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Energie / Wasser 3

Kai Sawazki, Jesko Becker, Marius Meiseberg


Energiegewinnung durch Wasser


Quelle: http://www.erneuerbare-energien.de/ inhalt/6053/20007/


Das "drei Schluchten Projekt" in China

-ist ein gutes Beispiel für Energiegewinnung durch Wasser

Das Drei-Schluchten-Projekt !?

der größte Dammbau in der Weltgeschichte, ein jahrhundertüberschreitendes Unternehmen, ein beispielloses Projekt, das eine Schlüsselrolle für die Nutzbarmachung und Ausbeutung des Jangtse, des längsten Flusses Chinas, spielen wird ganz gleich, wie man es auch beschreiben wird, es ist eines der größten Projekte der Menschen.

Durch dieses Projekt, soll zuverlässige und kostengünstige Elektrizität in die östlichen Gebiete Chinas liefern und die Nutzung von 40-50 Millionen Tonnen Rohkohle pro Jahr, durch Saubere erneuerbare Energie erstetzen.

Nach Fertigstellung des Projekts wird der Jingjiang-Abschnitt am Mittellauf des Jangtse, der jedes Jahrzehnt durch verheerendes Hochwasser bedroht ist,hoffentlich in der Lage sein, auch den schlimmsten Überschwemmungen standzuhalten.

Die Transportkapazitäten auf dem 660 km langen Abschnitt von Yichang nach Chongqing werden nach der Fertigstellung des Projekts bemerkenswert verbessert sein, wodurch es für 10 000 Tonnen schwere Schiffe möglich sein wird, stromaufwärts direkt nach Chongqing zu fahren. Die jährliche Flusstransportkapazität soll von 10 Mio. auf 50 Mio. Tonnen steigen, wobei eine Abnahme der Transportkosten um 35-37% einhergehen soll.

Das Projekt soll die Entwicklung der Fischereiindustrie in dem Gebiet, den lokalen Tourismus und die Realisierung des Projekts zur Wasserableitung von Süd nach Nord ankurbeln.

Gibt es jegliche Kehrseite für dieses Projekt? Sie werden keine Beschwerden vonseiten chinesischer Experten zu hören bekommen, doch gibt es einige Probleme für die Bevölkerung in dem Gebiet.

-Quelle:http://www.china-botschaft.de/det/zt/sxgc/t94527.htm (der obige Link führt zur selben seite)


Kritik verboten

Kritik an der Regierung ist in China grundsätzlich verboten und wird auch verfolgt. So erhielt die bekannte chinesische Umweltschützerin Dai Qing eine Gefängnisstrafe für ihr Buch in dem sie die Folgen des Staudammes anprangert. Das Buch wurde verbrannt.

In China gibt es die Todesstrafe, die u.a. für die Weitergabe von Staatsgeheimnissen verhängt werden kann. Zu einem solchen Verrat gehören aber auch die Veröffentlichung von tatsächlichen Opferzahlen bei Epidemien wie der Vogelgrippe oder bei Naturkatastrophen. Die Wahrheit zu sagen kann im schlimmsten Falle also lebensgefährlich sein.

Will man das Projekt Drei-Schluchten-Damm realistisch einschätzen, steht man vor einem Problem. Denn die Zahlen, die von offiziellen chinesischen Stellen ausgegeben werden, sind immer mit Vorsicht zu genießen. Egal, ob es sich um die Kosten des Staudammes, um seine Sicherheit oder die Zahl der umgesiedelten Personen handelt. Man muss davon ausgehen, dass die Regierung die Angaben meist zu ihren Gunsten beschönigt.

Korruption

Hongkonger Zeitungen meldeten im Jahre 2001, dass Anfang Mai 2000 staatliche Baufirmen umgerechnet etwa 125 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Jangtse-Projekt veruntreuten. Zuvor berichtete sogar eine parteinahe Pekinger Wirtschaftszeitung von einem Korruptionsfall im Umfang von etwa 60 Millionen Euro. Im letzteren Fall wurden etwa hundert Beamte schuldig gesprochen.

Zwar wird Korruption in China scharf verfolgt, allerdings wird auch verfolgt, wer darauf aufmerksam macht: Wegen Veröffentlichung von Korruption im Drei-Schluchten-Damm-Projekt standen vier Landwirte im April 2001 in Peking vor Gericht (Quelle: AFP-Jiji). Human Rights Watch und Probe International nannten gemeinsam die Namen und Vornamen (in dieser Reihenfolge) der vier Angeklagten: He Ke-Chang, Ran Chong-Xin, Jiang Qing-Shan und Wen Ding-Chun. Die vier Bauern gaben der internationalen Presse Informationen über Korruption in dem Staudammprojekt. Sie sind aus der Gegend um Gaoyang im Kreis Yunyang, der in der Mitte des neuen Stausees liegen wird, und wurden verhaftet, als sie sich auf eine Reise nach Peking vorbereiteten, um der Regierung dort eine Petition zu vermutlichen Korruptionsfällen zu übergeben.


Kosten

Die Kosten dieses Riesenbauwerkes wurden anfangs auf 26 Mrd. US$ geschätzt; bis 2002 wurden allerdings schon 50 Mrd. US$ verbaut, so dass Schätzungen von Gesamtkosten von 75 Mrd. US$ bis 2013 ausgehen. Finanziert wird der Staudamm vom chinesischen Volk, das mit einer Sondersteuer belastet wird, sowie zu 65% durch Kredite der staatlichen chinesischen Entwicklungsbank. Auch ausländische Investoren sind an dem Projekt beteiligt, von denen als wichtigste die Investmentbank Morgan Stanley sowie die kanadische Regierung zu nennen sind; auch die deutsche Bundesregierung tritt als Bürge für den Milliardenauftrag bei Siemens ein. Das Unternehmen liefert die Generatoren und Wasserturbinen.


Daten

Technische Daten:
Bauart:Gewichtsstaumauer aus Beton
Bauzeit:1993 bis 2006
Staudamm-Länge:2.310 m (andere Angabe: 1.983 m)
Höhe des Staudammes:185 m
Höchstes Stauziel:180,40 m
Normaler Wasserpegel:bei 175 m
Minimaler Betriebswasserstand:145 m (im moment Wasserlinie 65 m über der bisherigen Wasserlinie)
Staukapazität für Hochwasser:22,1 Mrd. m³
Gesamtstauraum:39,3 Mrd. m³ (Bodensee: 48,5 Mrd. m³)
Wasseroberfläche:1.085 km² (Bodensee: 536 km²)
Stauseelänge (bei Stauziel):663 km (andere Angabe: 620 km)
Regulierter Abfluss in der trockenen Saison:5.860 m³/sek.
HWE-Bemessungs-Wassermenge:113.000 m³/s
Nennleistung:18.200 Megawatt (zum Vergleich)
Anzahl der Turbinen:26 Stk. (errechnet aus 18.200MW/700MW = 26 Stk.
Regelarbeitsvermögen:84 TWh/a, d. sind 14% des BRD- Stromverbr.(2004)jährlich!(BRD..600,5 TWh/a)
Überflutetes Gebiet:bei normalem Wasserstand 23.793 Hektar Land
Überflutete Städte:13
Überflutete Fabriken:657
mittlere Stauseebreite:1,1 km oder 1,6 km (versch. Angaben)
Umzusiedelnde Personen:ca. 1,3 bis 2 Millionen
Bauvolumen:
Abtragung von Erde und Felsen:8.789 Mio. m³
Auffüllung von Erde und Felsen:3,124 Mio. m³
Beton: 2,689 Mio. m³ / andere Angabe:Betoneinbau: 28 Mio m³

Bedrohte Tierarten

Bedrohte Arten

Auch viele Tiere und Pflanzen werden ihren Lebensraum verlieren. Etwa 3000 Pflanzen- und 300 Fischarten sind durch das Projekt vom Aussterben bedroht. 22 weitere Tierarten, die bereits auf der Liste der bedrohten Arten stehen, sind außerdem betroffen, unter ihnen der chinesischen Flussdelfin oder der China-Alligator. Für einige Arten sollen Schutzzonen geschaffen werden.


"Der Schieder-Stausee"

Der See wurde Ende der Siebziger gegraben und Anfang der Achtziger als Naherholungsgebiet baulich vollendet. Neben den touristischen Anreizen war vor allem der Hochwasserschutz ein wichtiger Grund für den Bau des Sees. Den letztgenannten Zweck konnte das Projekt bisher allerdings leider noch nicht erreichen. Die unterhalb des Sees liegende Stadt Lügde wird nach wie vor von Hochwassern heimgesucht.

Heute ist der See Heimat für viele Wassersportvereine und wird in den Sommermonaten von vielen Tagesgästen besucht. Auf dem See fährt ein privates Motorschiff, das SchiederSee heißt, zwischen den verschiedenen touristischen Zielen in einem festen Takt. Es gibt dort auch ein kommerzielles Freizeitzentrum.

An der Staumauer wurde ein Wasserkraftwerk installiert. Um den Flussfischen nicht die Wanderung zu verhindern, wurde in dieses Projekt eine Fischtreppe integriert.

Die Länge des Sees beträgt etwa 3,1 km und die Breite bis zu 350 m. Die durchschnittliche Wassertiefe überschreitet die Tiefe von zwei Metern nur in der ausgebaggerten Fahrrinne. Durch stetigen Schlammeintrag durch den Emmerfluss muss der See regelmäßig ausgebaggert werden. Seit Jahren wird daher immer wieder überlegt, ob der See besser verlanden und sich damit natürlich entwickeln soll oder ob ein Vorbecken gebaut werden soll, in dem sich der Schlamm absetzen kann.

Das Kraftwerk erzeugt 235kW Strom.

(zum vergleich: Eine Herdplatte benötigt etwa 2kW)


Wasserkraftwerk

Schema eines Wasserkraftwerkes ausgestattet mit einer Kaplan Turbine

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schieder_See