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Erziehungspraktiken / Start Seite

In den Pädagogik-Kursen der Jahrgangsstufe 11 geht es u.a. um Erziehungspraktiken und ihre Legitimation


Paedagogik

Jana Bublies stellt die Erziehungsexperimente der Familien Nikitin und Polgar vor Δ


Erziehungsstile

Aufgaben 07.03.2007 Δ

Sammelt Informationen aus der Wirkungsforschung und stellt die Haupterkenntnisse zusammen! Fügt die Verlinkung zu den von euch genutzten Quellen hinzu!

Der demokratische Erziehungsstil impliziert eine offene Haltung der Eltern. Die Selbständigkeitsentwicklung des Jugendlichen wird auf unterschiedlicher Weise gefördert, außerdem wird ihm durch die Eltern das Gefühl vermittelt, erwünscht zu sein. Der Jugendliche erhält einerseits die Möglichkeit zum selbständigen Auftreten, wobei die engagierten Eltern ständig mit ihm in Kontakt stehen und entsprechend kontrollieren. Der Jugendliche kann eine positive Identifikation mit ihnen anstreben, da ihre Beziehung zueinander auf Liebe und Achtung aufgebaut ist.

In der heutigen Zeit können Eltern bestenfalls einen erfolgreichen, autonomen und flexiblen Umgang mit Situationen vorleben, jedoch keine detaillierten Lösungen anbieten. Sowohl der laissez-faire als auch der negierende Erziehungsstil erschweren es dem Jugendlichen, seine eigene Identität und Persönlichkeit auszubilden. Wenn während der Pubertät keinerlei Konflikte in der Familie auftreten, ist entweder völlige Gleichgültigkeit (laissez-faire) der Eltern im Spiel, oder Klärungen und Neuordnungen sollen verhindert werden.

Der emotional kalte Erziehungsstil (autokratisch) ist verantwortlich für eine große Zahl von Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung des Jugendlichen und für Konflikte, die bis ins Erwachsenenalter hineinreichen. Jugendlichen mangelt es an sicherem Selbstwertgefühl, sie können die Welt emotional nicht mehr verarbeiten. Dieses Drama vollzieht sich heute nicht bei einigen wenigen, sondern bei vielen. Ein Drittel der Jugendlichen haben ausgeprägte Tendenzen zur Selbstschädigung.

Der Erziehungsstil beeinflußt die Jugendlichen dahingehend, welches Bild sie von ihren Eltern haben. Die emotionale Seite des Erziehungsstils hat eine maßgebliche Bedeutung für die Öffnung zum größeren sozialen Feld, während der negative Einfluß als Behinderung für das weitere Leben gilt. Der autokratische und der negierende Erziehungsstil sind dahingehend indifferent, beide gleich schädlich. Während der autokratische Erziehungsstil sich zusätzlich auf die Persönlichkeitsentwicklung, das Selbstwertgefühl und das emotionale Gleichgewicht des Jugendlichen auswirkt.

Auswirkungen des Erziehungsstils zeigen sich bei Konflikten und in der Zielfindungsphase. Während Jugendliche, die in der Phase, in der sie das Lebenskonzept suchen, Schwierigkeiten mit der Familie haben, wirken in ihrer allgemeinen Lebenstimmung eher gedrückt. Ein guter Erziehungsstil charakterisiert sich demnach durch persönliche Wärme und die Bereitschaft zu einem wirklichen Diskurs. Wenn Jugendliche überzeugt sind, daß Eltern zuhören können und die Probleme der Jugendlichen aufnehmen, öffnen sich auch die Jugendlichen für die Argumente der Eltern.

Einflussfaktoren auf die Erziehung:

Freunde: Für Jugendliche haben Freunde die größte Bedeutung. Gegenüber Erwachsenen entwickeln sie ein negatives Bild. Zu dieser Zeit genießen sie ihr Jungsein mit Reaktionen wie Verantwortungfreiheit, Neugier und kritische Einstellung. Die Peergruppen üben starken Einfluß auf Jugendliche aus. In ihrem Kreis gelten bestimmte Normen und Regeln, die sich der Jugendliche unterwerfen muß.

Hier zeigt sich die typische Gegensätzlichkeit (Ambivalenz) von Strebungen: So sehr der Jugendliche gegen die Anpassung der Eltern revoltiert, so sehr unterwirft er sich oft gleichzeitig Gruppennormen. Je mehr sich Eltern gegen diesen Einfluß wehren, desto mehr sind Jugendliche bestrebt, sie zu verteidigen. Der Jugendliche hat den Drang, sich von den Eltern zu unterscheiden, entweder durch Kleidung, Frisur, Ausdrucksweise (Jargon), etc. Familienorientierte, eher ängstliche Jugendliche haben mehr das Bedürfnis, sich einer von einer Institution getragenen Jugendgruppe (Sportverein, Pfadfinder, politische oder religiöse Gruppierung) anzuschließen. Während hingegen kritische, rebellische, hochbegabte Jugendliche informelle Gruppierungen mit Ältere bevorzugen.

Leistung- Schule

Während der Jugendzeit brauchen Schüler viel Energie und Zeit für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Ihre psychische Entfaltung ist mindestens ebenso wichtig wie Schulleistungen. Viele brauchen für diese Phase Musik. Wenn sie einen Schritt weitergekommen sind, ein Bedürfnis von ihnen bewältigt haben, kann das für ihr Wohlbefinden und für eine bessere Schulleistung sorgen. Das andere Extrem ist jedoch, daß ihnen oft alles gleichgültig ist, besonders dann wenn sie unter- oder auch überfordert sind.

Für die psychische Gesundheit ist deshalb sehr wichtig, daß in ihrer Ausbildung die Fähigkeiten und Interessen den ihren entsprechen. Schulerfolg und Selbstwertgefühl hängen sehr eng zusammen. Bei hochbegabten Jugendlichen sind das Selbstvertrauen und die Selbständigkeit höher als beim Durchschnitt. Deshalb bringen diese Reaktionen mehr Spannungen mit den Eltern, natürlich auch Anpassungsprobleme in der Schule und bei Freunden.

Familie

Die Familie gerät während der Jugendzeit in Bewegung, weil die Eltern die Loslösung des Jugendlichen von seiner Ursprungsfamilie zulassen müssen. Dies erfolgt Schritt für Schritt. Während dieser Zeit macht es keinen Sinn, Jugendliche zu irgendwelchen Aktivitäten zu zwingen, sondern ihnen das Gefühl geben, ein wichtiger Teil der Familie zu sein. Wie sehr sie sich dann gegenüber den Eltern öffnen können, muß ihnen überlassen werden.

Eltern dürfen jedoch dem Jugendlichen nicht zu offene Grenzen setzen, denn eine zu frühe Entlassung aus der elterlichen Kontrolle erspart zwar dem Jugendlichen Kampf und Rebellion, jedoch wird er der Erfahrung beraubt, von der Familie noch weiterhin gebraucht zu werden. Konflikte innerhalb des Elternhauses drehen sich vorwiegend um alltägliche Streitpunkte, wie Fortgehen, Mithilfe im Haushalt, etc. Laut eines österreichischen Jugendberichts (1985) ist der Wunsch des Jugendlichen, ein harmonisches Familienleben zu führen, mit 84 % bejaht worden. Während gesellschaftliche Verantwortlichkeit weit hinter dem Wunsch nach Selbstentfaltung genannt wird. Zusammenfassend ist es Aufgabe der Familie, Jugendliche auf ihr künftiges Leben in einer Familie vorzubereiten.

Medienbenutzung

Fast alle Haushalte besitzen Radiogeräte und Fernsehen, die neben den Printmedien Jugendlichen im kulturell-symbolischen Bereich Zugangsmöglichkeiten zur Erwachsenenwelt öffnen. Jugendliche gleichen ihre Fernsehgewohnheiten den der Eltern an. Das vielfältige Angebot von Informations- und Unterhaltungsmedien erlaubt den Jugendlichen selbst zu wählen und als Medienkonsument innerhalb der Familie eine relativ große Eigenständigkeit zu entwickeln.

http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/JUGENDPSYCH/JUGENDPSYCHREFERATE96/Thema7.html#4.


Wirkungen des laisser-faire, autokratischen und des demokratischen Erziehungsstils

Autokratisch:

  • erzeugt Druck
  • Tendenz der Hackordnung
  • Bedürfnis nach Selbstbehauptung
  • Intoleranz anderen gegenüber

Laisser-faire:

  • erzeugt Unsicherheit
  • Bedürfnis nach Selbstbehauptung
  • Intoleranz anderen gegenüber

Demokratisch:

  • Erzeugt Sicherheitsgefühl
  • Freiheitsgefühl
  • Tendenz zur Gleichberechtigung und Gemeinschaft
  • Fühlt sich gleichberechtigt
  • Mitbestimmend
  • Tolerant

Quelle


1o Gebote für den Umgang mit Kindern

vorgetragen von Hartmut von Hentig auf dem Kirchentag in Frankfurt 1987
  1. Du sollst Kinder achten wie dich selbst.
  2. Du sollst einem Kind nicht vorenthalten, was dir wichtig ist: Nützliche Arbeit, Verantwortung, Verfügung über Eigentum, über die Einteilung der Zeit, über die Wahl der Freunde.
  3. Du sollst ein Kind nichts lehren, woran dir selber nichts liegt; du sollst es nicht langweilen.
  4. Du sollst nichts für ein Kind tun, ohne es zu fragen, auch wenn es weder deine Fürsorge noch deine Frage versteht - es ist gut, wenn du diese Gewohnheit hast.
  5. Du sollst nicht wegsehen, es soll dir nicht gleichgültig sein, wenn ein Kind etwas Falsches tut, Unwahrheiten, Torheiten, Grausamkeiten begeht.
  6. Du sollst eines Kindes Liebe und Vertrauen nicht zurückweisen - so wenig wie seine Trauer, seine Angst, seine Neugier, seine Fantasie.
  7. Du sollst ein Kind nicht anders "machen" wollen, als es ist - aber du sollst ihm helfen, anders zu werden, wenn es das will. Du sollst vor allem nicht machen, dass es will ...
  8. Du sollst - wie du deinen Zehnten für die Kirche gibst, in dieser Welt einen zweiten Zehnten für die Kinder geben - die fernen wie die nahen, die dies brauchen.
  9. Du sollst an der Welt arbeiten, sodass du sie ohne Scham den Kindern übergeben kannst.
  10. Du sollst nicht Kinder haben, wenn du dir nicht vorzustellen vermagst, dass sie ein würdiges Leben in ihrer Zeit führen können.

"Familienkonferenz" nach Thomas Gordon

Textgrundlage:Auszüge aus:

Thomas Gordon, Familienkonferenz in der Praxis, Wie Konflikte mit Kindern gelöst werden. Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1981

Grundvorstellung: Auch in der Familie sollen Probleme wie zwischen gleichberechtigten Partner besprochen und Konflikte gelöst werden - trotz aller Alters- und Erfahrungsunterschiede zwischen Eltern und Kindern.

Das kann nur gelingen, wenn Kommunikation gelingt. Deshalb müssen die Kommunikationssperren vermieden werden, die sich in folgenden Verhaltensweisen zeigen:

befehlen, anordnen, auffordern - warnen, drohen - moralisieren, predigen, beraten, Lösungen geben - Vorträge halten, belehren, Fakten liefern - urteilen, kritisieren, Vorwürfe machen - loben, zustimmen - beschimpfen, lächerlich machen - interpretieren, analysieren - trösten, einfühlen - forschen, fragen, verhören - zurückziehen, ablenken, ausweichen

Wichtig ist der Problembesitz. Eltern dürfen Kindern die Probleme nicht wegnehmen und zu ihren eigenen machen.

Hilfstechniken

  • Passives Zuhören
  • Aufmerksamkeit zeigen
  • Türöffner und Einladungen aussprechen
  • Aktives Zuhören
    • Die Botschaft des Gegenübers wird zunächst zurückgemeldet, bevor eine eigene Äußerung angeschlossen wird

Konfrontationstechniken

  • Vollständige Ich-Botschaften
  1. Beschreibung des nicht akzeptablen Verhaltens
  2. Beschreibung des Gefühls, dass dabei entsteht
  3. Beschreibung des konkreten Effekts, unter dem der Partner leidet

Niederlagelose Methode der Konfliktbewältigung

  1. Das Problem wird definiert
  2. Mögliche Lösungen werden vorgeschlagen.
  3. Die möglichen Lösungen werden bewertet (von allen Beteiligten)
  4. Es wird gemeinsam entschieden, welches die beste Lösung ist.
  5. Die Entscheidung wird verwirklicht.
  6. Die Lösung wird anschließend bewertet - danach vielleicht korrigiert.

Praktikumserfahrungen

Im Praktikum hat sich gezeigt, wie wichtig in den unterschiedlichen Berufsfeldern das Gelingen der Kommunikation ist.

Folgende Kommunikationsaspekte wurden herausgestellt:

  • Symmetrische und asymmetrische Kommunikation
  • Die Technik des aktiven Zuhörens
  • Die Kommunikationsregel des Wiederholens
  • Situations- und personengebundene Herstellung von Vertrauen
  • Herstellung und Demonstration von Teamgeist
  • Kommunikation auf gleicher Gefühlsebene
  • Bedeutung nonverbaler Kommunikation
  • Kommunikation durch Handeln
  • Bedeutung der unterschiedlichen Formen der Anrede
    • Faktoren, die Kommunikation erschweren oder scheitern lassen
      • Ein Betrieb hat großes Interesse an gelingender Kommunikation und fördert sie oft auch systematisch und planvoll

Wer mehr erfahren will über Kommunikation, kann dies in einem Lernprogramm- sehr empfehlenswert!