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FruehkindlicheEntwicklung / Jessica Eickmann

Das Stockholm-Syndrom

Das Stockholm-Syndrom bezeichnet einen Abwehrmechanismus, welcher dem Selbstschutz dient, allerdings nicht wissenschaftlich untermauert ist. Hierbei sympathisieren Opfer von Geiselnahmen mit ihrem Entführer, verlieben sich manchmal sogar in diesen und kooperieren mit ihm.

Abwehrmechanismus ist ein Begriff aus der Psychologie, vor allem der Psychoanalyse. Mit ihm werden innere Vorgänge bezeichnet, die den Zweck haben, miteinander in Konflikt stehende psychische Tendenzen (Wünsche, Motive, Werte) mental so zu manipulieren, dass die resultierende seelische Verfassung konfliktfreier ist. Dies erfolgt meistens unbewusst. (Wikipedia.de)

Ursprung

Das Stockholm-Syndrom lässt sich auf die Geiselnahme im August 1973 in Stockholm zurückführen lässt. Hierbei verbarrikadierten sich Geiselnehmer in einer Bank und nahmen vier Geiseln. Die Medien zeigten erstmals die Angst der Geiseln bei einer Geiselnahme. Es zeigte sich, dass die Geiseln mehr Angst vor der Polizei entwickelten als vor den Tätern.

Auch nach der Geiselnahme empfanden die Opfer keine Wut oder Hass gegenüber den Geiselnehmern, sondern waren dankbar für die Freilassung und besuchten die Geiselnehmer sogar im Gefängnis.

www.zdf.de/ZDFde/inhalt/6/0,1872,2042054,00.html

Ursachen

- Die Opfer erleiden oftmals eine Wahrnehmensverzerrung, die sehr subjektiv ist. Das Zurückhalten der Einsatzkräfte vor Ort wird als negativ bewertet, während die Zugeständnisse der Geiselnehmer (Nahrung anbieten, auf Toilette gehen lassen usw.) als positiv bewertet werden. Dies ist objektiv schwer nachzuvollziehen. - Da sich die Geiselnehmer oft wohlwollend verhalten, damit die Situation nicht eskaliert, können die Geiseln ein emotionale Bindungen oder Dankbarkeit zum Opfer entwickeln. Hinzu kommt die „Notsituation“ (Ausweglosigkeit, Kontrollverlust, Angst um das eigene Leben) in der Opfer wie Täter stecken. - Der Kontrollverlust, welchen die Geiseln erleiden ist oft nur schwer zu verkraften. Leichter wird das Ganze, wenn sie sich einreden, der Wille des Entführers sei auch teilweise ihr Wille und sie identifizieren sich mit ihm. Außerdem versuchen sie, sich genauso zu verhalten, wie es der Entführer wünscht um alles zu vermeiden, was ihre Situation schlimmer machen könnte.

Zum Selbstschutz aktivieren die Opfer der Geiselnahme unbewusst Bindungssysteme wie zur Mutter.

Wissenschaftliche Erklärungsansätze

- Das Stockholm-Syndrom ist ein Schutz des Ichs vor dem Geiselnehmer. Der Angst um das eigene Leben und der Kontrollverlust sollen damit abgewehrt werden. Man greift auf die gleiche Strategie zurück, die in der frühen Entwicklungsphase der Kindheit zielführend war. - Opfer und Täter haben das gleiche Motiv: das Überleben sichern, dadurch entsteht eine Verbindung zwischen den beiden, die im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar ist. - Aufgrund der psychischen Belastung fallen die Opfer in frühe Stadien der Ich-Entwicklung zurück (Regression nach Freud http://de.wikipedia.org/wiki/Abwehrmechanismus) - Die Geiseln nehmen eine Vorwurfshaltung gegenüber den Einsatzkräften ein, dass diese sie nicht schnell genug gerettet hätten. - Im Verlauf der Traumatisierung durchläuft die Geisel drei Phasen, welche sich auch wiederholen können. Die erste Phase ist die Schockphase, danach folgt die Einwirkungsphase, in der wird das Erlebte eingeordnet und begriffen. Die dritte Phase ist eine Art Erholungsphase. Erzwungene Nähe und paradoxe Dankbarkeit gegenüber den Geiselnehmern scheinen sich bei allen untersuchten Geiselnahmen durchzuziehen.

Fall Kampusch: wien.orf.at/stories/131640/

Weitere Informationen

Nicht jedes Opfer einer Geiselnahme entwickelt das Stockholm-Syndrom, jedoch zeigen alle Geiseln einzelne Symptome. Spezifische Behandlungsverfahren für das Stockholm-Syndrom sind noch nicht bekannt. Es gibt keine „Vorbeugungsmaßnahme“ gegen das Stockholm-Syndrom, die für alle Opfer wirksam ist.

Parallelen

Menschen neigen dazu, in Zwangs und Abhängigkeitssituationen moralische bzw. ethisch nicht korrekte Handlungsweisen von Autoritäten zu relativieren, indem sie einen Schutzmechanismus aktivieren. Dies geschieht besonders in Familien, in denen gewalttätiges Verhalten auftritt. Die Gewalt wird von Angehörigen oft toleriert und sogar abgestritten um sich nicht in Gefahr zu bringen oder seinen Selbstwert nicht zu verlieren.

Parental Alienation Symdrom (Eltern-Kind-Entfremdung) Dieses Syndrom kann bei Kindern getrennter Eltern auftreten. Das Kind wächst bei einem Elternteil auf und wird durch dieses beeinflusst und entwickelt eine Ablehnung gegenüber dem abwesenden Elternteil. wissenswiki.erziehungspflicht.de/index.php/Eltern-Kind-Entfremdung