Geboren im falschen Körper!
Mann ist Mann und Frau ist Frau...
...aber für viele schon lange nicht mehr! Doch kaum einer weiß, wie es ist, wenn das einmal nicht so ist. Tatsächlich kommen aber etwa 1 von 20.000 Menschen im falschen Körper auf die Welt.
Bei Transsexuellen entspricht das körperliche Geschlecht nicht der empfundenen Geschlechtsidentität. Transsexuelle Menschen sind biologisch zwar eindeutig weiblich oder männlich, jedoch nehmen sie sich als Angehörige des anderen Geschlechts wahr und verhalten sich auch entsprechend. Gewöhnlich streben Transsexuelle danach, sich auch körperlich dem gefühlten Geschlecht anzupassen. Der Begriff Transsexualität bezieht sich auf eine Störung der Geschlechtsidentität und nicht auf eine sexuelle Ausrichtung, wie zum Beispiel bei der Homosexualität.
Die Ursachen für das Entstehen von Transsexualität sind nicht hinreichend geklärt. Ausschließlich psychische oder soziale Ursachen werden ausgeschlossen.
Die meisten Transsexuellen spüren schon in ihrer frühen Kindheit, dass mit ihnen etwas anders ist. Doch was wirklich anders ist, wissen sie nicht. Sie teilen sich selber unbewusst dem Gegengeschlecht zu (ein Mädchen spielt z.B. lieber mit Autos). Wann genau die bewusste Feststellung gemacht wird, dass man im falschen Körper geboren wurde ist sehr unterschiedlich. Sehr selten finden es Kinder schon in der frühen Pubertät raus, doch das sind Einzelfälle. Wann die Menschen es sich selber eingestehen und genau wissen, hängt auch sehr oft von dem Umfeld (Hat die Familie es bewusst/unbewusst unterdrückt und wie steht sie zu dem Thema?;Wie sieht es in meinem Umfeld aus und wie stehen meine Freunde zu mir?)ab.
Die Folgen bei Transsexuellen die durch Konflikte entstehen können, können sehr schwerwiegend und lebensverändernd sein. Häufig ziehen sich diese Probleme schon ein Leben lang durchs Leben der betroffenen, denn die Konflikte entstehen schon in der Familie, die die Anfänge der Transsexualität ihres Kindes nicht wahrhaben wollen.
Die Folge ist, dass das Kind durch sein andersgeschlechtliches Verhalten oder Aussehen schon in der Kindheit oft ausgeschlossen, weggestossen und gemoppt (Kindergarten, Schule) wird. Wie er mit diesen Erfahrungen, die sich meist durch das ganze Leben ziehen, umgehen kann, ist sehr individuell. Entweder zieht er sich zurück und bereits in der Kindheit oder Jugendzeit entsteht eine Art Isolation. Oder er wird zum Rebell. Der innerer Druck, nicht sein zu können, wer er ist, lässt ihn nicht in Ruhe und er lehnt sich wann immer möglich dagegen auf. Andere übernehmen die von den Mitmenschen zugewiesene Rolle, um anerkannt zu werden. Innerlich entsteht jedoch ein Stau, welcher zu psychischen Problemen führen kann.
Selbst wenn die Betroffenen dazu stehen und es auch ausleben, ist es immer noch ein langer und schwerer Weg bis sie die ersehnte operative Geschlechtsanpassung (nähere Informationen unten) hinter sich haben. Nicht nur der regelmäßige Gang zu Psychiatern und Ärzten auch die Konfrontation mit den Menschen ist hart. Denn Beschimpfungen und böse Blicke bis hin zu körperliche Übergriffen gehören dazu.
Viele Menschen kommen damit nicht klar, ob aus rassistischen Gründen oder einfach aus Unwissenheit über das Thema, denn viele denken das es nicht „normal“ ist oder eine Krankheit sei! Doch wichtig ist, dass man Transsexualität nicht als Krankheit oder Entartung betrachtet. Transsexualität ist ein sehr seltenes, aber normales Phänomen der Natur und lässt sich über die letzten Jahrhunderte für die verschiedenen Kulturen immer wieder nachweisen.
Deshalb ist Aufklärungsarbeit wichtig, um Unwissenheit und Ausgrenzung aus der Welt zu schaffen und durch Toleranz und Gleichberechtigung das Leben in der Gesellschaft zu vereinfachen.
Links zum Thema:
1. Ein Auszug aus dem Buch "Geboren im falsche Körper" von Ellen Lloyd
2.Zwei Fallbeispiele:
1. Mann zu Frau
2. Frau zu Mann
3.
Weg zum anderen Geschlecht
4.
Psychiater
5.
Hormone und die Veränderung
6.
Operation
7.
Offizielle Namensänderung/Peronalien