Fragen zur Klausur - ... und Antworten
- Ist das unten die aktuelle Klausurvorbereitung???
Nein, nein, die kommt heute Abend (Sonntag).
- Sollen wir bei Mead die deutschen, die englischen o. vllt. sogar beide Begriffe können? Welche sollen wir morgen in der Klausur verwenden?
Bsp.: signifikantes Symbol oder sygnificant symbol
möglichst die "deutschen" Begriffe (sind ja auch Fremdwörter). Es wird aber nicht als Fehler gezählt, wenn einem der englische Begriff eher in den Kopf kommt.
- Frage zu Zeichen, Gesten und Symbolen
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe und es ist bestimmt auch nochmal eine Hilfe für die Anderen.
Also: Zeichen umfassen nur Sinnesreize u. sind somit von soz. Situationen unabhängig?
Ja, so definiert Mead "Zeichen". Wichtig ist: Die Reaktionen auf "Zeichen" sind lt. Mead von jeder sozialen Beziehung unabhängig.
Eine Geste ist eine Haltung, die in der Interaktion als ein Reiz auf den Interaktionsparnter wirkt. Durch sie wird eine BESTIMMTE Reaktion ausgelöst. Also kann man durch den bewussten Einsatz von Gesten die Reaktion des Anderen beeinflussen? Wie können Gesten nur EINE BESTIMMTE Reaktion auslösen, wenn sie auch unterschiedl.interpretiert werden können?
z.B das Schütteln der Faust.
Genauer muss man sagen: Gesten lösen angemessene oder passende Reaktionen aus und sichern Kommunikation dadurch, dass dies wechselseitig entsteht. Gesten bedeuten nämlich etwas. Sie haben einen Sinn. Das heißt, sie verweisen auf etwas, das stattgefunden hat, oder verweisen auf eine Handlung, die von ihr ausgelöst wird.
In der menschlichen Kommunikation werden Gesten "interpretiert". Das heißt: Wir können unsere bisherigen Erfahrungen hinzuziehen und eine Geste entsprechend der sozialen Situation, in der sie gezeigt wird, deuten. Wir können unsere Reaktion darauf "verzögert" und damit "denkend" abstimmen. Das macht nach Mead die Intelligenz des Menschen aus.
Symbole haben einen allgem. Sinn. Könnten Sie ein Bsp. geben?
Wenn der Sinn einer Situation/einer Geste auf einen bestimmten - in der Regel sprachlichen - Begriff gebracht wird oder in einem äußeren Zeichen zum Ausdruck kommt, spricht man von Symbol. Symbole können deshalb über eine konkrete Situation hinausweisen, stellen Zusammenhänge her, die von den Kommunikationspartnern verstanden werden können. Sie werden deshalb verstanden, also richtig interpretiert, weil die Partner die gleiche Vorstellung von den zugrundeliegenden Bedeutungen haben. Wenn das so ist, spricht man von signifikanten Symbolen. Die Sprache ist das ausgereifteste System signifikanter Symbole. Dennoch gibt es gerade auch in unserer sehr differenzierten Sprache kleine oder große Verständnisabweichungen bei gleichen signifikanten Symbolen. Das kann durchaus zu Missverständnissen führen. Ein relativ unmissverständliches System sind zum Beispiel die Verkehrszeichen.
Unsere Sprache bietet jedoch die Möglichkeit, sich über Verständnisschwierigkeiten und Missverständnisse auszutauschen und das gegenseitige Verständnis anzunähern. Dies kann in der Kommunikation mit anderen geschehen, aber auch in einem selbst (Erfahrungen auswerten = Denken).
signifikante Symbole haben für alle Mensche einer Gesellschaft die gl. Bedeutung.
Durch den den Einsatz von ihnen kann ich die Kommunikation/Interaktion lenken?
Was ist der Unterschied zwischen Symbolen u. signifikanten Symbolen?
s. vorherige Anmerkungen
Ich habe genau das gleiche Problem. Mir ist auch unklar was jetzt genau der Unterschied zwischen Zeichen und Gesten ist. Sind Gesten nur auf Mimik zurückzuführen oder beziehen sie sich auch z.B.auf die Sprache.
Es gibt auch "vokale Gesten", die schon einen Sinn ausdrücken sollen (s.o.), aber wenn sie eine klare Zuordnung von Bedeutungeen erhalten, die den Kommunikationspartner bekannt sein sollten, dann werden sie zu signifikanten Symbolen.
Ich habe gelesen, dass Gesten auch Laute sein können ( also Tiere sind auch in der Lage die auszuüben) um Reaktionen zu erzielen.
Ja klar. Menschen interpretieren die Gesten dann auch. Die Interpretation ist jedoch nicht so eindeutig wie bei signifikanten Symbolen. Auch Tieren kann eine relativ enge und einigermaßen zuverlässige Art der Reaktion durch Dressur beigebracht werden. Das ist jedoch ziemlich mühsam und wegen der hohen Wiederholungsnotwendigkeit auch sehr zeitaufwändig.
Wenn Zeichen Sinnreize sind, dann lässt sich z.B. sagen Zeichen= Donner und Reaktion= zusammenzucken , oder ???
Könnte sie vielleicht jeweils ein Beispiel zu Zeichen, signifikanten Symbolen und Gesten geben, sodass einem die Unterschiede klar werden?
Ich hoffe, die Unterschiede sind nun klarer
Das alles sind ja Grundlagentheorien. Je differenzierter soziale Beziehungen beschrieben werden, desto deutlicher werden die vielfältigen Verständigungsgefahren, aber auch die Möglichkeiten aktiv und gezielt mit Symbolen umzugehen. Und nicht zu vergessen: In unserer heutigen Welt gibt es immer größere Notwendigkeiten, wechselseitig differenziert mit Symbolen umzugehen, neue Symbole zu entwickeln und dies mit seinen Kommunikationspartnern immer wieder auszuhandeln - sagt zum Beispiel Krappmann.
Danke
Viel kühlen Verstand morgen, vor allem auch sorgfältigen Umgang mit den signifikanten Symbolen der Sprache - und (wenn nötig) viel Glück! Herr Friedrich verteilt und beaufsichtigt die Klausur.
Rolf Eickmeier
Klausur-Vorbereitung (alt)
Basiswissen.
- Entwicklungsmodelle: Freud - Piaget - Kohlberg
- Grundlagentexte zu Rollentheorie und symbolischem Interaktionismus
Krappmann - Fragestellungen
- Welche Fähigkeiten müssen in der heutigen Zeit zur Lebensgestaltung erworben werden?
- Wie sind diese Fähigkeiten zu erwerben?
- welche Bedeutung haben dabei Kindergarten und Schule?
Theoretische Grundlagen:
| Theorie | Soziale Kompetenzen |
| Rollentheorie | Übernahme verschiedener Rollen, soziales Handeln mit anderen Rollenträgern |
| Symbolischer Interaktionismus | Flexible Gestaltung unterschiedlicher Rollen, originelles und strategisches Handeln |
Vergleich mit Theaterspiel-Konzeptionen:
- Traditionelle Rollentheorie: Schauspieler übernehmen feste Rollen mit vorgegebenen Texten und üben das reibungslose und gut nachvollziehbare Handeln auf der Bühne
- Symbolischer Interaktionsmus:: Schauspieler entwickeln eine Vorstellung von den darzustellenden Problemen und Anforderungen, müssen sich auf der Bühne damit auseinandersetzen, ohne feste Rollen zu haben, ohne zu wissen, wie der andere agiert. Sie versuchen die Mitspieler einzuschätzen, ihr Handeln möglichst vorherzusehen, durch eigenes Handeln Impulse zu setzen, also die anderen zu beeinflussen, selbst immer wieder schnell und originell zu reagieren ... also: Improvisationstheater
Aufgabenstellungen:
Auseinandersetzung mit einem Fachtext
- Auseinandersetzung mit dem Inhalt (Beschreibung der Argumentationsstruktur, Zusammenfassung, Thesen, Erläuterung des Hauptproblems o.ä.)
- Anwendung der Kenntnisse über Rollentheorie und symbolischen Interaktionismus
- Erörterung von Problemen (z.B. entwicklungsbedingtes Aneignung von interaktionistischen Kompetenzen) mit eigener Urteilsbildung