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Geschichte10b / Versailler Vertrag

Versailler Vertrag


Themeneinteilung:

Florian: 1 Armin: 2 Consti: 4


Der Versailler Vertrag

Inhalt des Vertrages

Der Versailler Vertrag ist in 15 Teile mit insgesamt 440 Artikeln aufgeteilt. Nach Wilsons entsprechend wurde die Völkerbundssatzung als Teil I allen Pariser Friedensverträgen vorangestellt, außerdem blieb Deutschland zunächst aus dem Völkerbund ausgeschlossen.

Die deutschen Gebietsverluste umfassten an der Westgrenze Elsass-Lothringen und Eupen Malmedy(Teil II und Teil III). Ebenso wie das Saargebiet ,dass 15 Jahre unter der wirtschaftlichen Verwaltung Frankreichs stehen sollte. Nach diesen 15 Jahren sollte das Volk abstimmen zu welchem Land es gehört. Auch im Norden gab es eine Volksabstimmung in der Region Norschleswigs, hier entschied sich der Großteil ein Teil von Dänemark zu werden. Im Osten hatte Deutschland ebenfalls Gebietverluste zu verkraften.Hier fielen die Provinzen Posen und Westpreußen bis auf Restgebiete an Polen. Ostpreußen wurde nun durch den polnischen Korridor von dem übrigen Reichsgebiet getrennt und stand unter alliierter Besatzung.

Der im November 1918 gebildeten Republik Deutsch-Österreich wurde der »Anschluss« an das Deutsche Reich verboten (Art. 80; Österreich, Geschichte). Die deutschen Kolonien fielen als Mandatsgebiete an den Völkerbund ( Teil IV). Insgesamt wurden vom Reichsgebiet (ohne Kolonien) 70 579 km2 mit 7,3 Mio. Einwohnern abgetrennt. Deutschland verlor drei Viertel seiner jährlichen Förderung von Zink- und Eisenerz, über ein Viertel Steinkohle sowie rd. ein Sechstel seiner Getreideernte.

In Teil V wurde festgelegt, dass Deutschland in den Zonen der großen deutschen Flüsse im Umkreis von 50 km von z.B. dem Rhein keine militärischen Einheiten und Befestigungen haben durfte. Zusätzlich dazu enthielt der Teil V des Versailler Vertrages militärische Bestimmungen:

  1. Bei der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und des Generalstabs wurde das Landheer auf 100 000 Mann bergrenzt. Diese 100 000 müssen eine 12-jährige(für Offiziere 25-jährige) Dienstzeit besitzen.
  2. Schwere Artillerie, Panzer und Luftwaffe sind verboten bzw. untersagt.
  3. Die Marine deren Höchstbestand 15 000 Mann betrug, wurde lediglich auf sechs Linienschiffe, sechs kleine Kreuzer, 12 Zerstörer und 12 Torpedoboote reduziert.

Dies sollte das deutsch Reich schwächen ihm aber noch genügend Kraft lassen um die Grenzen nach Osten absichern zu können bzw. gegen revolutionäre Erhebungen im Innern vorgehen zu können.

Hier könnt ihr euch noch mal eine Karte anschauen wie Deutschlands Flüsse nach der Entmilitarisierung nach dem Versailler Vertrag aussah: http://content.grin.com/binary/wi24/100195/4.gif

Die Teile VIII und IX behandelten die Reparationen. Sie wurden mit der in Art. 231 allein Deutschland und seinen Verbündeten zugewiesenen Kriegsschuld begründet (zur Kriegsschuldfrage Weltkrieg, Erster W.).

Es gab noch weitere Nachtile für Deutschland in den Teilen X bis XII es wurde nämlich 1921 im Londoner Ultimatum beschlossen, dass deutsches Eigentum im Ausland Liquidiert wird und fast die ganze Handelsflotte ausgaliefert wird. Zusätzlich sollte die Internationalisierung des Nord-Ostsee-Kanals ein wieder erstarken der deutschen Wirtscheaftsmacht verhindern.

Teil XIV bestimmte den Rückzug der deutschen Truppen aus den ehemaligen russischen Gebieten und die alliierte Besetzung des Saargebietes; das Gebiet links des Rheins mit rechtsrheinischen Brückenköpfen bei Köln, Koblenz und Mainz wurde in drei Zonen aufgeteilt, die für 5, 10 beziehungsweise 15 Jahre unter alliierter Besetzung bleiben sollten. - Art. 231 belastete das Verhältnis Deutschlands zu den Siegermächten schwer; er war der umstrittenste Teil des Vertrages.

Unausgeführt blieben die Strafbestimmungen (Art. 227-230): Anklage gegen Kaiser Wilhelm II. sowie gegen deutsche »Kriegsverbrecher«. Der Versailler Vertrag wurde von den USA nicht ratifiziert. Doch übernahm der deutsch-amerikanische Friedensschluss im Berliner Vertrag vom 25. 8. 1921 u. a. die Bestimmungen über Reparationen, Kolonien, Entwaffnung und Rheinlandbesetzung.

Die Revision des Vertrages:

Die Revision des Vertrages wurde das zentrale außenpolitische Ziel der Regierungen der Weimarer Republik. Deutschland konzentrierte sich zunächsz uf die Vorzeitige zurückgewinnung des Rheinlandes und die Lösung der Reparationsfrage. Deutschland konnte schließlich beides im Jahre 1930 erreichen.

Bei vielen Deutschen verband sich die Ablehnung des »Diktats von Versailles« mit dem Unvermögen, die Wirklichkeit der schweren Niederlage anzuerkennen (Dolchstoßlegende). Dies bot v. a. am Ende der Weimarer Republik den Nationalsozialisten die Möglichkeit, propagandistisch gegen das »System von Versailles« zu Felde zu ziehen und diese Parole im Kampf gegen den demokratischen Verfassungsstaat einzusetzen.

Nachdem bereits viele Artikel revidiert beziehungsweise umgangen worden waren, erfolgte nach 1933 der offene Bruch des Vertrages durch die NS-Regierung (v. a. Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 in Deutschland, Einmarsch deutscher Truppen in das entmilitarisierte Rheinland 1936); durch einseitiges Aufkündigen am 30. 1. 1937 wurde der Versailler Vertrag auch offiziell beendet (Nationalsozialismus).

von der Website: http://dic.academic.ru/dic.nsf/ger_enc/157675/Versailler

Fragen:

  1. Recherchiere im Internet was die Teile XIII und XV des Vertrages besagen!
  2. Was genau besagt das Londoner Ultimatum?
 ( Constantin )

Ziele der Siegermächte

  1. Ziele Frankreichs

Andre Tardieu, von dem die Ziele Frankreichs zusammengefasst wurden, sagt:" Siecherheit zu schaffen war die erste Pflicht. Den Wiederaufbau zu organisieren war die Zweite."

Frankreich wurde von Deutschland innerhalb eines halben Jahrhunderts zweimal angegriffen. Der erste Angriff war erfolgreich und der Zweite zerstörte große Flächen von Frankreich. Deshalb forderte der französische Ministerpräsident Georges Clemenceaus, dass ein zweiter Einmarsch von Deutschland unmöglich gemacht wird. Zudem forderte er auch, was eigentlich selbstverständlich war, die Rückgabe von Elsass-Lothringen. Daher strebte er die Rheingrenze und eine möglichst weitgehende Schwächung Deutschlands an. Sein zweites Ziel war eine Entschädigung für die Zerstörung und die Abdeckung der Interalliierten Schulden-diese hatte Frankreich vor allem bei den Vereinigten Staaten.

  1. Ziele Großbrittaniens

Zwar hatte Großbrittanien weniger unter dem Krieg gelitten als Frankreich, hatte sich aber ebenfalls zur Finanzierung seiner Kriegsbeteiligung bei der amerikanischen Regierung hoch verschuldet. Deshalb wollte die britische Regierung, nicht zuletzt angesichts der Entwicklung in Russland, ein Machtvakuum in Mitteleuropa vermeiden und Deutschland daher im Sinne der Klassischen Balance of Power-Strategie nicht zu sehr schwächen. außerdem strebte die Regierung seiner Majestät eine nachhaltige Schwächung der deutschen Position in Übersee an. Ursprünglich sollten die finanziellen Forderungen von dem britischen Premierminister David Llyod George nur die britischen Kriegskosten decken. Die öffentliche Meinung des normalen Volkes in Großbrittanien war ja durch den Krieg stark gegen Deutschland aufgebracht, das zeigte sich auch in den sogenannte Khaki-Wahlen vom 14. Dezember 1918.

Dahinzu kam, dass unter dem starken innenpolitischen Druck Llyod George eingewilligt hatte, dass in die Reparationen, die Deutschland auferlegt wurden, auch der Wert sämtlicher Tensionen für Invalide und Kriegshinterbliebene einberechnet wurde. Dies lies den Wert der Reparationen enorm steigen.

  1. Ziele Italiens

Obwohl das Königreich Italien zögerlich in den Krieg eingetreten ist, nutzte es die Chance mit dem Sieg die letzten "Irrendenta" Trentino und Triest dem italienischen Staatsgebiet anzufügen. Dadurch gewann Italien eine leicht zu verteidigende Grenze (Brenner) und eine Kolonie (Dodekanes). Die Italienischen Forderungen gingen folglich im Wesentlichen in die Vertragstexte von Saint-Germain-en-Laye und Sevres ein.

  1. Ziele der USA/Vereinigten Staaten:

Die amerikanischen Kriegsziele waren die Aufhebung sämtlicher Handelsbeschränkungen unde die Freiheit der Seeschifffahrt, deren Verletzung durch Deutschlands uneingeschränkten "U-Boot-Krieg" der Anlass zum Kriegseintritt der USA gewesen war. Darüber hinaus strebte Präsident Woodrow Wilson eine gerechte Friedensordnung an die einen weiteren Weltkrieg unmöglich machen sollte. Die Skizzen einer solchen Friedensordung, die auch die anderen amerikanischen Kriegsziele enthielt, veröffentlichte er im Januar 1918 mit seinem berühmten 14-Punkte-Programm.

Fragen:

  1. Lies dir den Text über George Lloyd durch und gib die wichtigsten Daten an!
  2. Fasse alle Ziele der Siegermächte nocheinmal kurz zusammen!

( Florian )

Folgen für das Deutsche Reich

Nach der Unterzeichnung des versailler Vertrags zogen über 1 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat in das deutsche Kernland. Sie flüchteten oder wurde vertrieben. Zu dieser Zeit konnten für die Flüchtlinge und Vertriebenen weder Arbeitsplätze noch Wohnraum oder soziale Hilfe geboten werden. Außerdem haben viele Millionen Deutsche, die sich entschlossen hatten in ihrer Heimat zu bleiben, 20 Jahre lang unter Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung gelitten. Und als ab 1934 die wirtschaftliche Lage Deutschlands wieder deutlich besser wird, und die Flüchtlinge in ihrer Mehrzahl wieder Arbeit und Wohnraum finden und über 3 Millionen Deutsche heimkehren, wollen vor allem diese gerade von der Fremdherrschaft erlösten Deutschen sicher nicht schon wieder eine nächste Niederlage gegen ihre letzte Fremdherrschaft einstecken. Für sie, wie für die Mehrheit aller Deutschen ist der neue Kriegsanlass von 1939 nur die konsequente Fortsetzung einer Außenpolitik, die ihnen gerade selbst zur Befreiung von einer Fremdherrschaft verholfen hat. Der Erste Weltkrieg ist für fast alle kämpfenden Parteien auch ein finanzieller Verlust gewesen. Die Deutschen hatten ihre Kriegsausgaben mit Steuern und mit Staatsanleihen selber finanziert. Die Briten und Franzosen hatten sich die nötigen Gelder größtenteils bei Banken in Amerika geliehen. Die Kriegskosten der USA dagegen waren durch den späten Eintritt in den Krieg relativ gering geblieben. Und so versuchten die Regierungen Englands und Frankreichs, ihre Kriegsschulden und Kriegslasten nach 1919 aus Deutschland einzutreiben. Nach dem Krieg wurden Deutschland Kolonien, Auslandsvermögen, Patente und Industrieanlagen abgenommen, aber auch bares Geld musste Deutschland in großen Mengen an die Siegermächte übergeben.

Fragen:

  1. Warum sind so viele Deutsche nach der Unterzeichnung geflüchtet? Recherchiere!

(Armin)