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FruehkindlicheEntwicklung / Christine Ratmeyer

Hochbegabung – Freude oder Last?

Was ist Hochbegabung?

Hochbegabung setzt sich aus Motivation, Kreativität und überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten zusammen. Sie muss allerdings nicht automatisch zu besonderen Leistungen der betroffenen Person führen. Dazu bedarf es der Unterstützung der Eltern, Familie und der Schule. Man unterscheidet zwischen intellektuellen, sozial-emotionalen, musisch-künstlerischen, musikalischen, kreative, psychomotorische und praktische Fähigkeiten. Obwohl die Grenzwerte zwischen Begabung, Hochbegabung und Höchstbegabung nicht genau festgesetzt werden können gilt als ein Richtwert als Hinweis für Hochbegabung ein Intelligenzquotient von über 130. Diese Tests sind allerdings erst ab einem Alter von zehn Jahren möglich und können zuvor nur Aufschluss über den Entwicklungsfortschritt des Kindes geben.

Merkmale der Hochbegabung

- Das Kind entwickelt sehr früh seine eigene Persönlichkeit

- Es interessiert sich bereits mit zwei oder drei Jahren für Buchstaben und Zahlen

- Es kann vor seinem vierten Geburtstag lesen und einfache Rechenaufgaben durchführen

- Es kann mit anderthalb bis zwei Jahren Drei-Wort-Sätze sprechen

- Es hat vor dem zweiten Geburtstag außergewöhnliche Merkfähigkeiten

Probleme hochbegabter Kinder

Wichtig ist es zu sagen, dass es bei hochbegabten Kindern möglich ist, dass die folgenden Probleme auftreten. Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Mögliche Probleme lassen sich in vier Berieche einteilen:

1. der emotionale Bereich

Das Kind ist hierbei sehr sensibel und denkt über alles lange nach. Dazu kommt, dass es sich minderwertig, unausgeglichen und gleichzeitig über alles erhaben fühlt. Außerdem ist es nie mit sich selbst und seinen schulische Leistungen zufrieden und zeigt oft ängstliche Reaktionen.

2. der soziale Bereich

Das Kind spielt selten oder nie mit gleichaltrigen. Dazu kommt dass es beim spielen oft versucht, eine Führungsrolle zu übernehmen und lässt sich von anderen nichts sagen. Es könnte sogar aggressiv werden. Im Gegensatz dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass dich das Kind ständig anpasst und sich nicht durchsetzten kann.

3. der schulische Bereich

Das Kind passt im Unterricht nicht auf, stört seine Mitschüler und die Lehrer, träumt und verweigert die Mitarbeit. Zudem erbringt es oft schlechte Leistungen, will nicht üben und macht viele Flüchtigkeitsfehler. Daraus folgt, dass das Kind keine Lust auf Schule hat, sich während des Unterrichts langweilt und somit nicht die Leistungen bringt, zu denen es eigentlich fähig wäre.

4. der körperliche Bereich

Das Kind klagt oft über Kopf – oder Bauchschmerzen

Meinungen der Eltern hochbegabter Kinder

Ein Teil der Eltern hochbegabter Kinder ist glücklich über die außergewöhnlichen Fähigkeiten ihres Kindes. Sie erfreuen sich daran dass ihr Kind aufgeschlossen und Wortgewand ist und bei richtiger Förderung keine Probleme in der Schule hat. Vor allem genießen Eltern die Tatsache, dass ihr Kind schnell und selbstständig seinen eigenen Weg geht. Ein anderer Teil der Eltern fühlt sich durch die Hochbegabung ihres Kindes überfordert und befürchtet, ihm und seinen Fähigkeiten nicht gerecht werden zu können. Sie haben das Gefühl, nicht mehr genug Zeit für sich selber zu haben und sich ständig mit dem Kind beschäftigen zu müssen. Dazu kommen oft dir Fragen auf, warum dass Kind nicht mit gleichaltrigen spielt, warum es ständig Schwierigkeiten im Kindergarten gibt und warum das Kind nie mit sich selbst zufrieden ist.

Tipps für Eltern Hochbegabter Kinder

1. Eltern sollten jegliche Auffälligkeiten ihres Kindes genau beobachten.

2. Offenheit und Gespräche mit dem Kind sind besonders wichtig.

3. Gespräche mit anderen Eltern hochbegabter Kinder sind sinnvoll.

4. Es sollten Gespräche mit Personen der außerfamiliären Umfeldes geführt werden (z.B.: Lehrer, Kindergärtner, Vereine,…)

5. Eltern sollten Informationen über Hochbegabung sammeln.

Die „Talenta“ bei Paderborn

Die Talenta bei Paderborn war eine eigens für die Förderung hochbegabter Kinder eingerichtete Schule, die aber aufgrund von Geldmangel geschlossen werden musste. Die dort lernenden Schüler wurden individueller betreut als an normalen Gymnasien. Das Problem bestand aber darin, dass die kleinen Klassen und die aufwendigen Nachmittagsangebote nicht mehr finanziert werden konnten. Die Kinder, die diese Schule besuchen stehen nun vor einem Problem. Sie würden durch die Integration in ein „normales“ Schulsystem wieder zu unzufriedenen Kindern werden, die, wie oben beschrieben, widerspenstig werden und den Klassenclown spielen. Dazu kommt, dass die Lehrer sich nicht ausreichend um die hochbegabten Kinder kümmern können, dass diese oft dadurch überfordert werden, dass bei Hochbegabten ein Intelligenzquotient ähnlich dem eines Akademiker vorliegt. In Nordrhein-Westfalen vertritt man allgemein den integrativen Fördersatz. Dabei werden hochbegabte Kinder in Regelschulen unterrichtet, haben aber die Möglichkeit, weitere Kurse zu oder Arbeitsgemeinschaften zu besuchen oder Klassen zu überspringen. Das Problem an dieser Reglung ist, dass sich jüngere Kinder in höheren Klassen meist nicht ernst genommen fühlen.

Fazit:

Auch wenn es sich einfach anhört, ein Kind zu haben, welches überdurchschnittlich intelligent ist, tauchen viele Probleme auf, mit denen hochbegabte Kinder wie auch deren Eltern, Lehrer und Freunde zu kämpfen haben.

Links:

http://www.logios.de/hochbegabung_eltern.htm

Familienhandbuch

Testverfahren

Spiegel.de