"Denkste" - Mein Hirn und ich - Lernen als konstruktiver Prozess
Themenaufteilung:
Louisa Hasse & Nina Führer : Funktionen des Gehirns (S.320-323), Neurobiologische Erkenntnisse (S.326), Das Verhältnis zwischen Wissen und Wirklichkeit (S.331-332), Interview mit Heinz Foerster (S.333-334)
Vanessa Köhring & Annabelle Vejmelka : Einführung, Schlussfolgerungen(319), Bilder(324), Spuren im Gehirn, Multiple Intelligenz(326-327)
Lisa-Marie Günter & Kim Hemke:Mind-Mapping (339-342), Je früher, desto besser (329-330), Grundpositionen konstruktivischtischen Lernens (335-336), Wahrnehmungsfilter (337), Glauben zu wissen (338)
Allgemeine Notizen:
1.)Teile und Funktionen des Gehirns (Louisa und Nina)
- Hippokampus (auf Einzelheiten spezialisiert, Areal an der Innenseite der Schläfenlappen,notwendig um Neues dauerhaft im Gedächtnis zu verankern)
- Neuronen (Nervenzellen)--> rund 100 Milliarden im menschlichen Gehirn
- Synapsen (Kontaktstellen der Neuronen):
--> Bildung und Verstärkung durch Elektrishe Impulse (zB Sinneseindrücke)
- Dopamin (Botenstoff des Gehirns, bei positiver Erfahrung vom Belohnungssystem frei gesetzt, bewirkt Gefühl freudiger Erregung, angenehme Wachheit des Geistes und den WUnsch noch mehr und großartigeres zu erleben,steuert Aufmerksamkeit)
- Noradrenalin und Acetylcholin (steuern Aufmerksamkeit=Neugier)
2.)Arten des Lernens (Louisa und Nina)
2.1 deklaratives Lernen
- Abspeichern von Nachrichten und Namen
- kann bewusst in Erinnerung gerufen werden
2.2 prozedurales Lernen
- Einüben von Bewegungsabläufen
- unbewusste Lernvorgänge
3.)Die Entstehung von Illusionen (Louisa und Nina)
3.1 Wahrnehmung über Sinnesorgane --> Sinnesreize dringen ins Gehirn
3.2 Verarbeitung in sensorischen Sinnesarealen --> viele Areale der Großhirns damit befasst,Wahrnehmungen zu analysieren: z.B. Sehrinde im Hinterkopf für visuelle Reize
3.3 Deutung im Schläfenlappen --> Daten wird Bedeutung verliehen(oft mehrere Interpretationen)
3.4 Filter im Hippocampus -->wählt eine Deutung aus--> ins Bewusstsein
3.5 Illusion durch Abschwächung der Filterfunktion --> Zensor geschwächt(Drogen,zu wenig Schlaf,..)-->lässt weniger wahrscheinliche Deutungen ins Bewusstsein(Visionen)
4.)Unser Langzeitgedächtnis
>>>>>>> siehe Folie
5.)Spuren im Gehirn\\ (Vanessa und Annabelle)
S.325
5.1 Gedächtnisspuren entstehen durch Benutzung von Verbindungen zwischen Nervenzellen (vergleichbar mit Fußspuren im Schnee)
5.2 Diese Spuren haben eine wichtige Funktion: Informationen können leichter verarbeitet werden, da die Spuren bereits Verknüpfungswege geschaffen haben.
5.2.1 Reaktionsvermögen wird verbessert/beschleunigt
5.3 Ohne diese Spuren könnten wir uns nicht auf Erfahrungen verlassen, und vor allem nicht darauf vertrauen, auch nach Jahren darauf zurückgreifen zu können.
5.4 Früh enstandene Erfahrungen sind wichtig und müssen beibehalten werden, da sie die wesentlichen Strukturen der Welt liefern. (Eingeprägte Landkarten usw.)
6.)Multiple Intelligenzen (Louisa und Nina)
- Theorie nach Howard Gardner von der Harvard University:aus seinem Buch "Der Ungeschulte Kopf"
- neurologisch voneinander isoliert
- nur 2 vom Unterricht in der Schule entwickelt(6.1 und 6.2)
6.1 logisch mathematischFähigkeit, Probleme logisch zu analysieren, mathematische Operationen durchzuführen und wissenschaftliche Fragen zu untersuchen
6.2 sprachlich-linguistisch:Sensibilität für die gesprochene und die geschriebene Sprache, die Fähigkeit, Sprachen zu lernen, und die Fähigkeit, Sprache zu bestimmten Zwecken zu gebrauchen
6.3 räumliche/visuell:theoretische und praktische Sinn einerseits für die Strukturen großer Räume+das Erfassen der enger begrenzten Raumfelder
6.4 körperlich-kinästhetisch:Bewegung vielfältig+kontrolliert variieren:Ausdruck des Gesichts bishin zu einer konkreten Tätigkeit
6.5 musikalisch:Begabung zum Musizieren, zum Komponieren und Sinn für die musikalischen Prinzipien
6.6 intra-personal:natürliche Ergänzung der interpersonellen Intelligenz,Bild von der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Verhaltens zu erhalten,sich selbst verstehen+akzeptieren,Zugang zur eigenen Gefühlswelt,Gefühle unterscheiden+einordnen-->Selbst-Verständnis-->Verhalten verstehen+beeinflussen
6.7 interpersonal:Einschätzen von Menschen,sensible Reaktion auf Stimmungslage anderer,"lesen" von Gedanken und Gefühlen,arbeiten in der Regel lieber in der Gruppe als allein,werden meist gut mitpersönlichen Problemen fertig,"soziale Kompetenz"\\
Wichtige Schlussfolgerungen aus seinem Buch:
(1)"Menschliche Wesen haben im Verlauf der Evolution diverse unterschiedliche Intelligenzen entwickelt und nicht nur eine einzige allgemeine Intelligenz."
(2)"Jede Intelligenz ist von den anderen verhältnismäßig unabhängig"
(3)"Jede bedeutende Errungenschaft umfasst eine 'Verschmelzung von Intelligenzen'"
GRUNDPOSITIONEN KONSTRUKTIVISCHTEN LERNENS
- Konstruktivismus ist Erkenntnismodell: der Erkennende, das zu erkennende & Erkennen selbst (Prozess) → verknüpft
- durch eigene Erfahrungen kommt es zur Konstruktion einer subjektiven Wirklichkeit
- Welt wird nicht 1:1 ins Gehirn übernommen, Sinne übertragen nur reize an verschiedene Gehirnzentren, wo die Welt so konstruiert wird, wie sie uns scheint → individuelles Konstrukt
- wird mit anderen Menschen abgeglichen und Allgemeingültigkeit wird vereinbart
- durch gleiche Sinnesorgane hohe Gleichheit der subjektiven Wirklichkeit
- Wissen muss sich erst als brauchbar erweisen um gespeichert zu werden
Gehirn: Organ des Lernens und des Erkennens
1)Konstruktion: neue Wirklichkeiten herstellen, Wissen und Bedeutungen aneignen, Konstruktion hängt ab von Vorwissen und bestehenden Überzeugungen, wird durch diese interpretiert
2)Rekonstruktion: überlieferte Wirklichkeitskonstruktionen (Kultur, Religion, Werte & Normen, wissenschaftliche Erkenntnisse) Welt wurde schon schon oft konstruiert, nur „nachentdecken“
3)Dekonstruktion: in Frage stellen, verwerfen von alten Überzeugungen, kritische Neuorientierung, Änderung der Sichtweisen
- Gefahr kritikloser, unreflektierter Übernahme: Zweifel, Ergänzung, andere Sichtweisen
WAHRNEHMUNGSFILTER
Durch verschiedene Filter, die alle Informationen, die dem Gehirn des Menschen zugeführt werden, nach verschiedenen Kriterien subjektiv speichern oder verwerfen, kann es zu Kommunikationsstörungen kommen.
1)Tilgung: Daten werden übersehen, vergessen oder verdrängt
2)Verzerrung: durch Vorurteile (subjektive Betrachtungsweise) wird Wahrnehmung eingeschränkt
3)Generalisierung: allgemeine Schlussfolgerungen bei begrenzter Erfahrung
GLAUBEN ZU WISSEN
- Glaubenssätze = Grundannahmen (Naturgesetze (klar definiert, müssen nicht ständig getestet werden) aber auch Erziehung, Vorbilder, Traumata oder wiederholte Erfahrungen) → Erfahrungen werden mit Mitmenschen generalisiert
- fertig aus Kultur und Umwelt: Erwartungen bedeutsamer Menschen prägen in Kindheit
- jung glaubt man alles, keine Möglichkeit zu überprüfen
- starker Wahrnehmungsfilter: wenn man etwas glaubt, verhält man sich als wäre es wahr und interpretiert alles der Einstellung entsprechend
- selbst erfüllende Prophezeiung → 2 Gruppen mit gleichem IQ (einziger Unterschied: Erwartungen, Vorannahmen der Lehrer), unterschiedliche Ergebnisse
- positive Glaubenssätze: wie Erlaubnis oder Bevollmächtigungen; garantieren keinen Erfolg, jedoch kann man nur mit ihnen erfolgreich sein, Fähigkeiten entdecken
- negative Glaubenssätze: gründen nicht auf Erfahrungen & „beschreiben Zukunft“ (Scheitern vorprogrammiert im Gehirn)
- nicht angeboren; entwickeln und verändern sich, weil Einstellungen sich ändern
- Glaubenssätze können fallen gelassen oder eingeschränkt werden → mehr positiv, mehr Möglichkeiten, Freiheit und Erfolg
- zentrale Glaubenssätze: was wichtig ist, andere: was wir können
- Veränderung des Glaubenssystems erlaubt Veränderung des Verhaltens
Kim Hemke