Die Stufenlehre nach Piaget

Das Modell der kognitiven Entwicklung nach Piaget beschreibt die Entfaltung kognitiver Strukturen und erkenntnistheoretischer Fragen beim Kind.

Die Stufenlehre nach Piaget

Das Modell der kognitiven Entwicklung nach Piaget beschreibt die Entfaltung kognitiver Strukturen und erkenntnistheoretischer Fragen beim Kind.

Intellektuelle Entwicklung: 4 Hauptstufen
  • Die sensomotorische
  • Die präoperationale (aufgeteilt in die präoperationale und die intuitive)
  • Die konkret-operationale
  • Die formal-operationale
  1. Die sensomotorische Stufe (∼ erste 2 Lebensjahre)
    1. Kind nimmt sich als von der Umwelt getrenntes Objekt wahr
    2. reagiert auf Licht und Geräusche
    3. zeigt Neugier
    4. hat eigenen Willen
    5. hat die Fähigkeit, Objekte trotz Veränderungen der Umwelt wiederzuerkennen
  2. Die präoperationale Stufe
    1. Präoperationale Phase (∼ 3.-5. Lebensjahr)
      1. Sprachentwicklung
      2. Entwicklung von Konzepten
        • Selbstbezogenheit des Kindes
        • Erkennung von Objekten anhand bestimmter Merkmale
        • Kind kann nicht feststellen, dass ähnliche Objekte in bestimmter Hinsicht verschieden sein können
        • Dinge können nach bestimmten Kriterien einander zugeordnet werden
        • Dinge können nach einer Reihenfolge vom Kind geordnet werden (aber keine Schlüsse aus der Anordnung gezogen werden)
    2. Intuitive Phase (∼ 5.-8. Lebensjahr)
      1. Schlussfolgerungen
      2. Mehr und mehr logisches, rationales Verständnis
        • Kind ordnet Objekte in Kategorien und Klassen ein
        • Entwickelt logische Beziehungen
        • Arbeitet mit Zahlenbegriffen
        • Erkennt das Prinzip der Erhaltung (Masse mit 5, Gewicht mit 6, Volumen mit 7 Jahren)
  3. Stufe der konkreten Operationen (∼ 8.-12. Lebensjahr)
    1. Verschiedene logische Operationen
    2. Komplexe logische Denkabläufe
      1. Komposition: zwei Elemente eines Systems werden kombiniert
      2. Austauschbarkeit: eine Summe ist unabhängig von der Reihenfolge
      3. Reversibilität: Trennung, Ausschließen unpassender Elemente aus einem System
      4. Konkrete Darstellung, Beispiele sind nötig
  4. Stufe der formalen Operationen (∼ 11.-14. Lebensjahr)
    1. Abstraktes Denken
    2. Schlussfolgerungen
    3. Interpretationen
    4. Hypothesen
    5. Flexibles und wirkungsvolles Denken
      1. Imagination: Durchdenken logischer Möglichkeiten, die real nicht existieren
      2. Kombinationsanalyse von Möglichkeiten
      3. Denken in logischen Sätzen
      4. Generalisierung von Sätze

Piaget teilte die Entwicklungsstufen nach Alter der Kinder ein, da er davon ausging, dass jedes Kind die Phasen in einer bestimmten Zeit durchlaufen muss.

Eltern, Lehrer und Erzieher können anhand des Modells die Lernfortschritte des Kindes überprüfen und verfolgen.

Beispiel zur Vorstellung von Zeit und Alter:

Die 4½jährige Rose wird befragt. E: „Wie alt ist deine Schwester Erika?“ R: „Weiß ich nicht.“ E: „Ist sie noch ein Baby?“ R: „Nein, sie kann schon laufen.“ E: „Wer ist denn älter von euch beiden?“ R: „Ich.“ E: „Warum meinst du das?“ R: „Weil ich größer bin.“ E: „Und wenn Erika einmal in die Schule geht, wer von euch beiden wird dann älter sein?“ R: „Weiß ich nicht?“ E: „Und wenn ihr einmal beide große Fräulein seid, wird dann eine älter sein als die andere?“ R: „Ja.“ E: „Wer von euch beiden?“ R: „Weiß nicht.“ E: „Ist deine Mama älter als du?“ R: „Ja.“ E: „Ist deine Großmutter älter als deine Mama?“ R: „Nein.“ E: „Sind sie gleichaltrig?“ R: „Ich glaube ja.“ E: „Ist denn deine Großmutter nicht älter als deine Mama?“ R: „Oh nein!“ E: „Wird deine Großmutter jedes Jahr älter?“ R: „Sie bleibt immer gleich.“ E: „Und deine Mama?“ R: „Auch gleich.“ E: „Und du?“ R: „Ich? Nein, ich werde älter.“ E: „Und deine Schwester?“ R: „Sie auch.“

Das Verhalten der 4½jährigen Rose wird in der präoperationalen Phase begründet. Das Mädchen ist auf sich selbst bezogen und noch nicht in der Lage, aus der von ihr aufgestellten Altersreihenfolge Schlüsse zu ziehen. Nach heutigem Wissen ist der Ablauf der kognitiven Entwicklung anders als bei Piaget. Piagets Schema ist lückenhaft, weil kognitive Strukturen sich nicht nur durch das Alter bestimmen lassen, sondern auch durch Beeinflussung durch die Umwelt. Das Modell dient jedoch als Leitfaden für weiterentwickelte Modelle.


12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. das war echt eine super hilfe , da meine lehrerin fast genau das gleiche aufgeschrieben hat als ich krank war hab es aber jetzt sehr gut verstanden echt gut!!!! großes lob 🙂

  2. das ist echt ne gute hilfe!!! schriebe nächste woche abschlussprüfung über genau dieses thema!

  3. hey gut und schön zusammengefasst, aber naja ich habs noch nen bisschen konkreter gesucht , aber super verständlich in so wenigen worten! respekt!

  4. Hallo =)
    Ich fands auch sehr aufschlussreich und gut zusammengefasst, allerdings glaube ich, dass das was du zur intuitiven Phase geschrieben hast, eher zur Stufe der konkreten Operation gehört

  5. Klasse, sehr gut zusammengefasst und ich habe es endlich verstanden!
    Jetzt kan meine Klausur kommen!!!

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