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Gewalt / Start Seite

Gewalt und Aggression durchziehen unsere Gesellschaft. Wie entsteht sie? Welche Formen gibt es? Welche Wirkungen entstehen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der Pädagogik-Kurs der Jahrgangsstufe 12.


Pädagogik


Grundlagen

Wilhelm Heitmeyer

DIE ZEIT stellt den Bielefelder Soziologen und Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer als "Vordenker" vor unter dem Titel "Der die Gewalt erklärt"


Killerspiele wirken, zeigt die Forschung.

Eine differenzierende Auseinandersetzung in DIE ZEIT.


Forschungsbericht: Jugendliche als Opfer von Gewalt und als Täter


Abituradäquate Aufgabenstellung 13.02.2009

Thema: Eigendynamik erfolgreicher Gewalt als Erklärungsansatz und Grundlage für Intervention und Prävention

Unterrichtsinhalte:

  • Sozialpsychologische und psychoanalytische Ansätze der Prävention und Intervention bei Jugendkrisen, insbesondere bei Gewalt
  • Entwicklung und Konstruktion von Identität: Krappmann

Zu bearbeitender Text: Ferdinand Sutterlüty, Dynamik der Gewalt

Bearbeite die Aufgaben!

Sende die Texte per E-mail an: rolfeickmeier@gmail.com

Danke!

Rolf Eickmeier

Hier die Texte


Themen der Arbeitsblätter zur Gewaltprävention (Nolting)

  1. Aggressionen abreagieren - geht das?
  2. Die Anreger verändern
  3. Aggressionshemmungen fördern
  4. Alternatives Verhalten lernen
  5. Das Desintegrations-Verunsicherungs-Gewalt-Konzept

Was kommt in der Klausur konkret dran? Können Sie bitte die letzten 4Texte von Frau Hanke (Gruppenarbeit letzte Stunde)auf die Seite stellen? - Danke-


Volkshochschulvortrag zur Gewaltentstehung

Aufgabe zum 10.09.2008

Ihr seit als Experte/Expertin zu einem kurzen Vortrag (7 - 10 Min.) über Gewaltentstehung an die örtliche Volkshochschule eingeladen worden.

  • Erstellt auf einem DIN-A-4-Blatt ein Konzept (Stichwortzettel) zu einem Vortrag.

Zur Präsentation:

  • Entwerft ein(e) Grafik/Modell/Skizze, um Heitmeyers Erklärungsansatz zu verdeutlichen.

oder

  • Verdeutlicht seine Theorie in 10 Thesen (+ Begründung)

Überlegt, ob und inwieweit dieser Ansatz in der Praxis anwendbar ist.


13.08.2008

Text: Klaus-Jürgen Tillmann, Gewalt - was ist das eigentlich? in Wolfgang Melzer u.a. (Hrsg.), Schüler 1995: GewaltLösungen, Friedrich Verlag, seelze 1995, S. 10 - 13

Aufgaben:

  1. Vergleicht die Begriffseingrenzungen des Autors mit den in der Einführung verwendeten Gewaltverständnis.
  2. Nimm Stellung: Sollte strukturelle Gewalt generell aus einer engeren Definition von Gewalt ausgegrenzt werden?

Diese Stellungnahme bitte hier im Anschluss auf die Plattform stellen.


Bewusst erzeugte "strukturelle Gewalt"

Der Argumentation Tillmanns kann sicher zugestimmt werden. Wenn jedoch strukturelle Gewalt durch eine Poltik, die bewusst und planvoll menschenverachtend ist, herbeigeführt wird, entsteht eine andere Situation als von Tillmann beschrieben.

Es kann ja zur politischen Strategie gehören, Menschen in katastrophalen sozialen Verhältnissen leben zu lassen, und es kann politische Strategie sein, Angst zu erzeugen und Menschengruppen dadurch zu unterdrücken. Es kann auch zur politischen Strategie gehören in Teilen der (Dritten) Welt Armut zu erzeugen oder zu verstärken, jedenfalls die Veränderung der Verhältnisse zu verhindern, um den eigenen Reichtum zu erhalten und zu steigern.

Wenn dann Menschen in Ländern Afrikas zum Beispiel Hunger leiden, ausgebeutet werden und keine Chance haben, aus diesen Verhältnissen herauszukommen, ist das nicht doch eine Form von Gewalt - in diesem Fall auf jeden Fall von struktureller Gewalt?

Wer sich jedoch die Mühe von politischer Analyse macht, wird auch persönliche Verantwortlichkeiten bei vielen politisch Mächtigen und bei noch viel mehr politisch Gleichgültigen entdecken.

Wie könnte man das kenntlich machen, wenn nicht mit dem Begriff "strukturelle Gewalt"?

Rolf Eickmeier


Nimm Stellung: Sollte strukturelle Gewalt generell aus einer engeren Definition von Gewalt ausgegrenzt werden?

Grundlagen Text: Klaus-Jürgen Tillmann, Gewalt – was ist das eigentlich?

Da in der Frage bereits von einer engeren Definition die Rede ist, denke ich nicht, dass strukturelle Gewalt dazugezählt werden sollte, allein schon weil der Begriff, wie auch im Text beschrieben „uferlos“ wird (Z.166).

Darüber hinaus finde ich, dass die im Text genannte Definition von struktureller Gewalt – „Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potenzielle Verwirklichung“ (Z.216 ff); oder, wie angeblich „noch weiter…“, was im Grunde die Definition leichter ausgedrückt ist, „Gewalt ist „etwas Vermeidbares, das der menschlichen Selbstverwirklichung im Wege steht““ (Z. 220) – nicht zwingend als Gewalt gelten kann.

Sollte ein Mensch zum Beispiel überredet werden etwas nicht zu tun, was er aber eigentlich sehr gerne hätte tun wollen, so wurde keinerlei Gewalt angewendet und trotzdem ist die Verwirklichung der Person geringer als die Potenz derselben. Sowieso ist es vor allem heutzutage aufgrund vieler Faktoren, wie zum Beispiel Familienpflichten, schwierig die potenzielle Verwirklichung zur tatsächlichen zu machen (auch eine Familie gründet man normalerweise freiwillig).

Den Begriff „Gewalt“ als generellen Gegensatz zu „Frieden“ zu sehen (Z.193), halte ich auch für sehr frag- und diskussionswürdig.

Die Aufteilung von Gewalt in verschiedene unter Bereiche ist durchaus sinnvoll, aber ist spätestens nach der institutionellen Gewalt, welche auch spezifischer geklärt werden müsste, übertrieben.

So gesehen schließe ich mich der Meinung von Klaus-Jürgen Tillmann an: Wenn man strukturelle Gewalt in die Definition Gewalt mit einbringen will, Wird der Begriff „Gewalt“ „zu einem „catch-all“ Begriff, der zu einer sinnvollen Verständigung nicht beiträgt“ (Z.244), sowie seinem Vorschlag: „Man sollte die kritischen Intentionen, die mit dem Begriff der „strukturellen Gewalt“ verbunden sind, sehr wohl aufnehmen, aber die Definition deutlich enger fassen. Armut, Ungleichheit und Unterdrückung sind als Ursachenkomplexe“, höchstens „als Nährboden für Gewalt anzusehen; aber sie selbst als „Gewalt“ zu bezeichnen, trägt mehr zur Verwirrung als zur Klärung bei.“ (Z.253 ff).

                - Henrik Kozuchowski

Strukturelle Gewalt: eine andere Art von Gewalt?

Tillmann sagt in seinem Text, dass man strukturelle Gewalt nicht mit der eigentlichen Definition von Gewalt in Verbindung bringen kann. Im Gegensatz zu ihm denke ich aber, dass es keine großen Unterschiede zwischen diesen Arten von Gewalt gibt.

Sicherlich gibt es unterschiedliche Arten von Gewaltausübung, wie im Text beschrieben die körperliche und die verbale Gewalt. Strukturelle Gewalt empfinde ich als eine weitere Art Gewalt. Zu ihr zählen laut Johan Galtung gesellschaftliche Zustände wie Armut, Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Ich finde in diesen Fällen unterliegt man ja auch gewissen Arten von Gewalt, gegen die man sich nicht wehren kann und die einen am ungestörten Leben hindern. Die Folgen struktureller Gewalt sind vielleicht anderer Art, aber sicher genauso schlimm wie die Folgen von verbalen und körperlichen Attacken.

Ich muss zugegeben, dass sich der Begriff der Gewalt durch diese Ansicht wirklich etwas entgrenzt und man sicher nicht von „der“ Gewalt reden kann. Doch die strukturelle Gewalt macht deutlich, dass es viel mehr Arten von Gewalt gibt, als man im ersten Moment denkt. Unterdrückung und Armut sind nicht nur „Nährboden“ für die Gewalt wie Tillmann es in Zeile 228 sagt, sondern selber eine Art von Gewalt.

Strukturelle Gewalt von vorneherein aus einer engeren Definition von Gewalt auszugrenzen, lässt sie auf mich unwichtiger erscheinen, was sie aber nun wirklich nicht ist.

Jaqueline Seifert


Strukturelle Gewalt nur als eine Art von Gewalt in der Definition erwähnen

In dem Textabschnitt „Die Aufweichung des Begriffs: Strukturelle Gewalt ist überall“ stellt Tillmann die Auffassung des norwegische Friedensforscher Johan Galtung in Bezug auf den, von ihm stammenden, Begriff der „strukturellen Gewalt“ dar.

Laut Galtung könne dem menschlichen Körper, auch ohne identifizierbaren Täter, Gewalt zugeführt werden und er nennt als Beispiel für solche strukturelle Gewalt die Armut (Z.:202ff.).

Fraglich ist hierbei, ob es wirklich keinen Täter gibt. Wer ist oder könnte z.B. der oder die Schuldige für die Armut in Afrika sein? Die Regierung, andere Länder, die Afrika ausbeuten oder ausgebeutet haben,...?

Wenn man einen Schuldigen sucht, dann findet man auch meist einen- das liegt in der Natur des Menschen.

Daher würde ich nicht unbedingt sagen, dass die strukturelle Gewalt dadurch gekennzeichnet ist, dass sie keinen Täter hat.

Des Weiteren denke ich, dass die, in Zeile 215-222, gefasste Definition von struktureller Gewalt sehr allgemein gehalten ist.

Von „vermeidbaren Dingen, die der menschlichen Selbstverwirklichung im Wege stehen“ (Z.220ff) gibt es selbst in unserem Alltag einige, wie z.B. die Verspätung des Schulbusses oder der, im Text schon erwähnte, Stau auf der Autobahn. Ob man bei solchen Dingen von „Gewalt“ sprechen kann, ist mehr als fraglich.

Ich bestreite nicht die „ gewalthaltigen Potenziale, die in den Strukturen gesellschaftlicher Ungleichheit, Ausbeutung und Ungerechtigkeit stecken“ (Z.:235 ff.), sehe es aber als übertrieben an, „ dass alles Leid, dass alle Ungerechtigkeit der Welt nun als strukturelle Gewalt bezeichnet wird“ (Z.: 241-243).

Daher stimme ich Tilmann zu, dass der Definitionsbegriff der strukturellen Gewalt enger gefasst werden muss und der Begriff der strukturellen Gewalt selbst in der allgemeinen Gewaltdefinition, als eine Art von Gewalt, aufgeführt werden sollte.

Mariel


Strukturelle Gewalt besagt, dass Gewalt dann vorliegt, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potenzielle Verwirklichung (s. Text).

Somit wird Gewalt zu einem Oberbegriff für alles menschliche Leid und die Definition noch schwieriger gemacht. Auf Grund dessen wird Gewal zu einem so genannten "catch-all"-Begriff, was bereits ein Punkt wäre, warum strukturelle Gewalt aus einer engeren Definition ausgegrenzt werden sollte.

Nach dieser Definition wäre fast jede menschliche Tat Gewalt, was ihrem ursprünglichen Sinn jedoch nicht mehr entspricht. Ich denke, man sollte klare Grenzen zwischen psychischer, physischer und strukturellen Gewalt ziehen und den zu letzt genannten Begriff aus engeren Definitionen verbannen, da meiner Meinung nach Gewalt als aller erstes eine unmittelbare Interaktion zwischen Personen betrifft. Alles anderes sorgt nur für Verwirrungen.

Jana

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Meiner Meinung nach sollte strukturelle Gewalt aus der Definition von Gewalt herrausgenommen werden, da diese für mich nichts mit dem Gewaltbegriff an sich zutun hat. Gewalt liegt dann vor, wenn es zu einer Interaktion zwischen zwei oder mehreren Personen kommt und mindestens eine dieser Personen bewusst durch eine Andere geschädigt (psychisch oder physisch) wird. Bei struktureller Gewalt wird zwar einer Person Schaden zugefügt (zB. Armut), jedoch auf unbewusste Weise und ohne einen vorrangegangenen Konflikt. Es liegt keine direkte Interaktion zwischen zwei Personen vor.

Außerdem sollte man den Gewaltbegriff möglichst genau definieren um Zweideutigkeiten und "Aneinandervorbeigerede" zu vermeiden. Hierzu ist es erforderlich den Gewaltbegriff möglichst eng zu fassen und nicht zu einem "Oberbegriff" für verschiedene Themen zu machen.

Dinah


Strukturelle Gewalt: eine andere Art von Gewalt?

Der Begriff "Struckturelle Gewalt" umfasst, nach der Auffassung des Textes "Gewalt was ist das eigentlich" von Klaus-Jürgen Tillmann, <<alles menschliche Leid, von dem man sich vorstellen kann, dass es nicht so sein müsste, wie es ist>>(Z.229-31) und ist <<etwas Vermeidbares, das der menschlichen Selbstverwirklichung im Wege steht>>(Z.250-51).

Meiner Meinung nach sollte diese Auffassung von Gewalt von einer engeren Definition von Gewalt ausgegrenzt werden, da man mit einer solchen Ausweitung der Gewalt keine klaren Grenzen mehr sieht bzw. ziehen kann, der Begriff wird somit <<uferlos>>(Z.166).

Gewalt ist für mich Körperlich, z.B. durch Schläge/Prügel, oder psychisch, z.B. durch Mobbing/Unterdrückung. In meinen Augen wird Gewalt immer von einer oder mehreren Personen (Gruppe) ausgeübt und darf nicht <<entpersonalisiert>>(Z.187) werden z.B. wenn man Armut als Gewalt sieht.

Die Begriffe und Zustände, die unter "Strukturelle Gewalt" zusammengefasst werden, müssen auf jeden Fall als ernstes Thema angesehen werden, da diese zu "Gewalt" führen können, jedoch sollten diese nicht unter eine engere Definition von Gewalt fallen.

Carina Benner


Meine Meinung zur Frage, ob man strukturelle Gewalt generell aus einer engeren Definition von Gewalt ausgrenzen sollte, stimmt mit der von Herrn Kozuchowski weitestgehend überein.

Im allgemeinen halte ich es auch für problematisch, wie unterschiedlich die Ansichten hinsichtlich einer Definition des Begriffs "Gewalt" sind und wie unpräzise die, im Text von Klaus-Jürgen Tillmann genannte, Definition struktureller Gewalt („Gewalt ist „etwas Vermeidbares, das der menschlichen Selbstverwirklichung im Wege steht““ (Z. 220)") formuliert ist. Ich stimme Tillmann hier eindeutig zu, dass eine derartig weiträumige Verwendung des Begriffs hauptsächlich zur Verwirrung beiträgt. Ebenso halte ich es für wenig sinnvoll, den Begriff "Gewalt" als generellen Gegensatz zu "Frieden" zu definieren, wie der norwegische Friedensforscher Johan Galtung. Hierfür wäre es zunächst erforderlich den Begriff "Frieden" eindeutig zu definieren.

Dennoch gebe ich Herrn Eickmeier recht, dass der Begriff "strukturelle Gewalt" in dem von ihm genannten Beispiel durchaus angemessen wäre, auch ohne direkte Interaktion zwischen "Täter" und "Opfer". Im Gegensatz zu Jana denke ich schon, dass den Personen hierbei auch bewusst Schaden zugefügt wird. Insgesamt finde ich, dass der Begriff der "strukturellen Gewalt" in eine engere Definition von Gewalt nicht weniger passt als beispielsweise der Begriff der "institutionellen Gewalt". Beides hat ja mit der ursprünglichen Vorstellung physisch ausgeübter Gewalt kaum noch etwas zu tun. Wollte Tillmann die "strukturelle Gewalt" also nur als "Nährboden" für Gewalt definieren (Z. 258), so müsste dies meiner Meinung nach auch für die "institutionelle Gewalt" gelten. Ich denke jedoch, dass "Gewalt" bereits zu einem sehr allgemeinen-, vielleicht sogar zu einem "catch-all"-Begriff geworden ist, bei dem es ohnehin präziserer Erläuterungen bedarf (siehe Definitionsversuche unten).

Charlotte


Strukturelle Gewalt

In dem Textausschnitt „Strukturelle Gewalt ist überall„ von Klaus-Jürgen Tillmann wird eine neue Definition von Gewalt aufgeführt. Hört man das Wort „Gewalt„ so denkt man an verbale oder körperliche Gewalt. Hierbei wird aufjedenfall jemandem geschadet.

Betrachtet man nun aber die strukturelle Gewalt von dem norwegischem Friedensforscher Johan Galtung, so wird diese Art von Gewalt allgemeiner definiert. Laut Galtung bedeutet diese:

  • die Beeinflussung von Menschen(Z.216)
  • geistige Verwirklichung ist geringer als potentielle (Z. 217)
  • sie ist vermeidbar (Z.220)
  • braucht keinen Täter (Z.207)

Ein Beispiel für Punkt vier ist Armut.

Aber wer ist wirklich schuld daran? In manchen Fällen sind die Opfer selber Schuld. Haben sie dann Gewalt an sich selbst angewandt? Schließlich haben die Menschen in den meisten Ländern das Recht und die Möglichkeit eine Arbeit zu haben.

In Afrika ist dies anders. Ist da etwa die Regierung der Gewalttäter? Man kann es nicht genau sagen. Es wird jedoch deutlich, dass der Begriff hier, wie im Text gesagt wird, als ein ,,catch-all'' verwendet wird. (Z.244)

Meiner Meinung nach hat Tillmann vollkommen Recht, denn die strukturelle Gewalt von Galtung wird einfach zu allgemein gefasst. Bezüglich der Armut, denke ich, dass man im alltäglichen Leben dieses Wort nicht direkt mit Gewalt assoziiert. Daher sollte man die Definition enger fassen, um mehr Klarheit zu verschaffen.

Ulla


Experten-Definitionen von "Aggression" und "aggressivem Verhalten"


Eigene Definitionen von "Aggression" und "Gewalt"

Text von Ulla


Aggression:

Aggression ist ein Zustand, der sich in Verhaltensweisen äußert, die auf Zerstörung und Verletzung abzielen. Dies kann sowohl auf Gegenstände/Objekte als auch auf andere Personen sowie auf die eigene Person angewandt werden (in diesem Fall spricht man von Autoaggression).

Zudem kann Agression psychisch, verbal oder physisch zum Ausdruck kommen und ist somit auch entsprechend zu unterscheiden.

Gewalt:

Gewalt in Bezug auf Aggression oder auch als Folge muss in viele Bereiche unterschieden werden, was eine (kurze und) klare Definition nahezu unmöglich macht.

Gewalt kann psychisch oder physisch, personell oder strukturell sein. Sie kann auch zur Machtausübung dienen. Wichtig ist auch der Zusammenhang zwischen Gewalt und Zwang/Zwängen. Eine gewaltausübende Person kann eine Person zwingen, was wiederum auch eine Art Machtausübung ist.

Man selbst kann auch Zwänge haben, die man nicht bewältigen kann. Das Thema Gewalt geht über viele Bereiche, die oft noch miteinander verwickelt sind.

                             Henrik (@ Jannik: Und ich war doch schneller! =P)

Aggression:

Ist ein Zustand, in dem man bereit ist, andere Lebewesen aber auch Gegenstände zu beschädigen oder zu zerstören. Dieses Verhalten ist immer destruktiv und nicht den Normen entsprechend.

Aggression kann verbal, z.B. durch üble Beschimpfungen ausgedrückt werden. Non-Verbal zeichnet sie sich z.B. durch Schlagen oder Sachbeschädigung aus.

Meistens ist dieses Verhalten durch eine Affekthandlung begründet und entsteht durch Frustration, den eigenen Trieben oder dem eigenem Umfeld.

Gewalt:

Ist ein Verhalten, welches anderen Menschen psychischen Schaden zufügt. Dieses kann sowohl verbal als auch non-verbal geschehen. Gewalt geschieht meistens gezielt und ist oft eine gesteigerte Form von Aggression. Sie wird außerdem oft verwendet um seine Macht auszudrücken.

Julia


Gewalt:

Der Begriff Gewalt umfasst das Schädigen einer anderen Person, welches in physischer (Schlagen), aber auch psychischer (Beleidigungen) Form möglich ist.

Häufiges Ziel ist es, Macht auszuüben, seine höhere Rangstellung deutlich zu machen und seine Intentionen durchzusetzen.

Aggression:

Aggression kann als eine Vorstufe der Gewalt gesehen werden. Es beschreibt das Auftauen von negativen Emotionen durch Gewalt- bzw. Hassgedanken. Der Mensch hat in den meisten Fällen die Absicht, schädigend und verletzend auf die Mitmenschen einzuwirken.

Jana


Aggression:

  • auf Wut und/oder Frustration basierend
  • sowohl verbal, als auch non-verbal
  • kann als Angriff, Verteidigung oder Flucht genutzt werden
  • nur aktiv (?)

Gewalt:

  • auf Aggression folgend
  • der Mensch will zwanghaft seinen Willen durchsetzen
  • sowohl aktiv, als auch passiv
  • psychisch und physisch

Katharina


Aggression

Aggression ist ein Zustand, in dem negative Gefühle und Gedanken eines Individuums angehäuft sind . Eine solche Anstauung kann plötzlich entstehen, d.h. von einem bestimmten Auslöser verursacht werden oder sich über längere Zeit entwickeln.

Aggressionen haben jedoch immer einen bestimmten Auslöser. Ein Individuum ist nicht von Natur aus aggressiv.

Gewalt

Gewalt kann - muss aber nicht - die Folge von Aggressionen sein. Es gibt nonverbale, verbale, physische und psychische Gewalt. Übt ein Individuum Gewalt aus, dann schädigt es entweder sich selbst, ein anderes Individuum oder ein anderes Objekt.

Die sog. Gewaltbereitschaft ist bei allen Individuen unterschiedlich.

Mariel


Agression:

Agression bedeutet für mich, wenn sich schlechte Gefühle in jemanden aufstauen und diese dann an anderen Personen oder Gegenständen ausgelassen werden. Dies kann zum Bespiel dadurch kommen, dass die eigenen Bedürfnisse nicht genügend befriedigt werden, so kann man durch Hunger, zu wenig Schlaf, Schmerzen und zu wenig Kontakt zu Freunden agressiv werden.

Auch kann es sein, dass sich über die Zeit immer mehr (kleinere) Frustationen ansammeln, bis irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem man die Agressionen auslässt. Man kann durch Aggressionen gewalttätig werden.

Gewalt:

Unter Gewalt verstehe ich, dass man sich selbst, anderen Personen oder Gegenständen schadet. Man unterscheidet körperliche Gewalt (Schläge, Verbrechen allgemein etc.) und seelische Gewalt (Mobbing etc.).

Es ist immer ein Mittel zum Zweck, da die Täter durch ihre Gewalttaten etwas erreichen wollen. Sie wollen z.B. Gefühle wie Angst und Erniedrigung verbreiten, ihre Macht deutlich machen oder sich auch durch Selbstverletzen positive Gefühle schaffen. Außerdem wollen einige durch Erpressung materielle Dinge bekommen, wie z.B. Geld oder Freilassung von Gefangenen.

Jaqueline


Gewalt

Für mich bezeichnet der Begriff "Gewalt" das Vermögen zur Durchführung einer bestimmten Handlung, beinhaltet jedoch nicht, ob diese rechtmäßig ist. Er wird in der heutigen Zeit jedoch meistens mit dem Durchsetzen einer Sache mit psychischem bzw. physischem Zwang in Verbindung gesetzt.

Aggressionen

"Aggressionen" sind Verhaltensformen, mit dem Ziel, andere Lebewesen oder Dinge auf unterschiedlicher Art und Weise zu (be)schädigen. Sie können sich in verschiedenen Angriffen äußern: psychisch (z.B. Ausgrenzung), verbal (z.B. Beleidigung) oder tätlich.

Pascal


Aggressionen

Unter Aggression oder Frustration verstehe ich das Gefühl, welches aus Wut und Ärger ensteht. Wenn diese Wut das Fass zum Überlaufen bringt, äußert sie sich in Gewalt.

Die Ausübung von Gewalt verläuft unterschiedlich und ist verschieden stark ausgeprägt, d.h. je nachdem wie stark die Wut und Aggression ist, desto stärker ist die ausgeübte Gewalt.

Verena


Eigene Definition von Gewalt

Aggression:

Aggression ist ein leidenschaftliches Gefühl aus Frustration und Hass auf jemanden oder etwas. Aggression können entweder innerlich bleiben oder ausgelebt werden. Beispiel: Ich beobachte eine Schlägerei und baue innerlich eine Wut auf den Täter auf. Ich behalte die Aggression nun entwerder für mich oder ich mische mich mit Worten oder Handgreiflichkeiten ein.

Gewalt:

Der Begriff ,,Gewalt'' kann mehrere Bedeutungen haben. Zum einen bedeutet es Macht, zum anderen seelische und körperliche Schädigung. Man kann sie an anderen oder an sich selbst ausüben.

Seelische Gewalt beinhaltet, sich selbst oder jemand anderen durch Gefühle und Worte zu verletzten. Mobbing ist ein klassisches Beispiel. Jemand wird durch andere seelisch nieder gemacht, jedoch nicht körperlich angegriffen. Körperliche Gewalt ist die physische Schädigung.

Valerie


Gewalt

Meiner Meinung nach ist Gewalt das bewusste Schädigen einer anderen Person oder einem Objekt, bzw. ein unrechtmäßiges Vorgehen gegen diese/s. Gewalt kann psychisch oder körperlich angewand werden und wird meist unter Zwang zur Geltung gebracht. Angewendet wird Gewalt meisten um seine Macht zu zeigen oder einen besseren Rang (zB. Wolfsrudel) zu erlangen.

Aggression

Im Gegensatz zur Gewalt sind Aggressionen immer begründet. Sie treten aus Gefühlen,zB. Hass, Neid oder Frustration hervor.Auch sie können körperlich und psychisch vorkommen und in Gewalt enden. Sie können sich sowohl gegen andere richten, als auch gegen die eigene Person.

Dinah


Nimm Stellung: Sollte strukturelle Gewalt generell aus einer engeren Definition von Gewalt ausgegrenzt werden?

Strukturelle Gewalt besagt, dass Gewalt dann vorliegt, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potenzielle Verwirklichung (s. Text).

Somit wird Gewalt zu einem Oberbegriff für alles menschliche Leid und die Definition noch schwieriger gemacht. Auf Grund dessen wird Gewal zu einem so genannten "catch-all"-Begriff, was bereits ein Punkt wäre, warum strukturelle Gewalt aus einer engeren Definition ausgegrenzt werden sollte.

Nach dieser Definition wäre fast jede menschliche Tat Gewalt, was ihrem ursprünglichen Sinn jedoch nicht mehr entspricht. Ich denke, man sollte klare Grenzen zwischen psychischer, physischer und strukturellen Gewalt ziehen und den zu letzt genannten Begriff aus engeren Definitionen verbannen, da meiner Meinung nach Gewalt als aller erstes eine unmittelbare Interaktion zwischen Personen betrifft. Alles anderes sorgt nur für Verwirrungen.

Jana

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Meiner Meinung nach sollte strukturelle Gewalt aus der Definition von Gewalt herrausgenommen werden, da diese für mich nichts mit dem Gewaltbegriff an sich zutun hat. Gewalt liegt dann vor, wenn es zu einer Interaktion zwischen zwei oder mehreren Personen kommt und mindestens eine dieser Personen bewusst durch eine Andere geschädigt (psychisch oder physisch) wird. Bei struktureller Gewalt wird zwar einer Person Schaden zugefügt (zB. Armut), jedoch auf unbewusste Weise und ohne einen vorrangegangenen Konflikt. Es liegt keine direkte Interaktion zwischen zwei Personen vor.

Außerdem sollte man den Gewaltbegriff möglichst genau definieren um Zweideutigkeiten und "Aneinandervorbeigerede" zu vermeiden. Hierzu ist es erforderlich den Gewaltbegriff möglichst eng zu fassen und nicht zu einem "Oberbegriff" für verschiedene Themen zu machen.

Dinah