Sie haben sich nicht ganz an das Drama gehalten und es umgeändert, da es in dem Stück nur ein Ort gibt, indem alles gespielt wird. Unseren Erwartungen entsprechend befand sich kein Tempel sondern eine Wellblechwand auf der Bühne.

Ein weiterer Punkt ist das Ankommen von Orest und Pylades. In dem Drama sind sie gestrandet und im Theater haben sie Fallschirme benutzt und wollten später mit einem Boot fliehen. Das Problem: Das Boot tauchte einfach auf und war am Anfang der Inszenierung nicht da.

So gab es noch viele weitere Punkte, indem das Schauspiel nicht korrekt wiedergegeben wurde. Vielleicht sollte man das Stück nochmals bearbeiten und es ,,klassisch" aufführen. Trotzdem: ein Lob an die Schauspieler/in, die viel Text lernen und es den Zuschauern überzeugend spielen mussten.

Ülkü S. & Sevgi T.


16.  Rezension: Iphigenie auf Tauris

(Detmolder Landestheater2011)

Das Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“, geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe, basierend auf der Vorlage von Euripides „Iphigenie bei den Taurern“, erschienen 1787, wurde zum ersten Mal am 6. April 1779 aufgeführt. Die Handlung spielt in einem Hain vor Dianas Tempel auf Tauris, einige Jahre nach dem Krieg um Troja, in einem Zeitraum von wenigen Stunden. Iphigenie ist Priesterin auf der Insel Tauris, auf der die gesamte Handlung spielt. Sie dient der Göttin Diana. Der Taurerkönig Thoas umwirbt Iphigenie. Sie lehnt ab und versucht ihn mit ihrer Vergangenheit abzuschrecken. Sie erzählt, dass sie aus dem Geschlecht der fluchbeladenen Tantaliden stamme. Dieses habe eine Kette von Freveltaten begangen, die sich von der Auflehnung gegen die Götter über Ehebruch bis zu Kinder- und Brudermord spannt. Sie hätte daraufhin in Aurelis geopfert werden sollen. Die versöhnte Diana aber hatte Mitleid mit ihr, verhüllte sie in einer Wolke und brachte sie in den Tempel von Tauris. Sie sei nun der Göttin Eigentum und könne Thoas’ Werbung nicht annehmen. Daraufhin will Thoas den von Iphigenie ausgesetzten barbarischen Brauch, dass jeder auf die Insel kommende Fremde der Göttin Diana geopfert werden muss, wieder einführen. Zwei Fremde die am Ufer gefunden worden sind, sollen als erste sterben. Iphigenie müsste, da sie die Priesterin ist, die Opfer vollziehen. Später lernt Iphigenie die beiden Fremden kennen. Es ist ihr Bruder Orest und sein Freund Pylades. Pylades erinnert sich an Apolls Worte die er so versteht: Wenn das Bild der Diana von der Barbareninsel nach Griechenland zurückgebracht werde, bedeutet das die Rettung. Die Rettung für alle scheint gefunden. An der Küste wartet ein Schiff das alle aufnehmen würde, allerdings hat Iphigenie Bedenken, denn ohne sie würden die Menschenopfer wieder eingeführt. Ebenso will sie den Taurerkönig nicht hintergehen. Sie will nun das Götterbild unter einem Vorwand ans Meer schaffen. Doch Thoas durchschaut die Pläne Iphigenies und lässt sie zu sich holen. Diese gesteht die Flucht und Raubpläne. Orest und Pylades kommen hinzu. Nun deutet Orest den Spruch Apolls neu und kommt zu dem Schluss, dass nicht das Götterbild Dianas, die Schwester Apolls, sondern Iphigenie, seine Schwester, gemeint war. Auf ihr erneutes Bitten und hinweisen auf sein Versprechen, lässt Thoas die drei nach Griechenland zurückkehren. Im Landestheater Detmold wurde versucht das Stück „Iphigenie auf Tauris“ in einer modernen Fassung darzustellen. Das erste Bühnenbild bestand aus eine Wellblechwand mit der Aufschrift „0hne Hoffnung und Verzweiflung“ die als Darstellung für den kalten Krieg dienen soll. Beim Eintreffen von Pylades und Orest veränderte sich das Bühnenbild. Die Wellblechwand fiel und im Hintergrund erschienen hochgestapelte Eisenfässer, in welchen, wie sich beim zusammenbrechen der Fässerwand am Ende herausstellte, eine rote Flüssigkeit befand. Als weitere Requisiten wurden ein Tisch, ein Stuhl, eine Decke, ein Messer, eine Landkarte, Pistolen sowie ein Abbild der Göttin Diana verwendet. Die Hauptdarstellerin Iphigenie, wechselte ihr Kostüm während des Schauspiels nicht, sondern trug immer ihr elegantes schwarzes Kleid mit passendem schwarzem Schuhwerk. Bei der Betrachtung des Schauspiels gab es jedoch einige unschlüssige Szenen, die wiederrum einige Fragen aufkommen liessen. Zwar ist es auch für jeden Menschen verständlich, dass man sein Glück kaum fassen kann, wenn man seine Schwester nach 20 Jahren zum Ersten mal wiedersieht, jedoch lieβ sich für das Publikum nicht erschlieβen, warum sie den Geschlechtsverkehr praktizierten. Ebenso wurde nicht deutlich was für eine Flüssigkeit in den Eisenfässern war und warum…? Zudem stiftete bereits vor der Vorstellung der Schriftzug „Ohne Hoffnung und Verzweiflung“ auf der Wellblechwand zusätzlich Verwirrung. Das Bühnenbild war schwierig zu deuten, ohne Hintergrundwissen über das Schauspiel zu haben. Weiterhin empfanden wir die Kostüme der Schauspieler als unpassend, da die Originalfassung des Stückes in der griechischen Mythologie spielt, und die Kostüme diese Epoche nicht wiederspiegelten. Eine Decke die für den Zuschauern bedeutungslos wirkte, schien in diesem Schauspiel jedoch eine wichtige Rolle zu spielen, der Sinn dieser Decke erschloss sich den Zuschauern jedoch nicht. Alles in allem, hat uns das Schauspiel nicht so recht überzeugen können, da wir der modernen Fassung nicht viel abgewinnen konnten. Ohne Hintergrundwissen wäre das Stück kaum zu verstehen gewesen, jedoch wurden einige undeutliche Szenen im Buch, durch das schauspielerische Talent der Darsteller verdeutlicht. Wir würden das Schauspiel nur Liebhabern und Kennern des Buches empfehlen, da man ohne Hintergrundwissen kaum eine Chance hat der Handlung zu folgen. Jedoch müssen sich vor allem Liebhaber des Buches mit der ungewöhnlichen modernen Fassung anfreunden.

Jan Twete, Xenia Smits