Die pädagogische Bedeutung der Zwillingsforschung
Fragen zur Vorbereitung auf die Klausur
Keine Fragen! = Gut!
Bewertung der Klausurleistung
| Aufg. | Anforderungen | Kriterien | Punkte | Summe |
| 1 | Argumentationsstruktur beschreiben | 1.These +Schlussfolgerung 2.These + Beispiel 3.These +Beleg +"Stabilität" erl. 4.These +Adoptionsstudien + Flynn-Effekt Schlussfolgerungen +Beispiele | 2 1 2 1 2 1 1 2 1 1 2 1 | 17 |
| 1 + | Zusammenfassung u. Fazit | - | 3 | 3 |
| 2 | Beschreibung der Grundpositionen | Scheunpflug Skinner Hammer Roth | 4 4 2 2 | 12 |
| - | Plausible Schlussfolgerungen | - | = Pkte. | - |
| 2+ | Zuordnungen | Scheunpflug +++ Skinner -- Hammer +- Roth ++- | 4 4 2 2 | 12 |
| 3 | Stellungnahme | Erläuterung "interaktionistische Erkl.ansätze" Erl."Dualistische Erkl.ansätze" Zus.hang zu pädagogischen Schlussfolgerungen Pro-Argumente Contra-Argumente Plausibles Fazit | 3 3 3 je 2 je 2 5 | ~ 25 |
| D | Darstellungsleistung | Verständlichkeit und Fehlerlosigkeit Fachsprache | 10 | ~ 80 |
Vorbereitung auf Klausur
Donnerstag, 16.10.08
Aufgabenstellungen
- Text oder zwei Texte zu unseren Problemstellungen ---> Arbeite die Hauptaussagen heraus und verdeutliche die Hauptunterschiede! Beschreibe die Argumentationsstruktur!
- Welche wissenschaftlichen Überlegungen und Erkenntnisse stützen die Aussagen? oder: Welche wissenschaftstheoretischen Grundpositionen werden vertreten? Erläutere diese!
- Welche pädagogischen Konsequenzen sind aus den Texten zu ziehen? Welche hältst du für besonders überzeugend und wichtig? Erläutere und begründe deine Meinung!
Inhalte
- Zwillingsforschung
- Kontroverse Anlege-Umwelt-Problematik
- Vergleich wissenschafttheoretischer Positionen
Unbedingt die Einträge in unten stehende Tabelle überprüfen und ergänzen!
Wissenschaftliche Erklärungen zur Bedeutung der individuellen Freiheit im Entwicklungsgefüge von Anlage- und Umweltfaktoren
| Frage | Skinner | Scheunpflug | Hammer | Roth |
| Position zur Frage nach der menschlichen Freiheit | Verhalten ist das Resultat spontaner Richtungsänderungen im menschlichen Denken ,Freiheit eingeschränkt ,Verhalten und Entscheidungen lenkbar | Frage nach der der menschlichen Freiheit zwar interessant, aber nicht eindeutig zu beantworten und daher in diesem Kontext irrelevant.Die Umwelteinflüsse sind als Teil der genetischen Information auf jeden Fall relevant und damit ist Erziehung für die Entwicklung von Menschen von Bedeutung. | Freiheit beruht auf Wahlmöglichekiten und somit der aktiven, freien Selbstgestaltung; Freiheit = Spontanität; ohne Einfluss von Anlage und Umwelt | Der Mensch ist frei in all seinen Entwicklungen.Jeder ist einzigartig-> Individuum |
| Begründung der Position | Reaktionsmuster können erforscht werden , es existiert jedoch ein Bereich, in dem nur nach "gutem Glauben" geforscht werden könne ,Mensch als Black Box, bei der die inneren Vorgänge nicht betrachtet werden können | Erziehung ist ein Umwelteinfluss, dessen Resonanz jedoch genetisch bedingt ist | Beweise beruhen auf Introspektion - Behauptung: großer Einfluss von A&U = begründbar;"werk seiner selbst"-> Mensch schwierig darzustellen -> innere Vorgänge | Viele Verschiedene Gene; Verschiedene Umwelt |
| Pädagogische Konsequenzen | Mensch ist manipulierbar | Es fordert hohe Professionalität in der Erziehung | die Offenheit/Freiheit kann nur entstehen, wenn die Befürfnisse (Schutz & Nahrung. etc.) --> Erziehung dafür Verantwortlich | Es ist schwer zu sagen, wie Anlage, Umwelt und der 3.Faktor in Verbindung stehen |
| Beurteilung der Position | xx | Text schwer verständlich, Aufgabenbezug schwer herstellbar, da keine konkrete Position bezogen wird,daher bleibt die Frage nach der menschlichen Freiheit unbeantwortet. | Erläuterung der Freiheit nachvollziehbar ,kompliziert aufgrund der Bedingungen | Heinrich Roth's Meinung ist verständlich, da man das Anlage-Umwlet-Problem nicht eindeutig erklären kann. |
Anlage-Umwelt-Diskussion und Zwillingsforschung
In der Zusammenfassung der Ergebnisse diverser Zwillingsforschungen mit dem Titel “Anlage-Umwelt-Diskussion und Zwillingsforschung” werden verschiedene Aspekte der Forschungen und deren Kritiken dargestellt.
Es werden verschiedene Zwillingsforschungen vorgestellt und deren Ergebnisse erläutert.
Die “Bielefelder Studie” befasste sich mit 2.000 Zwillingspaaren und befragte sie nach ihren Charaktereigenschaften. Dabei wurde das sogenannte Big-Five-System (Einordnung in die Charakterkategorien: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit) genutzt. Die Ergebnisse der Studie bestätigte die Annahme, dass 50 - 60% der Charaktereigenschaften genetisch bedingt seien.
Eine andere Studie dieser Art ist die “Londoner Studie”, die sich mit der Intelligenz beschäftigte. Auch hier scheint der Erbanteil 50 - 60% zu betragen.
Aus diesen Studien lässt sich ein Hauptproblem bei der Durchführung solcher Zwillingsstudien herausarbeiten. Mit diesem Problem beschäftigt sich Ernst Hany in seinem “Münchener Ansatz”. Er weist darauf hin, dass viele Forscher die Ergebnisse solcher Studien falsch deuten und sie im eigenen Interesse und zur Stützung ihrer eigenen Thesen interpretieren. Problematisch ist zudem, dass sich viele Forschungen auf Aussagen zu weniger Zwillingspaare stützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Persönlichkeit aus vielen verschiedenen Aspekten zusammensetzt und die Umwelt trotz der Ergebnisse der Studien einen großen Teil der Entwicklung ausmacht, was die Hauptaussage des Textes darstellt.
Pädagogische Schlussfolgerungen hinsichtlich der Kritik der Zwillingsforschung
Die Zwillingsforschung steht aufgrund diverser Probleme bei der Durchführung und Interpretation der Ergebnisse stark in der Kritik.
Laut Hany könne man sich erst auf die Ergebnisse solcher Studien verlassen, wenn die Daten mehrerer Studien übereinstimmen würden, da die Fehlerquote solcher Forschungen bei bis zu 30% liegen kann. Kritisiert wird ebenfalls, dass Gene als zu wichtig dargestellt werden könnten. Andere Faktoren, wie z. B. die Erziehung, fördern die Charaktereigenschaften eines Menschen demnach nur zu einem geringen Anteil.
Aus diesen Kritiken lassen sich folgende pädagogischen Schlussfolgerungen ziehen:
Pädagogische Maßnahmen dürfen nicht vernachlässigt werden und der Erziehende muss sich immer wieder bewusst werden, was für eine wichtige Rolle Erziehung im Leben eines Kindes spielt. Obwohl Genetik sehr wichtig bei der Charakterausbildung eines Menschen ist, sollte Fehlverhalten eines Kindes nicht komplett auf die Gene zurückgeführt werden.
Erziehende haben immer die Möglichkeit Fehlverhalten des Kindes zu ändern. Sie dürfen dieses nicht mit der Begründung ignorieren, dass Fehlverhalten auf Genen beruht.
von N. Garben u. M. Klemme
Linktipp:
Anlage-Umweltproblematik in der Praxis
| Text/Thema | Namen |
| Angeboren oder gelernt? | Anne-Sally, Ailine, Laura |
| Entwicklung als genetisches oder soziales Schicksal? | Katharina, Lars, Marcel, Nina |
| Anlage und Umwelt - ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung | Gabi, Nadine, Anika |
| Anlage und Umwelt aus Sicht der Kriminologie | Niklas, Aylin, Lisa |
| Kritische Darstellung verschiedener Forschungsmethoden | Jan, Lisa, Jenny, Julia |