Können SchülerInnen durch gezielte Interaktion in der Schule das Schüler-Lehrer-Rollenverhältnis verändern?
Diskussionszusammenfassung
- Es gibt im Schüler-Lehrer-Verhältnis strukturelle Unterschiede, die nicht aufhebbar sind (Notengebung).
- In diesem Rahmen sind Veränderungen des Rollenverhältnisses auch auf Schülerinitiative möglich, wenn Lehrer dafür offen sind.
- Das Lehrer-Schüler-Verhältnis verändert sich historisch vom Obrigkeitssystem zu mehr Partizipation.
- Die schulische Notwendigkeit, für zukünftige Lebenssituationen mit Veränderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft (Demokratie) zu qualifizieren, erfordern mehr Selbstständigkeit in der Schülerrolle.
- Die Lehrerrolle könnte/müsste sich vom Inhaltsvermittler zum Lernberater entwickeln.(?)
Respekt fehlt
Heutzutage ist an vielen Schulen zu beobachten, dass der Respekt seitens der Schüler gegenüber den Lehrkräften fehlt. Viele, vor allem Schüler aus der Unter- und Mittelstufe oder von der Haupt- und Realschule, treten ihren Lehrern als störrische und lustlose Teenager gegenüber.
Um aber das Problem zu lösen, müssen sowohl Schüler als auch Lehrer einen Schritt aufeinander zu gehen, denn nicht selten sind auch Inkompetenzen der Lehrkraft oder nicht genügend individuelle Hilfestellung (die vor allem pubertierende SchülerInnen benötigen) Ursache für Lernverweigerung der SchülerInnen. Diese müssen dann allerdings auch dazu bereit sein, Hilfe und Förderung an- und aufzunehmen.
Um aber tatsächlich eine Verbesserung des Schüler-Lehrer-Rollenverhältnisses zu erlangen, ist es vor allem wichtig, dass beide Partien an einem Strang ziehen und dass Bemühungen vorhanden sind.
-Nataly-
Link zum Thema:
Lehrer als Autoritätsperson
Ich denke, dass das Schüler-Lehrer-Rollenverhältnis verändert werden kann, da der Lehrer dem Schüler als Autoritätsperson gegenüber stehen muss und dem Schüler durch regelmäßige Anmerkungen verdeutlichen muss, was richtig und was falsch ist an seinem Verhalten!
In der Schule lernt der Schüler nicht nur die einzigen Unterrichtsthemen, sondern auch die Fähigkeit der Kommunikation und des Gehorsams. Die jedoch oft missachteten Regeln fordern eine immer größere Lücke zwischen Lehrer und Schüler und um diese Interaktion wieder herzustellen, muss das Verhältnis nicht verändert werden, sondern wieder eine größere Bedeutung finden.
Wichtig ist es, dass der Schüler merkt, wen er vor sich hat und wann Humor in störendes Verhalten übergeht. Um diese Grenzen erkennen zu können, müssen von dem Lehrer Reaktionen und Hinweise an den Schüler gehen.
Alles in allem kann ich sagen, dass ich Nataly zustimme, denn auch ich denke, dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis gestärkt werden muss, indem der gegenseitige Respekt und die gegenseitige Kommunikation wieder aufgebaut werden.
Zum Beispiel könnten Gespräche und Gruppenarbeiten mit ständigem Kontakt
das Verhalten bessern, allerdings müssen beide Seiten die Arbeit ernst nehmen.
Verena
Zu Nataly:
Wir denken, dass Respekt eine wichtige Voraussetzung für die Lehrer-Schüler-Beziehung ist. Es gibt bestimmt zahlreiche SchülerInnen, die die Lehrer nicht ernst nehmen. In Bezug auf die Fragestellung wird jedoch nicht deutlich, ob SchülerInnen in der Lage sind, das Verhältnis mit den Lehrern durch gezielte Interaktionen zu ändern.
Das Übernehmen der Lehreraufgaben durch SchülerInnen kann bewusst, zum Beispiel durch Referate, oder unbewusst durch Diskussionen in der Gruppe geschehen. Die Übergänge von Lehrer- und Schüleraufgaben verlaufen fließend. So merkt man selber nicht mehr, wenn zum Beispiel ein Schüler die Aufgabe eines Lehrers übernimmt, weil nicht mehr deutlich ist, ob diese Aufgabe eindeutig nur einer Rolle zugeordnet werden kann.....MUSS ZUENDE GEFÜHRT WERDEN....
Pascal, Julia, Jaqueline
Lehrer als Vertrauensperson
Normalerweise ist, wie der Begriff "Schüler-Lehrer-Rollenverhältnis" schon sagt, dem einzelnen Charakter eine bestimmte Rolle zugeordnet. Dem Lehrer die des Vorbilds, der Autoritätsperson. Er ist dem Schüler überlegen und kann Ansprüche stellen. Der Schüler hingegen ist dem Lehrer verpflichtet. Er muss ihm zuhören und nacheifern, das tun, was ihm vorgegeben wird. Dieser Tradition nach ist der Schüler unterlegen. Nur in den seltesten Fällen beruht das Verhältnis auf einer "partnerschaftlichen" Ebene, was häufig auf die zu großen Klassen/Kurse zurückzuführen ist.
Jedoch ist es möglich, das Schüler-Lehrer-Rollenverhältnis durch gezielte Interaktion zu verändern. Dabei ist es nicht nur Aufgabe des Schülers dies zu tun. Von sich aus ist er nicht in der Lage das Verhältnis zu beeinflussen, da der Lehrer allein durch die Notenvergabe die Macht über den Schüler hat.
Um ein komplementäres Verhältnis zu erlangen, benötigt es die Interaktion von beiden Seiten. Durch diese kann der Lehrer z.B. zu einer Art Vertrauensperson werden. Dabei ist zu beachten, dass der gegenseitige Respekt nicht verloren geht und beide Seiten ihre eigentlichen Aufgaben nicht vernachlässigen (Lehrer-> Vermittlung von Wissen).
Insgesamt kann gesagt werden, dass das Schüler-Lehrer-Rollenverhältnis nur dann verändert werden kann, wenn beide Parteien dasselbe Ziel verfolgen.
Dinah&Jana
Lehrer als Schüler
Schülerinnen und Schüler können das Schüler-Lehrer-Verhältnis definitiv verändern.
Allein schon im alltäglichen Unterricht zeigt sich eine teilweise Übernahme von Gewohnheiten und Verhalten des Lehrers, wie zum Beispiel das Drannehmen von Schülern.
Auch Lehrer sind in der Lage, dieses Verhältnis zu verändern, indem er sich zum Beispiel bewusst in den Hintergrund begibt oder gar zum Schüler wird und seinen Schülern dann seine Rolle überträgt, beispielsweise bei Referaten oder kompletter Unterrichtsgestaltung.
Lehrer können zum Schüler werden, zum Beispiel bei Themen, die Schüler aufgearbeitet haben und über die der Lehrer selbst eher wenig Fachwissen hat.
-Henrik (Jannik)
Lehrer-Schüler-Verhältnis --> Symbolischer Interaktionismus
Ich denke, in der heutigen Zeit ist es möglich, das Schüler-Lehrer- Verhältnis durch Interaktion in der Schule zu verändern.
Die Grundlage dafür ist die Entwicklung, die dieses Verhältnis durchlaufen hat.
Früher konnte das Verhältnis von Schüler und Lehrer gut mit der traditionellen Rollentheorie dargestellt werden. Die Schüler hatten ihre festen Rollen, der Lehrer hatte seine - alles war eingeübt (z.B. das Aufstehen zur Beantwortung einer Frage) um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Heute basiert das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer immer mehr auf dem symbolischen Interaktionismus.
Die Rollen des Schülers und Lehrers sind noch deutlich erkennbar, aber die Aufgabenfelder gehen immer mehr ineinander über; die Grenzen verwischen. Der Lehrer gibt häufig zunächst die Richtung an, z.B. durch ein Thema, doch dann bietet sich für die Schüler die Möglichkeit der Interaktion, die Möglichkeit Impulse zu setzen. Dies geschieht, wenn z.B. ein Schüler oder eine Gruppe von Schülern eine Unterrichtsstunde erarbeiten oder die Schüler sich gestellte Fragen untereinander beantworten, ohne, dass der Lehrer sich einschalten muss um ein Problem zu klären.
Damit dies geschehen kann, ist zum einen die Rollendistanz wichtig.
Dem Schüler sowie dem Lehrer muss bewusst sein, dass er nicht nur die eine Rolle, sondern mehrere verschiedene Rollen inne hat.
Der Lehrer hat nicht nur die Rolle des vorne stehenden Erklärers, sondern muss auch mal in der Klasse sitzen und den Schülern, während sie ein Referat o.ä. halten, zuhören.
Der Lehrer kann zusammen mit seinen Schülern Spaß haben, muss ihnen aber am Ende jedes Quartals leistungsbedingte Noten geben.
Im Gespräch mit dem Lehrer hat der Schüler eine andere Rolle als in der Pause in der Clique.
Im einen Moment muss er sich als Klassensprecher für die Klasse einsetzen, im nächsten durch seine Leistung seine persönliche Note beeinflussen.
Ist dies beiden Partien bewusst, setzen beide in der Interaktion miteinander Impulse und beeinflussen so das Verhältnis zueinander.
Neben der Rollendistanz spielt auch das Role-taking eine wichtige Rolle.
Nur wenn der Lehrer sich in seine Schüler und die Schüler sich in den Lehrer hineinversetzen und somit sein Handeln verstehen können, kann das Rollenverhältnis bewusst verändert werden.
Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass Role-making unter den oben genannten Bedingungen in der Schule stattfinden kann, wenn, wobei ich den anderen aus unserem Kurs zustimme, beide Parteien dazu bereit sind.
-Mariel-
Zur Diskussion am 16. April:
Die perfekte Schule - Abi selbstgemacht: Zehn Freiburger Schüler wagen das Experiment
-Nataly-