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FruehkindlicheEntwicklung / Sabrina Beyer

Reif für´s Altersheim?!

„Ich glaub, ich bin reif für´s Altersheim!“ Ein Satz, der ganz einfach über die Lippen geht, aber was ist das perfekte Alter, um in eine solche Einrichtung einzuziehen? Ich habe mich in der letzten Zeit etwas näher mit dem Thema Altertum beschäftigt und werde nun zur Beantwortung der Frage erst einmal die Dienstleistungen eines Altenheimes beschreiben:

Ein Altenheim, eine Wohngemeinschaft/-heim für alte Menschen, die sich nicht mehr selbst verpflegen können, keine Familie haben oder nicht ohne Hilfe alleine leben können. Das Kreis-Altenheim in Blomberg verspricht seinen Bewohnern:

  • für sie da zu sein, wenn trotz Hilfen durch Angehörige, Sozialstationen und andere soziale Dienste eigenständiges Wohnen unmöglich ist
  • in Würde alt zu werden und sie in der Gestaltung ihres Lebensraumes anzuregen und dadurch ihre Selbstständigkeit zu erhalten und zu erweitern
  • sie zu pflegen und Aktivierungsmaßnahmen durchzuführen, sowie sie vor der Vereinsamung durch physische und psychische Veränderungen zu schützen
  • psychische Hilfe durch Gespräche, das Alter als natürlichen Lebensweg anzunehmen (Eine Therapeutin, die Gerontopsychiatrie (Seelenheilkunde) und Geriatrie (Altersheilkunde mit Spezialisierung auf die Krankheiten des alten Menschen) studiert hat, steht für solche Gespräche zur Verfügung.)
  • sie bis in den Tod zu begleiten und in der Phase des Sterbens für sie da zu sein

Oft gibt es im Altenheim in Blomberg Klön-Abende, Konzerte (mit Auftritten der Bewohner), Sing-/ Spiel-Abende, außerdem einen Snoezelraum und Gymnastik.

Eigentlich nimmt das Altenheim in Blomberg nur Menschen auf, die das 80. Lebensjahr schon erreicht oder überschritten haben, jedoch kommen immer öfter auch jüngere Menschen zu ihnen. Warum?

Oft kommen Menschen, die drogenabhängig und austherapiert sind zu ihnen, sie werden von der Klinik direkt ins Altenheim geschickt, da sie sich durch ihre Abhängigkeit nicht selbst pflegen und ernähren können. Außerdem werden immer mehr Wachkoma-Patienten und MS-Kranke (Rückenmarkskrankheit) zu Altenheimbewohnern. Die meisten von ihnen können noch eigenständig gehen, denken und handeln. Sie ziehen sich immer mehr zurück und werden depressiv, da sie keine Aufgabe/Arbeit mehr haben, sie fühlen sich nutzlos, unwürdig und ihre Bedürfnisse, wie Sex, Unterhaltungen und Unternehmungen mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten bleiben unbefriedigt. Für solche Fälle steht eine Therapeutin zur Verfügung und es werden kleine Aufgaben verteilt.

Das Gegenstück zu ihnen sind die schon sehr alten und altersschwachen Menschen, unter denen die meisten an (starker) Demenz oder anderen typischen Alterskrankheiten, die häufig mit der Demenz zusammenhängen (allmählicher Intelligenzabbau, Wahnvorstellungen, Immobilität, Instabilität, Inkontinenz der Blase/des Darms, Wahrnehmungseinschränkungen etc.), leiden. Sie können sich häufig nicht mehr integrieren, da ihre Demenz schon zu weit fortgeschritten ist. Sie ziehen sich also zurück, haben keine Kontakte, meiden diese evt. auch sogar, laufen weg und haben oft Ängste. Diese Menschen brauchen sehr viel Zuneigung, Zuwendung und Hilfe, die sie zu Hause durch Familienangehörige nicht ausreichend bekommen konnten durch Zeitmangel oder Ähnlichem, aber im Altenheim.

Aber warum? Was macht die Demenz mit den Menschen und was ist es überhaupt? Heutzutage leiden 71,7% der ab 80-jährigen an Demenz (lat. „Abnehmender Verstand“). Demenzkranke haben Einschränkungen in der Sprache, Motorik (fein und grob), Denkvermögen, Identifikation, Gedächtnisstörungen etc.. Das Parkinson-Syndrom ist auch eine Form von Demenz, bei ihm wird der Körper steif, der Gang wird kleinschrittig, schlurfend und breitbeinig; sie sind besonders fallgefährdet. Die häufigste Ursache für Demenz ist Alzheimer.

Warum gerade alte Menschen so anfällig für Demenz sind? Es liegt schlicht und einfach am Alter! Man sagt zwar immer „Mit dem Alter kommt die Weisheit“, jedoch kommen mit ihm auch Gedächtnis-, Motorik-, Sprach- und Denkstörungen, Inkontinenz etc., eben die typischen Alterssyndrome (gleichzeitig und gemeinsam auftretende Symptome/Merkmale).

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen:

Ein bestimmtes Alter für den Einzug in ein Altenheim gibt es nicht, denn solange der Betroffene nicht selbst zu dieser Entscheidung kommt oder der Entscheidung Angehöriger o.Ä. zustimmt, sollte niemand in ein Altenheim geschickt werden, da es sonst zu Depressionen etc. kommt.

Zu Begriffsklärungen und weiteren Infos empfehle ich wärmstens www.wikipedia.de

z.B. Alterskrankheiten

Therapien/Heilkunden:

Außerdem zur Demenz:

Kreis-Altenheim Blomberg und andere in der Nähe:

  • www.jung-alt.de

und eine 100-jährige Dame, die noch nicht „Reif für´s Altersheim“ ist

2030 - Aufstand der Alten

Anhängend möchte ich noch etwas zum Film „2030 - Aufstand der Alten“ sagen: Die Doku-Fiction spekuliert über unsere nahe zukünftige Gesellschaftslage und vor allem der Zukunft der alten Menschen im Hinblick auf den Weiterverlauf unserer heutigen Gesellschaftslage.

Schon heute haben wir mehr alte als junge Menschen, bedingt durch die sinkende Geburtenrate seit den 60er Jahren und der ebenfalls sinkenden Mortalität durch die am Leben erhaltenden Maschinen, künstlichen Organe, Medizin etc.. Im Film wird genau dies weitergeführt und so kommt es dazu, dass im Jahre 2030 ein 72-jähriger Mann den Vorstandsvorsitzenden des Wellness-Konzerns „Prolife“ als Geisel nimmt und später ihn und sich tötet. Lena Bach, Journalistin, will herausfinden, wie es so weit kommen konnte. Während ihrer Recherchen stößt sie auf viele interessante Fakten, auf die ich hier näher eingehen möchte und somit den weiteren Filmverlauf außen vor lasse:

Im Jahr 2030 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen bei zirka 86 Jahren, für Männer bei zirka 81 Jahren. Es gibt eine so genannte Zwei-Klassen-Medizin, die schon heute Realität ist: Auf der einen Seite stehen die Privatpatienten, denen auch neue Behandlungsmethoden bezahlt werden, auf der anderen Seite die Kassenpatienten, deren Behandlungen nur erstattet werden, wenn sie im gesetzlichen Leistungskatalog stehen. 2030 wird dies nicht anders sein, sogar werden manche Operationen aus Geldgründen gar nicht mehr durchgeführt. Medizinjurist Oliver Tomein befürchtet, dass legale Sterbehilfe dazu führen könnte, "sich für einen schnellen Tod zu entscheiden, weil bessere Möglichkeiten aus Kostengründen nicht zu verwirklichen sind".

Da wir schon von Altenheimen gesprochen haben : Viele Bewohner von Pflegeheimen werden schon heute "mangelhaft ernährt und nicht mit ausreichend Flüssigkeit versorgt". Doch in der nahen Zukunft werden Menschen von Maschinen statt Menschen versorgt, um Personal einzusparen, von Menschenwürde keine Rede mehr. Schon heute müssen immer weniger "Junge" immer mehr "Alte" versorgen, in naher Zukunft jedoch wird einem Rentner nur noch etwa ein Erwerbstätiger gegenüberstehen, während es heute noch zwei Erwerbstätige sind. Armut im Alter spielt eine große Rolle in dem Film, denn durch zu niedrige Renten, die sich bis zum Jahre 2030 auf Hartz IV-Niveau zuspitzen kann, werden immer mehr alte Menschen zu Kleinkriminellen und Suizidgefährdeten.

Ich fand den Film sehr interessant, da ich dadurch noch mehr über unsere heutige Gesellschaftslage erfahren konnte und mir nun auch ihre erschreckende Zukunft ein wenig vorstellen konnte. Ein sehr sehenswerter Film, bei dem es noch viel nachzuforschen und nachzulesen gibt. Dies könnt ihr unter